Frage von Outdoorhans90, 91

Angststörung oder Depression?

Hi,

Ich habe seit einem Jahr schwere Schlafstörungen. Vor ca 8 Monaten war ich deswegen in der Psychiatrie, dort bekam ich 2 Wochen lang Tavor und es ging mir damit super. Danach habe ich ein Neuroleptikum bekommen das sowohl angstlösend als auch leicht antidepressiv wirkt (quetiapin). Die Ärzte konnten mir keine abschließende Diagnose geben.

Ich fühle mich aber auch nicht wirklich ängstlich oder habe Panikattacken.

Auch habe ich keine konkreten Grübelgedanken. Ich wache nachts auf und in meinem Kopf ist alles durcheinander und ich komme nicht mehr zur Ruhe.

Nun zur Frage: Fühlt sich jemand der schwere Depressionen hat mit Tavor deutlich besser?

Grüße

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Outdoorhans90,

Schau mal bitte hier:
Angst Depression

Expertenantwort
von samm1917, Community-Experte für Depression, 24

Um es vorneweg zu nehmen. Eine Diagnose stellen kann nur eine Fachperson. Meine Zeilen sind also als Denkanstoss gedacht.

Quetiapin (Seroquel oder Generika) wirkt nicht wirklich angstlösend, zumindest besitz es betreffend Angststörungen keine offizielle Zulassung. Es ist ein Neuroleptika, welches häufig bei Depressionen und den damit verbundenen Schlafstörungen eingesetzt wird. Im Unterschied zu Lorazepam (Tavor) macht es nicht anhängig und es ergibt sich auch keine Toleranzentwicklung.

Lorazepam (Tavor) ist ein Benzodiazepin. Benzodiazepine wirken sehr zuverlässig, angstlösend, beruhigend und schlaffördernd. Leider kann man von Benzodiazepinen abhängig werden sowie ergibt sich häufig eine Toleranzentwicklung (man braucht alle immer eine höhere Dosis um den gleichen Effekt zu erziehlen). Lorazepam ansich wirkt nicht antidepressiv, es wird bei Depressionen jedoch oft wegen seiner beruhigenden Eigenschaften eigesetzt (z.B. bei aktuen Verzweiflungszuständen oder Suizidgefahr).

Depressionen sind an gewisse Symptome gebunden. Gemäss dem internationalen Diagnoseverzeichnis ICD-10 treten vor allem Freudlosigkeit, Anriebslosigkeit und das Gefühl der Gefühlslosigkeit auf. Hinzu kommen fernen Hoffnungslosigkeit, Schlafstörungen, Grübelgedanken usw.

Angststörungen sind in diverse Unterkategorien und Symptome aufgeteilt. Eine Übersicht findest du hier: http://www.deprohelp.com/formen-von-angststorungen/

Das was du schilderst klingt für mich eher nach einer klassischen Schlafstörung. Tagsüber hast du -wenn ich das richtig interpretiere- ja keine Beschwerden (abgesehen von Müdigkeit vielleich). So ist es auch nicht verwunderlich, dass dir Tavor hilft.

Ich persönlich war auch in der Klinik. Ich habe noch niemanden gesehen, dem Tavor bei Depressionen wirklich geholfen hat (ausg. beruhigender Effekt bei Akutzuständen).

Antwort
von Matahleo, 37

Hallo  Outdoorhans90,

wenn du schon in der Klinik warst und eingestellt worden bis, es dir damit besser geht, dann ist doch der erste Schritt getan und gut so. 

Du solltest auf keinen Fall selbst herum experimentieren. 

Was ich ein wenig vermisse ist, ob denn auch an den Ursachen deiner Probleme gearbeitet wurde, oder ob du "nur" medikamentös eingestellt wurdest. 

Du solltest auf alle Fälle zu einem guten Therapeuten gehen um die Ursache deiner Schlafstörungen auf den Grund zu gehen, wenn alle organischen Ursachen ausgeschlossen sind. 

Weißt du denn, was vor einem Jahr, als deine Schlafstörungen angefangen haben, passiert ist? War da etwas, das als Auslöser in Frage kommt?

Nach deiner Schilderung hast du eventuell fragmentierte Abspeicherungen in deinem Gehirn, die zusammengeführt werden sollten und auch zusammengeführt werden können. Hierzu benötigst du aber professionelle Hilfe.

Alles Gute dir,

LG Mata

Kommentar von Outdoorhans90 ,

Also der Auslöser war glaub ich Stress und Druck den ich mir mache. In ner Klinik gibts nur Medikamente, da ist nicht viel mit reden. Was meinst du den genau mit "fragmentierte Abspeicherungen" gibt es dafür ne genauere Bezeichnung? 

Kommentar von Matahleo ,

Hi, wenn dein Gehirn überlastet ist, dann kann es bestimmte stressauslösende Vorgänge nicht mehr zusammenführen und speichert deshalb einzelne Fragmente eines Ereignisses separat (fragmentiert) ab. Das kann bis zur Dissoziation führen, oder aber Schlafstörungen verursachen, da das Unterbewusstsein im Schlaf versucht Geschichten zu verarbeiten. 

Hilft dir das schon mal? Ich muss jetzt nämlich weg, wenn du noch Fragen hast, dann dauert das ein bisschen bis ich wieder hier bin.

LG Mata

Kommentar von Outdoorhans90 ,

ja, das klingt sehr interessant! Ich mach mich mal darüber schlau. Kann ich dich vielleicht später noch mal anschreiben?

Kommentar von Matahleo ,

Hi, ja klar, du kannst mich auch privat anschreiben, also über eine Freundschaftsanfrage. Jetzt bin ich wieder da :)

Antwort
von landregen, 37

Ich warne jetzt davor, mit schweren Medikamenten einfach so herumzuexperimentieren.

Ich warne auch davor, auf irgendwas zu hören, was Laien hier per Ferndiagnosen von sich geben.

Geh bitte zum Arzt, lass das genau klären, dich medikamentös sinnvoll einstellen und schraub dich mit Selbstversuchen nicht in den Abgrund!

Gute Besserung.

Antwort
von Wonnepoppen, 24

Wenn du dich weder ängstlich fühlst, noch Panikattacken hast, wozu brauchst du dann das Zeug überhaupt?

"Tavor" ist ein Beruhigungsmittel?

Das macht abhängig!

Wieso schreibst du außerdem non "schweren" Depressionen, ich kann keine erkennen?

Antwort
von gwb420, 53

Also ich hoffe, du weißt, dass Tavor ein sehr starkes Medikament mit hohem Suchtpotenzial ist. Bitte nicht zu leichtfertig damit umgehen.

Kennst du deinen Serotoninspiegel?

Wie sieht dein Alltag aus? Hast du viel Stress o.ä.?

Kommentar von Outdoorhans90 ,

ja, ich hab schon recht viel Stress vor allem in meinem Kopf :). Meinen Serotoninspiegel kenn ich leider nicht. Hab jetzt mit Sport und Meditation angefangen, was recht gut klappt. Ich weiß halt nur nicht obs jetzt ne Depression oder Angststörung ist.

Antwort
von xYukinax11, 30

Ja, eine gute Freundin von mir hat das auch und bei ihr hilft das. Ob das bei dir auf so ist weiß ich nicht!

Antwort
von kindvbahnhofzoo, 16

Für die Diagnose solltest du auf jeden Fall nochmal zu einem Psychiater, am besten ist es natürlich, wenn du dir mehrere Meinungen von Spezialisten einholst.

Und zu deiner eigentlichen Frage, bin Grad etwas entsetzt, dass dir das in der Klinik jeden Tag gegeben wurde und das zwei Wochen lang.

Als ich stationär war hatte man Tavor, wenn überhaupt, nur als Bedarf drinstehen und für das sind Benzos auch da: als Notfallmedikation

Liebe Grüße

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