Kann man Angsthunde wieder sozialisieren?

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7 Antworten

Hallo Lexiana,

Man kann nicht nur, sondern man muss Angsthunden positive Sozialisation zu kommen lassen.

Je nachdem was die Ursachen für Angst und Traumatisierungen bei solchen Hunden sind ist der Erfolg bei jedem Hund individuell unterschiedlich schnell zu erreichen.

Wichtig ist dabei auch immer das Verhalten des Bezugsmenschen des Hundes und auch - die Umgebung

http://www.haeuserderhoffnung.de/start.html

Habe Dir diesen Link mitgebracht, lies vor allem das Tagebuch und die einzelnen Schicksale von Hunden durch!

Mancher Angsthund benötigt mehr Zeit und den Schutz einer sicheren Umgebung. Dumm wenn das solches passiert was Du in Deiner Frage beschreibst - Aber das soll den Erfolg nicht aufhalten.

Es gibt erfahrene Menschen im Tierschutz welche beste Erfahrung mit derart traumatisierten oder fast nicht früh - sozialisierten Hunden haben und ich finde Du solltest Dir helfen lassen.

Das hilft auch diesem Hund möglichst schnell Ängste abzubauen, Selbstvertrauen zu fassen, weil ein Mensch gelernt hat auf ihn zugeschnitten optimal zu agieren.

Bitte geh auf die Webseite von dog-inform.de dort findest Du unter anderem auch Hinweise zu Büchern. Du solltest das Buch "Ich halte dich - Ein Wegweiser für ungehaltene Hunde, Band 1, Autor Mirjam Cordt" unbedingt lesen. 

Manche Hunde welche starke Umweltängste haben sind erst einmal sicherer zu machen in ruhiger Umgebung, nicht mit einem fluten mit Umweltbedingungen können Ängste abgelegt werden, sondern mit einem gezieltem Aubbau von Stress, dann lernen von Alternativverhalten und so weiter...

Also, mit dem Hund erst mal nicht mehr so viel Äkschn unternehmen, sondern ruhige, entspannte Ausgänge in einem ruhigen Areal. Dann mit kleinen Aufgaben beginnen das Slbstbewusstsein und die Balance des Hundes aufzubauen, und, und, und....

Kleine Schritte führen auch ans Ziel. Manche Angsthunde brauchen lebenslang einen umsichtigen, geschulten Halter welcher gekonnt die "Sicherung" des Hundes übernimmt, so dass Hund nie wieder Angstgefühle haben muss.

Viel Erfolg und dem Vierpfötler ganz viel Glück wünsche...

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Kommentar von YarlungTsangpo
27.12.2015, 21:56

Vielen Dank für die Anerkennung und, ich wette darauf, daß Du es schaffen wirst, Deinem Hund einen sicheren Rahmen zu geben

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Ich hatte auch einen *Angsthund* .es war ein weisser Schäfer. Er kam mit 7 Monaten zu uns, aus einer Kellerhaltung...sah nur ganz selten Tageslicht beim Gasi gehen ( 1 x am Tag ) und kannte keine anderen Hunde. Er wurde uns von seinem Besitzer übergeben, weil dieser keine Lust mehr hatte, sich um das Riesenbaby zu kümmern.

Der riesige Hund hatte Angst vor seinem eigenen Schatten, vor lauten Geräuschen, wenn mal was zu Boden fiel etc.

Ich hatte dazumal schon meinen gut sozialisierten 5 jährigen Labimix Rüden. Er kümmerte sich um den Weissen...zeigte ihm mit seiner Ruhe, dass alles gut ist. ( der Weisse ) wurde ein prächtiger selbstbewusster Rüde...Dank der Mithilfe unseres Labis.

Als 2 jährigen machte ich mit ihm den Wesenstest, welchen er mit Bravour bestand, und liess ihn als Zuchtrüden ankören.

Ich denke, dass ich diese Resozialisierung ohne meinen guten Labi nicht auf diese Weise hingekriegt hätte.

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Dusty44 hat dir meiner Meinung nach einen guten Rat gegeben. Ich hab auch einen kleinen Schisserhund aus Fuerteventura mitgebracht, mit dem ich es auch so geübt habe. Inzwischen hat sie nur noch vor dem Tierarzt Angst.
Ich würde aber sagen, dass du schon stolz auf dich sein kannst, immerhin kam der Hund allein zu dir zurück, das heißt, dass er dich als sein Rudel sieht und damit hast du bei ehemaligen Straßenhunden schon einiges gewonnen :-)
Viel Glück beim Entspannen üben ;-)

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Wenn Du ihm in miner Angstsituation Leckerlie, Streicheleinheiten oder gutes Zureden gibst, verstärkst Du seine Angst nur. Bitte mach das nicht mehr. Das gilt auch für alle anderen Angsthunde ;-)
Am besten ist es, wenn Du in einer solchen Situation einfach nur ENTSPANNT stehen bleibst, bis die "böse" Situation vorbei ist. Einfach so tun, als ob gar nix besonderes wäre. 
Ich habe dann immer mein Handy raus geholt und irgend etwas damit gemacht - eMails abrufen oder etwas im Internet nachschauen. Dann konzentrierst Du Dich nämlich auf's Handy und nicht auf den ängstlichen Hund.
Du kannst Dir auch ein kleines Buch mitnehmen und in solchen Situationen einfach 1 Seite lesen...
Oder Du pfeifst ein Lied oder singst etwas. 
All das sind Dinge, die Dir helfen, entspannt zu sein - und somit wird auch Dein Hund sich mehr und mehr entspannen.
Wichtig ist, dass Du erst dann weiter gehst, wenn Dein Hund sich wirklich entspannt hat. Es kann sein, dass es anfangs sehr lange dauert, aber glaub mir, es lohnt sich, diese Zeit zu "investieren".

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Kommentar von Einafets2808
11.11.2015, 17:39

Jap besser kann man es nicht erklären. Sowas geht auch nicht über ein paar Wochen, mit Angst Hunden muss man ganz sensible umgehen und Vorallem Geduld aufbringen.

So ein Lernprozess kann viele Monate dauern bis Jahre, bis der Hund sich nach seinem Gemütszustand richtet.

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Wie heißt der amerikanische Hundeflüsterer? Egal, auf jeden Fall hatte er einmal einen ähnlichen Fall mit einem sehr ängstlichen Hund. Er vermutete, dass dieser in seinem früheren Rudel oder Wurf positionsmäßig an letzter Stelle stand. Es war sehr ungewöhnlich, was er tat: Er hielt die Rute des Hundes, die dieser fast immer eingeklemmt trug, beim Spazierengehen mit einem zweiten Band einfach nach oben, um das Bewusstsein des Hundes zu unterstützen. Außerdem wandelte er vor dem langsamen Spazierengehen die Angst des Hundes vor Kinderwagen, Fahrrädern, Koffern, Taschen, Autos, etc. erst einmal in Aktivität um, indem er sich von ihm z. B. an der Leine auf Skatern durch die Stadt und an den Angstobjekten vorbei ziehen ließ. Der Hund wollte erst einmal eigentlich nur Reißaus nehmen. Weil das aber so nicht funktionierte und durch die Erfahrung, dass er als Zughund an allem zunächst schnell vorbei laufen und die angstmachenden Situationen auf diese Art selbst kontrollieren konnte, gewann er zunehmend Sicherheit über solche Objekte und die Angstsituationen, die ihn vorher lange erschreckt hatten. Nach diesem Auspowern und dem anschließenden Spazierengehen mit "gehobenem Rutenstatus" verlor der Hund nach und nach seine Ängste und wurde selbstsicherer, gelassener, fröhlicher und ruhiger.

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Kommentar von YarlungTsangpo
12.11.2015, 20:08

Es gibt Dinge welche vor einer Kamera, und dann im Fernsehen ungeheuer publikumswirksam rüber kommen. Das erweckt dann gerne falsche Schlussfolgerungen.

Ein Angsthund wird hierzulande, ohne jedes Hundeflüstern "aufgebaut" indem man ihm Aufgaben überträgt, welche er positiv abschliessen & also meistern kann.

Dadurch und nur dadurch wächst das Selbstbewusstsein eines Hundes, durch Aufgaben und nicht durch Pfote oder Schwanz mechanisch hochheben!

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Gut zu reden, leckerchen das bestärkt doch den Hund in seiner Angst.

Einfach souverän ohne viel Tam Tam die Situationen meistern. Den Hund nicht ständig anstarren, wenn was komisch für ihn ist. Ruhig und gelassen durch jede Situation gehen.

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Kommentar von Einafets2808
11.11.2015, 23:35

Jeder händelt das anders. Ich habe auch nie geschrieben das es ein Fehlverhalten ist :-/

Der Link sorry interessiert mich weniger. Dennoch sollte man einen Hund nicht betuddeln oder mit Leckerlies vollstopfen wenn dieser Angst hat.

Ich bin dennoch für meinen Hund da, er darf sich zwischen meine Beine verkrümeln oder Schutz suchen wenn er zu mir kommt. Dazu muss ich aber nicht auf ihn eingehen oder gar mit ihm kommunizieren.

Beispielsweise bei einem Gewitter. Ist meiner etwas ängstlich oder es rummst mal komisch. Er mag den Kontakt und ganz nah bei mir liegen, und beruhig sich schnell. Aber gehe ich auf sein Verhalten ein, mit streicheln oder Worten wie "ist gut ist ok.." Verunsichere ich ihn nur noch mehr und er wuselt nur rum.

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Das kann jetzt lange dauern bis du ihn wieder hinkriegst. Aber wie Dusty44 beschrieben hat, ist das zwar ein langer Weg aber er könnte klappen. Ich würde es auch so machen. Bleib einfach locker. Deine Ruhe überträgt sich auch auf den Hund.

Alles Gute

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