Frage von Goldsilber22, 68

Angstfrei leben?

Hallo,

seit ich zurück denken kann (sprich als Kleinkind schon) hatte ich immer schon vor allem und jedem Angst. Diese Angst begleitet mich nun schon mein lebenlang. Ich will endlich sorgenfrei leben, genießen. Mittlerweile bin ich sehr verschlossen.

Ich bin in Therapie und besuche demnächst auch einen eigenen Workshop gegen Ängste etc.

Dennoch wollte ich euch fragen hat jemand von euch auch Erfahrungen damit? Ist es besser geworden? Bleibt diese Angst wirklich auf ewig? Das Leben macht so doch überhaupt keinen Spaß :(

Danke und LG

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von SotisK1, 24

Hi,

die Angst ist was ganz normales. Es liegt in der Natur der Lebewesen.

Durch die Angst wurde der Überlebensinstinkt geweckt. Es gibt Lebewesen die viel Angst haben und welche die etwas weniger Angst haben. Garkeine Angst hat jedoch keiner auch wenn er so tut als wäre es so.

Oft ist es auch so dass man bei einem unzufriedenen Leben mehr Angst hat als sonst und sich auch mit mehr Themen beschäftigt. Es ist also nicht so als würde dich die Angst dazu bringen kein glückliches Leben zu haben, sondern eher dass dein ünglpckliches Leben für deine Angst zuständig ist.

Vor allem hier in Deutschland ist es durch den Alltag und dem Stress im Arbeitsleben oft so dass man geschwächt und verwundbar wird.

Ich würde dir vorschlagen etwas Abwechslung in dein Leben zu bringen und die Welt zu bereisen um zu sehen wie groß und schön sie ist. Das wird dich auf andere Gedanken bringen. Dann gilt natürlich die Regel Nr. 1, "man soll durch seine Angst gehen". Das bedeutet....... Egal welche Angst du hast, stell dich ihr und verkriech dich nicht. Wenn du Angst vor dem Tod hast, geh zum Friedhof, wenn du Angst vor Großen Männern hast besuch ein Basketballspiel usw. So blöd es auch klingt, aber es hilft.

Antwort
von Tasha, 6

Ich hatte lange Angstattacken - also Angstgefühle ohne Grund, nicht in Situationen, die mich überforderten - und dagegen konnte ich akut nichts tun. 

Mir wurde ein Medikament verschrieben, dass aber extremem Tremor auslösten, besonders an den Augen, und wenn die Augenlider die ganze Zeit vibrieren, ist das kein schönes Gefühl. In den akuten Situationen bekam ich starke Kopfschmerzen und eben Angstgefühle, die über Stunden anhalten konnten (also ca. 3 bis 5 Stunden maximal). Ich habe dann versucht, den Stress in meinem Leben zu minimieren. 

Ja, es gab auch konkrete Situationen, vor denen ich Angst hatte und ich habe entweder eine Alternative dazu gesucht oder diese Situationen in Minisituationen zerlegt, die ich oft im Kopf durchgegangen bin, bis ich wusste, wie ich da stressfrei durchkomme. Wichtig war, zu wissen, was passiert und wie ich mich verhalten kann, um den Angstauslöser zu minimieren oder zu elemenieren. Meist bestand die Angst in der Überforderung mit plötzlich auftretenden "Bedrohungen", z.B. hatte ich das Gefühl, dass mich jeder einfach beleidigen oder sogar schlagen könnte, ohne dass ich etwas dagegen tun könne, und einige Menschen setzten diese Angst massiv in mir frei.Stressminimierung:Allgemeine Punkte:

Licht, Sauerstoff - rausgehen,Sport,

erfüllendes Hobby,

wissen, was einem gut tut und das dann bewusst auch in den Tages- oder Wochenplan einbauen (bei mir das z.B. allein sein, was einigen Menschen schwer nahezubringen war).

Ich habe dann (alleine, Therapie funktionierte mangels Verständnis von 2 Therapeuten leider nicht) eine Technik entwickelt, mit der ich mich bewusst entspannen konnte, was langfristig wohl zum Abklingen der Anststörung führte:

Tief und wirklich ruhig atmen,bewusst ein Gefühl der Ruhe aufkommen lassen (das kann man in angstfreien Momenten üben und es klappt dann in Angstsituationen immer besser), 

sich stark auf die eigene Atmung konzentrieren bzw. Körperwahrnehmung erhöhen (wie fühlen sich Hände, Gesicht, Beine, Füße usw. an, wie atmet man gerade, "wo ist die Luft" und den Weg des Atems durch den Körper einige Atemzyklen lang sehr bewusst verfolgen, so dass nichts anderes bewusst wahrgenommen wird) - angelehnt an die sog. "Licht-Atem-Meditaion".

Wenn möglich - meist nicht - half auch körperliche Betätigung an der frischen Luft, also bei mir schnelles Gehen (Joggen wäre zu kompliziert gewesen, weil man erst wieder die Jogginghose hätte holen müssen, also hätte abwarten müssen, was die Angst ggf. verstärkt hätte). 

Trat das Ganze zu Hause auf, halt auch bewusster Sport, der so anstrengend war, dass man sich stark konzentrieren musste und körperlich ausgepowert wurde.Manchmal half auch einfach übermäßig viel Wasser zu trinken (der Körper ist dann halt damit befasst und hat ggf. weniger "Kapazität" für die Angst?). Also in kurzer Zeit einen halben bis einen Liter Wasser zu trinken.Grundsätzlich habe ich in der Zeit der Angstattacken mit Morgen- und Abendsport angefangen und meine, dass das auch langfristig geholfen hat (Stressminimierung). Also unabhängig von den Angstattacken.Ebenso intenisves Musikhören (nicht nur passiv, mitsingen oder wenigstens "mitdenken") oder selbst musizieren (hohe Konzentration, die wieder Konzentration von der Angst wegnimmt, also nicht einfach irgendetwas spielen, sondern etwas spielen, das Konzentration erfordert, auf mittlerem Anspruchslevel).

Mir hat in der Zeit jemand eine CD von "Centered Learning" ausgeliehen, die ich mit einem alten Kassettenrecorrder auf eine Kassette überspielte (ist sonst sehr teuer). Darin ging es zwar um besseres Lesen, aber die Hintergrundgeräusche - ähnlich der Suggestopädie - waren so entspannend, dass ich beim Hören abends meist nach 5 min einnickte. Falls Du also mal über so eine CD stolperst, würde ich die kaufen (wenn sie günstig angeboten wird, der Originalpreis liegt meines Wissens sehr hoch, bei 50 € oder mehr) und das einfach mal ausprobieren.

Antwort
von Franziska13000, 22

Also ich liste mal 90% der Antworten die du hier bekommen wirst kurz auf:

"Stell dich deinen Ängsten", "Stell dich nicht so an", "Ganz angstfrei ist niemand", "Angst ist was ganz normales", "Mach eine Therapie", u.ä.

Mein Tipp für dich ist ein Hörbuch namens "The Tools", welches es auch auf deutsch bei Amazon gibt (Hier falls du nicht suchen möchtest: http://www.amazon.de/gp/product/3442220890/ref=as\_li\_qf\_sp\_asin\_il\_tl?ie=U...). Dieses Hörbuch beinhaltet fünf "Tools" die dein Leben absolut verbessern werden! Vor allem das erste Tool wird dir in deiner Situation extrem helfen.

Was das Tool genau macht ist deine Angst zu nehmen und sie in etwas positives zu verwandeln. Nachdem du dieses Hörbuch gehört hast wirst du automatisch eher auf deine Angst zugehen als von ihr wegzulaufen.

Wenn dir bis jetzt nichts anderes geholfen hat, empfehle ich dir unbedingt dieses Hörbuch anzuhören! Es gibt dir eine direkte Lösung für dein Problem und es braucht keine 100 Therapiestunden bis du deine Angst in den Griff bekommst.

Ich bin von diesem Hörbuch auf jeden Fall unfassbar begeistert und es hat mir bei meinen Ängsten sehr gut geholfen! 

Antwort
von Tragosso, 15

Mir geht es genauso. Es ist besser geworden über die Jahre, aber weg ist die Angst bei mir noch lange nicht. Das ist aber bei jedem Menschen unterschiedlich. Dennoch denke ich, dass solche Ängste schwieriger loszuwerden sind, wenn sie schon seit der Kindheit bestanden und sich ins Erwachsenenalter fortführen.

Kommentar von Goldsilber22 ,

wenn ich bedenke dass mir noch knapp ~40 Jahre bevor stehen. ich bin ehrlich auf das habe ich einfach keinen Bock! Ich habe immer wieder unschöne Gedanken wo ich mir denke "jetzt reiss dich endlich zusammen für keinen ist das Leben ein Zuckerschlecken" und dann verliere ich wieder die Kraft...ich könnte durchgehend heulen!

Ich habe nie so bewusst wahr genommen wie ich bin. Seit zwei Jahren hab ich das Gefühl ich dreh durch und ich sei dem Leben nicht gewachsen! Mir fällt sogar einkaufen gehen schwer!

Kommentar von Tragosso ,

Das kann ich gut nachvollziehen. Ich bin mir bei einigen Erkrankungen nicht einmal sicher, was jetzt wovon kommt. Ich habe z.B eine Angststörung, allerdings auch Depressionen und eine Soziale Phobie...Ich denke das vermischt sich teilweise und macht auch für mich den Alltag schwierig.

Wie alt bist du denn, wenn ich fragen darf?

Kommentar von Goldsilber22 ,

meine größte Angst ist die Zukunft. Job, Finanzen, Heim, Familie, Krankheit, Tod von den Liebsten. Und vorallem EINSAMKEIT!

Ich werde jetzt 27 :)

Antwort
von haufenzeugs, 26

man kann angst haben, das ist gesund und dann kann man überängstlich sein, ohne grund oder weil man wie du eine psychische störung hat. dann muss man sich behandeln lassen. bei einigen wirds besser, andere ändern sich nie. du musst für dich herausbekommen, wie du davon los kommen kannst oder wie du lernst dich auf das wesentliche zu konzentrieren.

Kommentar von SotisK1 ,

Ich denek dass eine "psychische Störung" Gründe und Wurzeln hat. Bevor man sich in Behandlung begibt und mit Medikamenten vollgestopft wird, sollte man sich im Klaren sein das Angst was normales ist man sie bekämpfen kann. indem man sich ihr stellt.

Ich halte auf jeden Fall auch daran fest, dass ein langweiliges oder unausgeglichenes Leben der Grund für so etwas sein kann.

Kommentar von Goldsilber22 ,

Also ich bin gegen Medikamente....hab ich auch meinem Therapeuten gesagt. Ich will versuchen das so zu meistern.

Antwort
von XxUsernamexX92, 18

Früher habe ich mich immer meinen Ängsten gestellt, auch wenn es mich richtig bekloppt gemacht hat. Die Ängste werden immer da sein, jedoch lernt man mit der Angst umzugehen (so sehe ich es zumindest).

Antwort
von Lauchboy95, 21

geh trainieren und werd ein berg von einem mensch

Antwort
von kenibora, 30

Ganz angstfrei, egal in welcher Situation und Gegebenheit im Leben, lebt niemand......

Kommentar von haufenzeugs ,

doch, solche leute gibt es.

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