Es ist immer wieder zu beobachten, daß manche Kraftfahrer Überhol - Vorgänge scheuen, in dem sie z.b. das Tempo drosseln und sich dann auf Landstraßen nachfolgende Verkehrsteilnehmer genötigt sehen,riskante Überhol - Manöver zu machen. Sind das besonders defensiv fahrende Verkehrsteilnehmer oder haben die ein psychologisches Problem ?
Jeder hat das Recht so zu fahren, wie er sich selbst und die Situation einschätzt. Wenn derjenige das Gefühl hat, sein Auto schafft den Überholvorgang nicht, bevor der Gegenverkehr, eine Kurve, eine Kreuzung oder unübersichtliches Gelände kommt, dann sollte er es auch nicht erst testen. Es gibt genügend tödliche Unfälle während irgendwelcher Überholmanöver.

Jeder scheint im Verkehr nach zusätzlichen gesetzlichen Regelungen und permanenten Überwachungen mit Bestrafungen zu schreien; ich halte das bei gesundem Menschenverstand für unnötig, zumal es für den vorliegenden Fall gesetzliche Regelungen gibt. Für Langsam-Fahrer, die Angst vor Überholvorgängen haben, gilt (das ist aber schon Fahrschul-Wissen): Wenn sich hinter einem Fahrzeug eine Schlange gebildet hat und es somit durh seine Fahrweise behindert, muss der Fahrer an geeigneter Stelle anhalten und den Verkehr vorbeilassen. Und dies gilt nicht nur für Traktoren oder langsame LKWs (wenn Bestrafung denn sein muss: Dafür gibts auch eine Bußgeld-Regelung). Das ist doch relativ eindeutig.

Das kann man doch so pauschal nicht beantworten. Es gibt wahrscheinlich unter den Rasern mehr mit psychologischen Problemen, als unter den defensiv fahrenden.
Es tummeln sich auf unseren Straßen so unterschiedliche Charaktere, daß man sich wundern muß, daß nicht mehr passiert.
Also ich bin auch vorsichtiger geworden, seit mal ein LKW neben mir zwei seiner Räder verlor, als ich ihn überholte. Das ist aber wahrscheinlich eher ein psychologisches Problem :-)

Bin ganz der Meinung von Salems. Nicht jeder hat einen Rennwagen mit 200 PS unter der Motorhaube. Wenn ich nicht sicher bin, ob ich gefahrlos vorbeikomme, dann überhole ich auch nicht, auch wenn ich´s noch so eilig habe. Wenn nachfolgende Verkehrsteilnehmer sich dann genötigt sehen, riskante Überholmanöver zu machen, dann sind das Idioten.
Ich bin des öfteren mal auf dem Autobahnzubringer zwischen Backnang und der A81 unterwegs und kann hier immer wieder riskante Überholmanöver beobachten, da auch viele Lastwagen unterwegs sind. Wenn man dann in einer Kolonne hinter so einem Lastwagen herfährt, dann gibt es Deppen, die einfach vier, fünf Vordermänner überholen, ohne denen die Gelegenheit zu geben, den Lastwagen zu überholen. Kommt dann frühzeitig Gegenverkehr, wird einfach wieder in die Kolonne reingedrückt. Die haben ein psychologisches Problem. Wundert mich immer wieder, dass da nicht mehr passiert.
Nein, Salems. Dies Recht hat er nur, solange er niemand anders durch seine Fahrweise, behindert oder gefährdet. Deshalb muss er ja auch an geeigneter Stelle, folgende Fahrzeuge vorbeilassen bzw. ihnen das Überholen nicht erschweren (ermöglichen).
Behindern tut in diesem Fall ja derjenige, der ganz vorne fährt und nur in egoistischen Ausnahmefällen derjenige, der nicht überholt. Aber es gibt auch genügend Strecken, auf denen das Überholen nicht lohnt, weil 500 m vor dem eigentlichen Hindernis das nächste Kolonnenende wartet. Warum soll ich dann das Hindernis überholen? Zum Überholen bin ich schließlich nicht verpflichtet. Und du kannst mir nicht weismachen, dass ich als zweiter in einer Kolonne zum ausscheren verpflichtet bin, die ganze Kolonne durchlasse und mich dann hinten wieder anstelle... Auf einer Bundesstraße bei unübersichtlichem Gelände mit 70 km/h hinter einem LKW zu bleiben, statt ihn zu überholen, ist meiner Meinung nach keine Behinderung. "Nein, Salems." trifft es also nicht ganz...