Angst vor Strafe, wenn ich besser als andere lebe - kennt ihr das auch und was würdet ihr tun?

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19 Antworten

Diese Frage ist fast philosophisch. Sie begründet sich unter anderem wahrscheinlich in dem unbewussten Wissen, dass das Pendel des Lebens immer mal nach links und dann wieder nach rechts ausschlägt. Sprich bei jedem Menschen geht es mal hinauf und mal hinunter. Es gibt auch Bücher in denen darüber philosophiert wird. Das heißt, wenn es uns sehr gut geht, wird es uns auch irgendwann einmal wieder schlechter gehen.

Es gibt immer noch reichere Menschen als man es selbst ist, Menschen die sich sehr vieles oder sogar alles leisten können. Das heißt aber nicht, dass diese auf Dauer glücklich oder gesund sind. Oft ist sogar das Gegenteil der Fall. Andererseits gibt es unzählige Menschen die fast gar nichts haben.

Ich denke, wenn man bewusst lebt, und dankbar ist, für das, was man hat, dann ist das schon ein guter Ansatz. Dankbarkeit zu empfinden und sich darüber bewusst zu sein, wie gut es einem geht, verglichen mit vielen, vielen anderen auf dieser Welt.  Und du fühlst dich besser, wenn du andere an dieser Dankbarkeit teilhaben lässt, z.B. wenn du für Erdbebenopfer spendest oder anderen Menschen hilfst, sei es nur mit Kleinigkeiten, das muss nicht Geld sein. Ein Lächeln, ein nettes Wort, eine Geste für einen Mitmenschen, den du damit glücklich machst.

Man muss sich immer wieder bewusst machen in unserer konsumorientierten Welt, dass umso mehr wir kaufen, deshalb nicht glücklicher werden. Andererseits sollte man es auch nicht total negativ sehen, und braucht keine Schuldgefühle haben, wenn man danach strebt, eine bessere Wohnsituation zu erlangen, oder sich mal eine neue Jacke kauft. Ich glaube die Ausgewogenheit macht es aus, und dass man sich dessen bewusst ist.

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Kommentar von Mefista
22.09.2016, 13:56

Diese Frage ist fast philosophisch. Sie begründet sich unter anderem wahrscheinlich in dem unbewussten Wissen, dass das Pendel des Lebens immer mal nach links und dann wieder nach rechts ausschlägt. 

Ja, da ist sicherlich was dran!
Danke für diesen Hinweis und auch für den Rest.

Und ergeht es mir dann endlich mal gut, und habe ich dann endlich meine Wünsche mal erfüllt, so kann es nur noch gegensätzlich kommen. Genau. Und davor habe ich schätzungsweise Angst.
Bah.
Angst vor Mangel und Einschränkung dann vielleicht. Und das sehe ich womöglich als Strafe an.

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Ich sehe das so:

Luxus an sich ist nichts schlechtes - ich selbst esse beispielsweise auch gerne mein Lieblingsessen und mag es meinen Lieblingstee zu trinken.

Problematisch wird Luxus aus meiner Sicht in zwei Punkten, die wir aber durch unsere Geisteshaltung und unser Handeln selbst beeinflussen können.

Wenn du deine Zufriedenheit, dein inneres Gleichgewicht und das Gefühl von Sicherheit von diesen Dingen abhängig machst, wirst du irgendwann leiden.

Sei es, dass das Haus abbrennt, dein Lieblingspferd stirbt, oder der geplante Urlaub platzt - wenn du dein Glück davon abhängig gemacht hast, leidest du.

Es spricht also in diesem Punkt nichts dagegen, dass du im Luxus lebst, so lange du dein Wohlbefinden nicht davon abhängig machst.

Die Lösung für diesen Punkt liegt also darin, eine Geisteshaltung zu entwickeln, die Ausgeglichenheit nicht an Äußerlichkeiten fest macht.

Der zweite Punkt betrifft die Grundlagen deines Wohlstands, die Basis, auf der deine Möglichkeiten zu Konsum und Wohlstand beruhen.

Denn, wenn wir ehrlich sind, dann ist klar, dass unser Wohlstand und angenehmer Lebensstil letztlich immer auf dem Leiden anderer Wesen beruht.

Für unseren Appetit auf Bananen wird Flugfracht um die halbe Welt geflogen, dabei Ressourcen verbraucht und das Klima geschädigt.

Für unser Bedürfnis nach günstiger Kleidung werden Sklavenarbeiter unter Drogen gesetzt, damit sie mehr Leistung bringen können.

Deswegen jetzt ein chronisch schlechtes Gewissen zu entwickeln und jedem Konsum zu entsagen, ist aus meiner Sicht aber dennoch überflüssig.

Denn die Zusammenhänge sind komplexer als wir denken und daher ist mit reiner Selbstkasteiung niemandem ernsthaft geholfen.

Die klimaschädlich eingeflogenen Bananen sind möglicherweise Produkte, für die der Bauer fair bezahlt wird. Kaufen wir keine Bananen, leidet der Bauer.

Verzichten wir auf billige Kleidung, haben die Sklavenarbeiter überhaupt kein Einkommen und müssen kriminell werden, um ihre Familie zu ernähren.

Die Lösung für diesen Punkt liegt also darin, ein bewusstes Konsumverhalten zu entwickeln, statt sich blind verleiten zu lassen.

Wie du siehst, beruht die Lösung in beiden Punkten nicht auf Selbstvorwürfen und Kasteiung, sondern darin, seine Haltung zum bisherigen Verhalten zu verändern.

Woher kommt aber diese seelische Belastung durch das Vorhandensein von Luxus, wäre eine nachvollziehbare Frage.

Dieses "schlechte Gewissen" ist vermutlich das Ergebnis einer religiös geprägten Erziehung, die leider zum falschen Ergebnis führte.

Anstatt ein Gefühl von  Dankbarkeit für die vielen Segnungen der Zivilisation zu fördern, wie es vermutlich beabsichtigt war, hast du nun Schuldkomplexe.

Ich denke, für einen religiösen Menschen ist es völlig ausreichend, eine dankbare Haltung zu entwickeln und auf maßlosen Konsum zu verzichten.

Ich persönlich glaube zB nicht an einen allmächtigen Gott, mache mir aber vor jeder Mahlzeit bewusst, wie viel Zeit und Energie nötig war, um diese einzelne Scheibe Brot auf meinen Teller zu bringen.

Eine Pflanze die sich zB durch Photosynthese und Nährstoffe aus dem Boden ernährt. Ein Landwirt der sie anbaut und erntet. Ein Bäcker, der das Brot backt und dazwischen viele industrielle Arbeiter und Lieferdienste.

All diesen Wesen kann ich letztlich dankbar für ihr Opfer und ihre Anstrengungen sein.

Das hat nichts mit schlechtem Gewissen zu tun, sondern damit, Dankbarkeit zu entwickeln und unseren Luxus nicht für selbstverständlich zu halten.

Eine gänzlich gerechte Welt werden wir nie schaffen können - aber auch ein schlechtes Gewissen verändert nichts zum besseren.

Wenn du eine Art persönlichen Glaubenssatz wünscht:

"Ich handele bewusst, bin achtsam, maßvoll und dankbar"

So, und jetzt stelle die Schuldkomplexe vor die Tür - sie sind überflüssig.

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Kommentar von Mefista
22.09.2016, 14:15

Wenn du deine Zufriedenheit, dein inneres Gleichgewicht und das Gefühl von Sicherheit von diesen Dingen abhängig machst, wirst du irgendwann leiden.

Das trifft definitiv für mich zu.
Wo du es so schreibst, weiß ich es auch gleich.

Ich leide darunter, weil ich mir viele Wünsche bisher nicht erfüllen konnte, weil ich vieles entbehren musste, und weil es so anders war, als ich es wollte, störte es mein Wohlbefinden.

Andererseits aber habe ich Angst davor, sobald es mir gut geht, dass es mir, weil das Leben nunmal Rhythmus ist, ein ständiges Stirb- und Werde, dann auch als nächstes wieder schlechter gehen muss. Weil sich immer im Leben alles wieder ändert. Für was dann Wünsche erfüllen, wenn ich eh dann wieder ohne auch auskommen muss, weil es das Leben so will. Manja1707 schrieb oben darüber. Weiter habe ich diese Einschränkungen, diesen Mangel als sehr schmerzhaft in Erinnerung, will ihn vermeiden, und kann mir aufgrunddessen Wünsche weder erfüllen noch erlauben. Das wurde mir jetzt hier mit diesen Antworten bewusst.
Was sagst du dazu noch?

Denn die Zusammenhänge sind komplexer als wir denken und daher ist mit reiner Selbstkasteiung niemandem ernsthaft geholfen.

Da stimme ich dir auch zu und ehrlich gesagt finde ich sogar, dass Betroffene auch etwas daraus lernen sollten.

Irgendwas in mir reagiert (auch schon mal unbewusst für mich) auf Unmenschlichkeit, was ja gut so ist. Bei mir ist das wohl gestört und übermäßig.

Die Lösung für diesen Punkt liegt also darin, ein bewusstes Konsumverhalten zu entwickeln, statt sich blind verleiten zu lassen.

Ich finde, dass ich dies habe!

Eine gänzlich gerechte Welt werden wir nie schaffen können - aber auch ein schlechtes Gewissen verändert nichts zum besseren.

Da hast du so recht damit!

"Ich handele bewusst, bin achtsam, maßvoll und dankbar"

Vielen Dank dafür! Ich werde es gerne damit versuchen!

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Einerseits möchtest du dir (bescheidene) Wünsche erfüllen, andererseits hast du Schuldgefühle, wenn du dir mehr gönnst, weil dies nicht jedem Menschen auf der Welt möglich ist.

Schuldgefühle sind immer Konzepte in unserem Kopf. Konzepte entstehen aus früheren Erfahrungen und aus Meinungen, die wir ungeprüft übernommen haben. Im Laufe des Lebens sollte man immer mehr in die Lage kommen, für diese Konzepte Verantwortung zu übernehmen. Das heißt, dass das Konzept dann mit unserem tatsächlichen Lebensstil und unseren persönlichen Überzeugungen übereinstimmt.

Um dein Konzept zu prüfen und zu verändern, kannst du dir zum Beispiel folgende Fragen stellen:

- Wie habe ich zu Hause bei meinen Eltern den Umgang mit Geld erlebt? Waren sie eher sparsam oder sogar geizig, oder waren sie großzügig oder gar verschwenderisch? Hatten sie existentielle Ängste und haben deshalb viel "für später" zur Seite gelegt? Oder hatten sie soziale Ängste und haben deshalb mehr ausgegeben als sie eigentlich wollten, nur um mithalten zu können? Wurde auch armen Menschen etwas abgegeben oder Spenden an caritative Organisationen gemacht? In welcher Haltung geschah das: eher aus Mitleid mit den betreffenden Menschen oder um selber ein besseres Gewissen zu haben?

- Wie sah es mit dem Taschengeld aus, das mir die Eltern gaben? War es eher viel oder eher wenig im Vergleich zu meinen Mitschülern und Freunden? Wozu haben die Eltern mir dies Geld gegeben? Haben sie mir das, was sie mir schenkten, gegönnt - oder haben sie gleichzeitig Schuldgefühle mitgegeben, dass das ja so viel Geld sei? Wollten die Eltern, dass ich ihnen eigentlich mehr Dankbarkeit zeigte? Beneideten meine Eltern mich, dass ich es besser habe als sie es haben konnten?

- Wann habe ich mein erstes selbstverdientes Geld gehabt? Wie bin ich damit umgegangen?

- Welche Einstellung hatte ich zu Geld im allgemeinen und hat sich das im Laufe der Zeit verändert? Arbeite ich nur für Geld oder bin ich auch bereit, ohne Geld mich zu engagieren? Nehme ich von anderen etwas nur dann an, wenn ich selber dafür Geld bezahle, oder kann ich mir auch was schenken lassen?

- Wenn ich mich mal in Ruhe hinsetze und überlege, wie ich mir das Ideal vorstelle, dass jemand sein verfügbares Geld einteilt:

Wieviel (Prozent oder Euro) geht schon mal weg, ohne es selber bestimmen zu können? Wieviel wäre für die notwendigen Lebenshaltungskosten sinnvoll? Wieviel bleibt dann noch, um es auf die Familienmitglieder aufzuteilen, und um was zu sparen, und für Notfälle, und für gute Zwecke bzw. ärmere Menschen?

- Wenn ich mir so eine ideale Aufteilung überlegt habe: Mache ich dann einen Unterschied, ob es um eine andere Person geht oder um mich selber?  Wem gönne ich mehr für sich selbst: einem anderen (wenn er genauso viel verdient wie ich) oder mir selber? 

- Habe ich ganz allgemein das Konzept, dass es für gute Leistungen und für Wohlverhalten Lohn gibt? Und dass auf weniger Leistung oder falsches Verhalten Strafe oder sogar Ablehnung meiner Person folgen werden? Wenn ich davon überzeugt bin, habe ich bisher die Erfahrung gemacht, dass ich nur dann wertvoll bin, wenn ich tue, was man von mir erwartet? Und habe ich erfahren, dass ich nicht mehr geliebt werde, wenn ich es den Eltern nicht recht gemacht habe? Haben mich meine Eltern nur unter Bedingungen geliebt, nämlich dann, wenn ich so brav und folgsam war, wie sie mich haben wollten?

Diese Fragen als Anregung, deine Überzeugungen so zu gestalten, dass du persönlich dafür einstehen kannst.

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Kommentar von Mefista
22.09.2016, 15:53

Vielen herzlichen Dank!

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ich persoenlich halte es so:

wenn ich mir was leisten kann, das ich wirklich moechte, dann leiste ich es mir.

luxus um des luxus willen, lehne ich ab (bei mir und bei anderen). 

sich von zeit zu zeit darauf zu besinnen, wie gut es einem selbst geht im vergleich zu anderen, ist gesund und wichtig (und wird zu wenig praktiziert). das heisst aber nicht, dass man zwingend alles, was ueber das hinausgeht, was man zum leben braucht, mit schuldgefuehlen betrachten muss.

es gibt keine gerechtigkeit in der welt. jeder kann einen kleinen beitrag leisten, aber komplette umverteilung allen besitzes, damit alle gleichviel haben (unter der praemisse, das sei ueberhaupt logistisch machbar), wird nie funktionieren. globaler oder auch regionaler kommunismus ist schon vielfach gescheitert.

daher wuerde ich dir empfehlen, dir konkrete wuensche mit gutem gewissen zu erfuellen, dabei aber nicht vollstaendig die demut zu verlieren und ruecksicht und unterstuetzung gegenueber anderen zu ueben, sowie bewusst zu vermeiden, dich ueber kleinigkeiten und "first world problems" zu beschweren.

das ist auch etwas, dass du bei der erziehung deiner kinder beachten solltest. sie muessen nicht zucker in den ar** geblasen bekommen, aber muessen auch nicht als erziehungsmassnahme "kurz gehalten" werden, wenn ihr euch ein bisschen was leisten koennt.

sie sollten es nur zu schaetzen lernen, dass sie in relativem wohlstand leben und sich dessen bewusst sein.

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Kommentar von Mefista
22.09.2016, 12:07

es gibt keine gerechtigkeit in der welt. jeder kann einen kleinen
beitrag leisten, aber komplette umverteilung allen besitzes, damit alle gleichviel haben (unter der praemisse, das sei ueberhaupt logistisch machbar), wird nie funktionieren. globaler oder auch regionaler kommunismus ist schon vielfach gescheitert.

Eigentlich glaube ich das ja auch.
Und alle Menschen haben so ihre Probleme und Herausforderungen, die sie meistern sollen, ob nun arm, mittel oder reich.

luxus um des luxus willen, lehne ich ab (bei mir und bei anderen). 

Sehe ich auch so.

Danke dir!

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Das was du schreibst, kann ich total gut nachvollziehen. Hätte von mir sein können. :) So ein diffuses Gefühl - "Warte mal ab, da kommt noch was ganz übles!" Ein "Ich habe ich alles, andere haben nicht mal genug zu essen - Gefühl" - so als stände mir das eigentlich gar nicht zu.

Rational betrachtet natürlich völliger Humbug.

Bin übrigens auch röm.-kath. Ob das so eingeimpftes religiöses Zeug ist?
War so mein Gedanke.

Bei uns ging es im Grunde immer viel um Schuld und "andere verhungern und du ißt nicht mal deinen Teller leer". Auch ums dankbar sein müssen.

Beantworten kann ich Deine Frage leider auch nicht. Aber das ist so das, was mir dazu einfällt.

Alles Gute!

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Kommentar von Mefista
22.09.2016, 12:45

Bin übrigens auch röm.-kath. Ob das so eingeimpftes religiöses Zeug ist? 

Könnte gut möglich sein! War auch schon mein Gedanke!

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Ich verstehe,was Du meinst,das sind die Auswirkungen religiöser (V)Erziehung. Ich habe einige Frauen kennengelernt,die beruflich erfolgreich waren,tolle Persönlichkeiten,aber sie mißtrauten sich und ihrem Erfolg-indoktriniert durch dieses "Frau bringt die Sünde in die Welt" usw. Das ist Selbstzerstörerisch. Es ist falsch,sich zu erhöhen,es ist heute oft üblich oder teilweise sogar anerkannt,über andere hinweg zu Bulldozern,weil das Ego so gepriesen wird-aber Du darfst als Mensch deine Wünsche haben,versuchen,sie zu erreichen,Erfolg haben,auch Scheitern. Ich bin nicht mal getauft,nicht religiös,hab mich mit den Selbstbetrachtungen von Marc Aurel beschäftigt,mein Wahlspruch ist von einem Amerikanischen Philosophen,"Ich bin lieber ein unglücklicher Mensch als ein glückliches Schwein."
Aber Du hast jedes Recht der Welt auf Glück,solange Du es nicht auf Kosten anderer verwirklichen willst. Deine Zweifel sind ein eingepflanzter Splitter,um Dich auf ein bestimmtes Verhalten einzuschwören. Das ist gemein und falsch.
Lebe Dein Leben,das eine,das uns gegönnt wird,mach Dich und die Menschen um Dich glücklich. :)

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Kommentar von Mefista
22.09.2016, 12:10

Ich verstehe,was Du meinst,das sind die Auswirkungen religiöser (V)Erziehung. 

Daran dachte ich auch schon.
Das da noch irgendeine uralte Sache in mir sitzt. Und Religion hatte schon schon heftigen Einfluß.

Deine Zweifel sind ein eingepflanzter Splitter,um Dich auf ein bestimmtes Verhalten einzuschwören.

Ja, das ist ja auch ne ältere Vorgehensweise, die auch heute noch gerne praktiziert wird. Von der Politik doch auch - oder?

Danke dir!

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Kommentar von RheumaBaer
22.09.2016, 13:15

Gerne! Das ist so gemein,Menschen auf diese Art gefügig zu machen! Überlege mal,das kann doch keine Religion,kein göttlicher Wille sein. Alles,was Vorteile schafft,Privilegien,Mißgunst,das sind Menschen,oh ja. Göttlich wäre doch ein Großmut,Vergebung,die wir uns nicht oder nur schwer vorstellen können,außerhalb unseres kleinen Hirns. Ich finde den Gedanken an eine Religion gut-wenn Du siehst,was Menschen für wundervolle Kirchen,Fenster,Kathedralen,Bildern,Musik ersannen,um sich etwas vorzustellen,das schöner ist als unsere irdische Existenz. Klingt wunderbar! Und dann kommen die cleveren,gierigen,Rücksichtslosen und nutzen es für sich aus. So sind wir. Doch Du kannst Dir eine Religion bewahren,ohne Schuldgefühle,mit dem Willen,andere Menschen glücklich zu machen,selbst Glück zu erfahren. Wenn das kein gottgefälliges Leben sein soll-wer hat das Recht,Dir etwas vorzuschreiben?

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Ich schätze mal, dass du Angst vor einer göttlichen und keine weltlichen Strafe hast. In meinem bisherigen Leben habe ich mich viel mit Religionen und dem Glauben an sich beschäftigt. Deshalb maße ich mir an, dir einen Rat geben zu können.

Seit jeher gibt es Menschen die weniger haben und Menschen die mehr haben. Es liegt in der Natur des Menschen Bedürfnisse zu haben und diese zu befriedigen und wenn diese befriedigt sind, neue zu entwickeln. Wenn es einen Gott gibt, dann hat er uns genauso geschaffen. In der Bibel heißt es schon, dass er uns nach seinem Abbild geschaffen hat. Das heißt, dass die grundsätzliche Eigenschaft Bedürfnisse zu haben, nicht schlecht sein kann. Es ist aber bei allem wichtig, dass du nicht geizig oder gierig bist, dass du dein Leben ehrlich lebst und Nächstenliebe ausübst. Wenn dir bewusst ist, dass es anderen Menschen schlechter geht, ist das schonmal ein guter Schritt. Darüberhinaus kannst du ja auch aktiv etwas dagegen tun, dass es anderen so schlecht geht. Zum Beispiel ein Ehrenamt ausüben, einen Teil deines Einkommens spenden, in der Suppenküche aushelfen oder einfach alte Kleidung spenden. Solange du nicht herablassend wirst und bescheiden bleibst, wird dich dein Gott nicht bestrafen. Denn nach seiner Lehre bist du sein Kind und kein guter Vater würde sein Kind dafür bestrafen, weil es Bedürfnisse hat, die über die Grundbedürfnisse hinaus gehen. Du kannst ein wundervoller und guter Mensch sein und dir trotzdem Wünsche erfüllen.

Ich hoffe, dass mein Kommentar für dich einen Sinn ergibt und du darüber nachdenken kannst. Außerdem hoffe ich, dass sich deine Wünsche erfüllen.

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Kommentar von Mefista
22.09.2016, 12:02

Ich schätze mal, dass du Angst vor einer göttlichen und keine weltlichen Strafe hast.

Ja, scheint mir auch so, denn ich wüsste jetzt keinen, der mich hier bestrafen würde.
Außer vor Einbruch und Neid hätte ich noch Angst dann, wenn ich ein normales Haus hätte.

Immer denke ich mir dann, das kommt so tief in mir hoch, dass ich das noch fühlen werde, wenn ich mir meine Bedürfnisse und Wünsche erfülle, dass ich dafür noch zahlen werde .....

Das heißt, dass die grundsätzliche Eigenschaft Bedürfnisse zu haben, nicht schlecht sein kann. 

Das glaube ich auch.
Mein Bedürfnis jetzt ist es ja auch, ein Dach über dem Kopf zu haben und das kann doch wohl nicht schlecht sein.

Zum Beispiel ein Ehrenamt ausüben, einen Teil deines Einkommens spenden

Dazu habe ich keine Möglichkeiten (Zeit- und Geldmangel), aber Kleiderspende mach ich schon.

Danke dir!  :-)

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Warum sollte die Erfüllung deiner Wünsche bestraft werden? Solange du dir deine Wünsche nicht durch Lügen und Betrügen erfüllst, sondern durch ehrliche Arbeit erwirtschaftest sehe ich da kein Problem. Nur weil andere es nicht so gut haben musst du deine Ansprüche nicht runterschrauben, jeder hat so seine Ziele im Leben und wenn dies deine sind dann arbeite dafür das du diese Ziele erreichen kannst, daran ist nichts verwerflich.

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Ich hätte so gerne angstfreie Erlaubnis für meine Wünsche. Wer hat dir denn diese Angst eingebläut? Die katholische Kirche etwa? Dann tritt aus, du brauchst keinen frauenfeindlichen Glauben. Glaube besser an dich und arbeite auf die Verwirklichung deiner Träume hin. Das ist nichts Schlechtes und niemand muss sich dafür schämen, noch rechtfertigen noch Angst vor eventuellen Strafen haben. 

Wenn du nichts Unrechtmäßiges tust, wird dich hier auf Erden auch keine Strafe ereilen. Was danach ist, steht in den Sternen und niemand weiß etwas darüber. Lebe dein Leben nach deinen Vorstellungen und gut ist.

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Es gibt keinen Grund vor sowas Angst zu haben .... Wieso sollte es bestraft werden ?

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Augustinus, einer der großen Kirchenväter der katholischen Kirche, schreibt: "Liebe und tu, was du willst."

Es ist nicht wesentlich, was du hast, sondern was du bist und tust.

Bemühe dich, in Liebe zu leben, den Menschen liebevoll und hilfsbereit so zu begegnen, wie du selbst es für dich auch möchtest. Daraus ergibt sich dann alles andere.

Du darfst alles haben, dich auch an den schönen Dingen freuen. Doch all die äußerlichen Dinge sollten dein Herz, deine Liebe nicht verdunkeln.

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du bist zufrieden, sei dankbar dafür, dann ist alles gut.
wenn du magst, könntest du ehrenamtlich anderen Menschen helfen... ihnen Freude bereiten...

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Wenn man das weltweit betrachtet geht es dir in Deutschland unter dem Aspekt das du die hier geltenden Grundbedürfnisse stillst schon tausendmal besser als anderen auf der Welt. Alleine eine Toilette, fließend Wasser und überhaupt die Möglichkeit Lebensmittel zu kaufen ist in einigen Teilen der Welt unmöglich. Das sollte dir aber nicht zum Verhängnis werden, selbst wenn du irgendwann goldene Wasserhähne anschrauben lässt ist das vollkommen in Ordnung, solange du dafür was geleistet hast und nicht pralerisch damit durch die Gegend stolzierst wie viel besser du bist.

Reiche Menschen lassen auch nur mit Wasser kochen.

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Dir deine Wünsche zu erfüllen ist grundsätzlich nichts negatives. Solange du dabei niemand anderem schadest oder negative Dinge tust, spricht nichts dagegen. Außerdem kannst du ja sowohl dazu beitragen, dass es anderen besser geht (wie z.B. Ehrenamt) und parallel auch an deinen Wünschen arbeiten. 

Du kannst nichts dafür, dass du in eine relativ gute Situation hineingeboren wurdest, genauso wenig, wie diejenigen, die schlechtere Ausgangsbedingungen hatten, etwas dafür können. Also warum solltest du dafür bestraft werden, wenn du das beste aus deinen Voraussetzungen machst. 

Außerdem würde es jemandem in einer schlechteren Lage auch nicht besser gehen, nur weil du auf etwas verzichtest. Ganz im Gegenteil, genau weil es dir gut geht, solltest du das auch nutzen und genießen. 

Außerdem sind viele deiner Wünsche ja auch gut für andere, zum Beispiel wenn du gut für deine Kinder sorgst. 

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Wieso musst du dich befreien? Du kannst froh sein, das du in der Lage bist deine Grundbedürfnisse ohne weiteres zu erfüllen, das können viele Menschen nicht von sich behaupten. Wenn der Mensch dann auch in der Lage ist sich Wünsche und Träume zu erfüllen, dann führt er ein glückliches sonniges Leben.

Ich habe auch einen gewissen Glauben an das Schicksal, denke aber, dass wir sehr vieles sehr wohl selbst in der Hand haben.  Schuldgefühle können unangemessen sein. Das schlechte Gewissen ist dabei oft kein guter Ratgeber. Denn man kann sich schuldig fühlen, ohne eine wirkliche  Schuld auf sich geladen haben.

Schuldgefühle sind immer ein intensiver hochemotionaler Prozess. Mit rationaler Einsicht oder Appellen an die Vernunft ist da nichts auszurichten.

Aber ich denke, allein das Aufdecken des möglichen Zusammenhangs zwischen Schuldgefühl und dem Glauben, etwas ausgleichen, bezahlen oder wiedergutmachen zu müssen, kann befreiend wirken.

Mache dir klar ......„Ich darf glücklich sein.“ „Ich muss nichts wiedergutmachen. „Mir darf es besser gehen als ANDEREN.“

Deine inneren Reaktionen können heftig sein. aber dann vielleicht findest du deinen inneren Frieden und kannst angstfrei Träume und Wünsche verwirklichen........denn „Jeder sei seines Glückes Schmied!"...........Das kannst du wörtlich nehmen! Finde das Glück in dir! Du bist verantwortlich für dein Glück, egal was auch passiert, es ist dein Leben.

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Also wenn du römisch-katholisch bist, dann bist du ja schon mit Schuld und Schuldgefühlen geschlagen.  und vielleicht sieht ein Teil in dir ja wirklich das Elend dieser Welt, und du gestehst dir dieses mehr an Dingen einfach nicht zu.

Auf der anderen Seite natürlich, könntest du dich fragen, warum du dieses mehr an Dingen einfach brauchst und wofür? manchmal ist es ein Ersatz dafür, Um den Schmerz des Menschseins zu übertünchen, Wie mal einer gesagt hat.

Also ich glaube du kannst alles genießen das du hast, denn du schadest niemanden damit.

Aber vielleicht macht sich ein anderes Gefühl in dir noch breit: nämlich das wissen, dass egal wie viel du hast, du letztendlich doch nirgendwo ankommen wirst,  und dir alles wieder genommen werden kann. und die Frage drängt sich auf: was ist eigentlich wirklich wichtig in diesem Leben?

Ein buddhistischer Meister sagte einmal: Es gibt nichts was es wert wäre, zu sein, zu haben, Oder zu werden.

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Anscheinend wirst Du ja gerade bestraft,weil Du nicht zufrieden bist.

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Häh???  Wer hindert dich daran, dir deine Wünsche zu erfüllen?  Solange du dir etwas erarbeitest, geht das niemanden etwas an und selbst du dir mit nem 100 Euroschein ne Zigaretten anmachen würdest.

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Kommentar von howelljenkins
22.09.2016, 12:12

 und selbst du dir mit nem 100 Euroschein ne Zigaretten anmachen würdest

da ist meiner ansicht nach der punkt erreicht, an dem man gewissensbisse bekommen sollte.

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Es gibt keine Strafe, solange Du Steuern zahlst.

Ansonsten höchstens Neid und Mißgunst.

Zur Gewissensberuhigung sei ein Ehrenamt empfohlen.

Ach so ja: ... und solange der Wohlstang legal erworben wurde ...


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Kommentar von Plotz
23.09.2016, 23:04

... Tippfehler, soll Wohlstand heissen ...

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