Frage von carlosgirl, 78

Angst vor Pferd wegen älterem Vorfall?

Hallo zusammen, Anfang letzten April haben wir ein zweites Pferd namens blacky gekauft. Er ist 12 Jahre alt und kommt ursprünglich aus Tessin als er auf unserem Hof ankam war er sehr schüchtern man kann schon fast sagen gebrochen, nicht bereit Vertrauen oder Freundschaft aufzubauen. Mit Bodenarbeit haben wir erstes Vertrauen aufgebaut. Die ersten Wochen verliefen problemlos sowohl von den Auritten wie auch von der Hallenarbeit. Doch nach einer gewissen Zeit hat er bei Ausritten immer mehr anstalten gemacht zurück zum Hof zuwollen an einigen Stellen stärker wie an anderen.

Aufjedenfall hat er an enormer Kraft gewonnen ( wahrscheinlich von zuviel zufütterung unser seits) mit der Zeit jedoch haben sich so viele Vorfälle ereignet dass ich bei jeder anstalt die er macht befürchte er würde im nächsten moment davon rennen und ich die könnte die kontrolle über ihn verliere.

Was soll ich gegen die Angst tun? Und wie soll ich im das abgewöhnen?

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Antwort
von WesternCalimero, 31

Hallo Carlosgirl,

als erstes solltest Du das Kraftfutter komplett weglassen und nur nach getaner Arbeit etwas zu füttern. Man sagt nicht umsonst "vom Hafer gestochen". Die Pferde drehen dann leichter amRad und sehen in jedem unbekannten Baumstumpf den Tiger.....

Das es immer stärker wird, liegt an der Eingewöhnung und daran, welches Verhältnis Du zu ihm aufbauen konntest. Der Hof ist nun sein neues Zuhause, in dem er sich sicher fühlt. Jetzt liegt es an Dir , ihm die Sicherheit in allen Situationen zu geben.

Beginnen solltest Du mit dem heranführen an "gruselige" Dinge. Dazu suchst Du dir bewusst Dinge aus, die das Pferd als "unbekannt" einstuft (Diese Dinge solltest Du bereits bemerkt haben). Wenn Du das Pferd führst, gehe bewusst auf diese Dinge zu. Zieh das Pferd niemals hinterher, sondern warte ab, wenn das Pferd nicht weiter will. Du solltest dem Unbekannten immer näher treten als das Pferd. Damit zeigst Du ihm, das Ding ist nicht gefährlich, denn es frisst mich ja nicht.

Hier ist Geduld gefragt - viel Geduld - .

Das Pferd wird irgendwann beginnen sich dafür zu interessieren (Pferde sind hochgradig neugierig). Dann bleibe bei dem unbekannten Gegenstand, berühre ihn und laß das Pferd diesen Gegenstand erkunden. Je nach Angespanntheit des Pferdes darfst Du es dabei ev. nicht streicheln, da es durch die Anspannung eigentlich bereits im Fluchtmodus ist und sich der Stress dann schlagartig entladen könnte. Es ist besser das Pferd durch die Stimme zu beruhigen.

Das ist nur das Prinzip, den gesamten Prozess zu beschreiben wäre hier zu lang.

LG Calimero

Expertenantwort
von NanaHu, Community-Experte für Pferde & reiten, 20

Ich bin mir sicher dass das Problem in Zusammenarbeit mit einem guten Trainer schnell Geschichte ist.

Probiere da bitte nicht alleine dran rum, sowas kann schnell gefährlich werden.

Dass das Pferd sich so ängstlich Verhält hat sicher einen ernsten Hintergrund und einen bestimmten Auslöser. Ein guter Trainer kann das Problem vor Ort einschätzen und mit dir einen sinnvollen Lösungsweg erarbeiten.

Expertenantwort
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde & reiten, 12

hi,

ich schätze, das pferdchen war recht günstig.

irgendwann entdeckt man immer die macken, warum ein pferd so günstig ist.

wurde er im tessin GEZüCHTET? oder war er da nur lange?

es gibt nämlich leider gegenden in norditalien, da leben die pferde eigentlich komplett ganzjährig draussen und fast ohne menschenkontakt - und die jungpferde werden etwa 2 1/2 jährig eingesammelt, im schnellverfahren eingeritten und dann verscherbelt (oft genug über die grüne grenze, da man in der schweiz mehr geld für ein pferd bekommt).

das, was dein pferd tut, sowie sein eher abweisendes verhalten, klingen, als wenn das tier beim anreiten "gebrochen" wurde.

da helfen nur geduld und konsequenz. ihr könnt im laufe der zeit eine gute zweckgemeinschaft werden, aber ich fürchte, es wird immer ein rest im innern des pferdes bleiben, an den du nicht herankommst.

ich empfehle zum weiteren vertrauensaufbau mit t-touch zu arbeiten und solange das pferd nicht hundert pro unter kontrolle ist, nicht mehr ins gelände zu gehen.

Antwort
von LadyLawKakashi, 25

Hey,

Wir hatten den ähnlichen Fall am Reitstall. Dieses Pferd hatte eine Augenentzündung und dur den Verlust der Sehstärke Angst vor allem. Sonst würde ich dir empfehlen viel Boden und Vertrauensaufbauende Lektionen zu machen :)

Antwort
von Blckstr, 29

Ich hatte auch ein ähnliches Problem. Als meine damalige RB zu uns in den Stall kam war er 7 Jahre alt, hatte durch ständige Boxenhaltung kaum Muskeln und er hatte nie viel Kontakt zu anderen Pferden. Am Anfang stand er dann erstmals alleine auf der Koppel und auf der Koppel neben an stand eine Herde. Soweit war auch alles gut, ich habe oft Bodenarbeit mit ihm gemacht und war oft spazieren und er war immer total brav. Ein/zwei Monate nach seiner Ankunft kam er dann zu der Herde auf die Koppel und dann gab es auch ziemlich viele Vorfälle.. Wenn ich ihn von der Koppel holen wollte hat er sich immer versucht loszureißen ans anbinden und putzen war gar nicht mehr zu denken weil er mehrere Stricke durchgerissen hat. Als dass dann nach ner Zeit besser wurde und ich mit ihm Spazieren wollte fing alles wieder von vorne an.. Ich hab mir dann Hilfe von anderen im Stall geholt und zum spazieren und ausreiten immer jemanden mit einem 2. Pferd mitgenommen, was dann auch super geklappt hat, und er hat sein Futter immer erst nach der Arbeit als "Belohnung " bekommen. Ich hab auch oft mit ihm "Stehtraining(😂)" gemacht, damit er lernt ruhig zu stehen. Und wegen der Angst.. Gegen die kann man nicht wirklich viel machen, ich hatte oft Angst, da er auch oft gestiegen ist und mich übern Hof gezogen hat. Man muss halt lernen Konsequent zu sein, damit er merkt es geht nicht immer nach seiner Nase. Das heißt nicht verprügeln, einfach in einem etwas strengerem Ton reden wenn er sich losreißen will und einfach mal versuchen 10 Minuten auf der stelle stehen zu bleiben wenn er zurück zum Stall möchte. Vielleicht hilft es dir ja, wir haben ziemlich viel Zeit gebraucht und jedes Pferd ist anderst. Du musst wahrscheinlich mehrere Sachen ausprobieren und schauen was euch am besten hilft und die viel Zeit lassen, dann wird das schon!;)

Antwort
von tempelgeist2015, 33

Pferde, sond immer kräftiger als wir Menschen.
Das sollte man immer im Hinterkopf haben.
(Einige vergessen das leider ^^)

Ich kenne das sehr gut.
Vielleicht kannst du dir eine Trainerin suchen, die dir hilft.
Mir hat Pat parelli super geholfen.
Oft hilft dann nichts mehr und man sollte einen Neuanfang machen.
Das bedeutet, alles neu beginnen und vorallem, das Vertrauen von ganz vorne wieder aufbauen.
Gerade Pferde die schlechte Erfahrungen haben, zeigen meist später nochmal Verhaltensstörungen auf, und die zu bezwingen sind schwer.
Aber hat man soetwas geschafft mit einem Pferd, kann dies zu einem größeren Vertaruen und einer besseren Beziehung führen, als vielleicht bei einem 3 jährigen, der nie etwas hatte.
Am besten ist es, du lässt dich eonfach mal veraten, oder machst Lehrgänge.

Ich hoffe ich konnte helfen :)

Euch/Dir ganz viel Glück und einen guten Rutsch :))

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