Frage von lelee19, 66

Angst vor Operation, wisst ihr was dagegen?

Hallo ihr Lieben. Vorab, ich bin 14 Jahre. Ich habe in den Pfingstferien, also Mitte Ende Mai eine eigentlich kleinere Operation. Ich habe einen kleinen Leistenbruch und das wird mit 2 Stichen genäht unter Vollnarkose, das ist dann meine erste Operation. Vielleicht übertreibe ich auch, werden sich manche denken aber ich habe momentan wirklich panische Angst. Ich habe mich per Internet über Vollnarkosen informiert, wie das alles abläuft etc....Momentan ist die Angst wieder schlimm, ich fange wenn ich nur irgendwas von Operation lese aus Angst zu weinen an, und das eben 2 Monate vorher..ich hab schon Angst meinen 2-wöchigen Osterurlaub nicht genießen zu können weil ich mir nur darüber den Kopf zerbreche und öfters wie gesagt aus Angst weine.. Wisst ihr was effektiv hilft und mich beruhigen könnte?

Liebe Grüße und danke schonmal, Lele.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Schlauchmayer, 46

Hallo Lelee,

deine Angst ist sicher nicht ungewöhnlich, dennoch total unnötig, wie du wahrscheinlich hinterher sagen wirst. Viele meinen das nach ihrer ersten Narkose so.

Viele empfinden die Einleitung der Narkose und die Narkose selber als überhaupt nicht schlimm, so manche finden das Einschlafen in die Narkose sogar angenehm. Liegt daran, dass dazu eben Drogen verwendet werden.

Wie du sicher schon gelesen hast, wirst du erst an Überwachungsgeräte angeschlossen, die Kreislauf und Sauerstoffsättigung messen, dann kriegst du einen venösen Zugang gestochen und das war eigentlich schon das schlimmste. Ab dann kann es sogar lustig werden.

Normalerweise kriegst du zuerst Schmerzmittel gespritzt. Dadurch kannst du möglicherweise spüren, wie dein Körper sich angenehm schwer anfühlt und dir selber wird etwas schwindlig. Wahrscheinlich wird dir dann die Narkosemaske aufgesetzt und du darfst dann reinen Sauerstoff dadurch einatmen. Während du dann daraus tief einatmest, verlierst du deine Angst und dir wird noch alles total egal.

Und dann ist es auch schon vorbei. Du wachst wieder auf und fragst dich, ob du schon operiert worden bist oder nicht. Aber es ist definitiv vorüber und du wunderst dich darüber, dass es so schnell gegangen ist. Dann lachst du darüber, dass du davor so viel Angst hattest.

Kurz gesagt: Gespannt darfste sein, Angst brauchst du keine haben.

Und wenn du Bedenken bekommst, dann rat ich dir: Mal dir einfach einen schönen Traum aus, den du in der Narkose haben willst. Möglicherweise sagen sie dir vor dem Einschlafen nocht, dass du dir einen Traum aussuchen darfst, aber dazu bleibt dir dann kaum die Zeit. 

Brauchst dir die zwei Monate dahin wirklich nicht durch Angst versauen, frag lieber hier nochmal nach.

Kommentar von lelee19 ,

Vielen vielen Dank, das hat mir wirklich geholfen gerade!

Antwort
von Naevi72, 18

Hallo lelee19,

auch hier kann ich dir nachempfinden wie Du dich fühlst. Ich hatte gerade in deinem Alter mehrere Klinikaufenthalte wegen ständigen Bauchproblemen (u.a. mehrmals Darmentzündung) und Untergewicht, und dabei hatte ich auch zwei Bauch-OPs (Blinddarm mit 15 und Meckel-Divertikel mit Nabelbruch mit 16, wo die Ärzte damals vorher sogar meinten ich könnte auch Krebs haben!). Das "gute" bei mir war aber, dass ich damals nicht so lange Wartezeit hatte (mit 15 kam ich von einer Amtsärztin aus direkt zwei Tage nach einem "Jugendkur"-Aufenthalt in Pfronten in die Kinderklinik, von da an musste ich dann regelmäßig 3-4 x im Jahr zum Gastro-Doc zur Untersuchung in die Klinik, wo er mich dann mit 16 wieder dabehalten hat, weil mir schon bei der Untersuchung bei dem voll übel war und ich gebrochen habe). Aber auch immer wenn meine Mam mit mir beim Kinderarzt war ging es oft darum ob und wann ich in die Klinik komme und ich hatte immer panische Angst davor! Daher kann ich dir deine Gefühle etwas nachempfinden.

Aus meiner Sicht kann ich nur sagen, das Beste ist, wenn man vorher weiß, was auf einen zukommt. Das war bei mir das größte Problem, da ich nicht wusste was wann wo und wie passiert.

Bei Dir weiß man ja was los ist und was gemacht wird, und das ist bei einem kleinen Leistenbruch vglw. harmlos. Von der Vollnarkose kannst Du Dich hinterher noch etwas schwach fühlen, für mich war die Übelkeit das Schlimmste, die ich aber vorher schon meist hatte. Wenn das vorbei ist, brauchst Du dir nicht so viele Gedanken machen, gegen die Schmerzen helfen Schmerzmittel meist sehr schnell und das Zwicken und Ziehen ist bei den kleinen Stichen bei dir wirklich keine Panik vorher wert.
Wichtig ist aber z.B. dass Du hinterher für einige Wochen nicht schwer heben oder den Bauchpressen solltest, da sonst die Gefahr des Wiederauftretens der Hernie besteht. Wirst Du laparoskopisch oder "offen" operiert? Bei ersterem kannst Du ein paar Probleme wie Bauchweh, Übelkeit und Schulterschnerzen wegen Restluft im Bauchraum bekommen.

Falls Du spezielle Fragen hast, kannst Du sie gerne stellen? Alles Gute und mache Dir nicht zu viele Gedanken!!

Übrigens finde ich es gut wenn man sich vorher ein paar Gedanken macht, denn eine OP ist immer was Ernstes und nicht wie eine Autowerkstatt. Aber dann läuft alles meist viel einfacher ab als gedacht.

Kommentar von lelee19 ,

Danke für die Mühe bei dem Text und die netten Worte, sehr lieb von dir☺

Antwort
von ede45, 38

Ich kann dir nur raten, nicht im Internet nach zu lesen wie eine Narkose eingeleitet wird. Denn jeder Anästhesist macht es etwas anders obwohl es eigentlich genaue Normen bzw. Regeln gibt. Wenn es bei dir dann anders verläuft als du gelesen hast, bekommst du vielleicht Panik oder bist enttäuscht. Eins ist ganz wichtig! Frag den Anästhesisten beim Einwilligungsgespräch alles was dir einfällt. Da kannst du dann auch fragen, wie dort die Narkose eingeleitet wird. Der Anästhesist muss dir alle Fragen beantworten auch wenn das Gespräch zwei Stunden dauert (Patientenschutzgesetz von 2013). Sonst ist deine Einwilligung ungültig. Rechtlich gesehen würde der Arzt sonst eine Körperverletzung an dir begehen. Ich würde mich vorher nochmal wiegen, damit der Anästhesist dein genaues Körpergewicht hat. Denn danach berechnet der A. deine Narkosemedikamente. Die meisten A. wiegen den Pat. nicht mehr, sondern verlassen sich auf die Angaben der Patienten. Vor 20 Jahren wurde bei jedem Patienten vorher die Lunge geröntgt, Blutdruck gemessen, gewogen usw. Das wird heute nicht mehr gemacht. Die Schwestern messen irgendwann vorher mal den Blutdruck. Den nimmt der A. dann als Ausgangswert. Heutzutage füllt der A. nur noch das Formular aus. Alles Gute!

Kommentar von lelee19 ,

Vielen Dank für die vielen Infos und Tipps! Lg

Kommentar von ede45 ,

Gerne! Sag dem Anästhesisten in dem Gespräch, dass du die Narkose so flach wie möglich möchtest um hinterher keine Gedächtnisprobleme zu bekommen. Sag ihm, dass du vor der Einleitung genügend Sauerstoff einatmen möchtest. Da Du nur eine kurze Narkose bekommst, brauchst Du vorher nicht aufgewärmt werden um nicht zu unterkühlen und dann dieses typische zittern nach der Narkose bekommst. Bei Operationen die länger als eine Stunde dauern, ist dies eigentlich Pflicht. Manchmal kommt das Zittern auch von dem Narkosegas. Dann kann man es nicht verhindern. Ist aber auch nicht schlimm, wenn Du nicht untergewichtig bist und die Schwester im AWR gut auf dich aufpasst. Es gibt Med. dagegen. LG






Antwort
von Azrael88, 36

Du brauchst keine Angst haben...du bist vielleicht jetzt aufgeregt...aber das ist alles am tag der OP weg...spätestens wenn du deine Leck Mich Tablette bekommst ist alles in Ordnung

Kommentar von Haitrol ,

Leck Mich Tablette :D geiler Name xD aber vollkommen richtig :)

Antwort
von Haitrol, 37

Versuch dich ab zu lenken und dir nichts im Internet darüber rauszusuchen. 

Hatte vor meiner ersten und bislang einzigen auch extreme Angst aber im Endeffekt wirklich nicht so schlimm ;) kannst du mir glauben 

Antwort
von Rosswurscht, 36

Das ist ein Standarteingriff, der wird jeden Tag tausend mal durchgefüht. Ich hatte zwei Leistenbrüche ... es gibt wirklich schlimmeres.

Mach dir keine Sorgen! kleiner Schnitt, kleine Naht und nach na Woche ist alles wieder gut :-)

Antwort
von Coza0310, 27

Einen Leistenbruch, der mit nur 2 Stichen genäht wird, gibt es nicht. 

Wenn du konkrete Fragen zur Narkose hast, kannst du mir eine Freundschaftsanfrage stellen.

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