Frage von Kartoffellsack, 62

Angst vor Insekten, was soll man tun?

Hallo, ich bin ein Mensch der Tiere eigentlich über alles liebt. Von der Maus bis zur Schlange bis hin zum großen Elefanten. Mein Problem sind Insekten, bzw. Krabbeltiere, also auch (vor allem) Spinnen. Ich will dann raus aus dem Zimmer in dem sich das jeweilige Tier befindet und warte bis es jemand für mich entfernt. Momentan gibt es da aber ein Problem. Es ist extrem heiß und Tagsüber stehen alle Türen und Fenster offen. Teilweise ist da dann kein Fliegengitter und Abends kreucht und fleucht es überall. Ich weiß nicht wo ich hin soll, in meinem Zimmer haben wir die Fenster auch aufgemacht, bei der Hitze hätte niemand darin schlafen können. Überall, in der Küche, im Esszimmer, im Wohnzimmer, einfach überall sehe ich ekelhaftes gekrabbel. Mir ist der Appetit schon vergangen und ich fühle mich gerade nirgendwo in dem Haus vor dem Ungeziefer "sicher". Was evtl. noch ein interessanter Hinweis ist, ich mag diese Krabbeltiere nie, auch draußen nicht, aber ich will auch nicht dass sie jemand wegen mir tötet. Auch aufsaugen finde ich grausam. Also gibts nur eins: Einen Behälter nehmen und das Tier aus der Wohnung ins Freie tun.

Was soll ich jetzt machen? Vor allem, was werde ich machen wenn ich mal alleine Wohne? Ich muss und will diese extrem nervige Angst irgendwie besiegen, ich weiß nur nicht wie.

Was sind denn gute Ideen? Insektenspray hilft ja kurzfristig, aber ich kann ja nicht mein ganzes Leben mit Insektenspray um mich werfen. Ich brauche eine Langfristige Lösung und hoffe ihr könnt mir dabei helfen diese Angst zu überwinden.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von pingu72, 21

Mache an jedem Fenster ein Fliegengitter und dichte alle Schlitze (Türrahmen etc) ab, damit ist dir schon sehr geholfen. 

Wenn sich doch mal was verirrt (passiert immer mal) gibt es auch tolle Hilfen, zB den Snapy-Insektenfänger (10€ bei Amazon). Mit dem habe ich grad vor 20 min eine Spinne unversehrt ins Freie befördert (und das obwohl ich mich auch immer seeehr ekle), das klappt super!

Eine andere Alternative wäre auch die Anschaffung einer Katze. Ich musste meine eben von der Spinne fernhalten um endlich mal den Snapy zu testen ;)

Wenn dir ein "Untier" begegnet denke dir immer, dass dieses kleine Etwas 1000 mal mehr Angst vor dir hat als du vor ihm. Mir hat es geholfen viele Dokus über Insekten zu schauen. Ich finde zB Spinnen zwar immernoch total eklig und fasse sie nicht an... aber gleichzeitig finde ich sie jetzt auch faszinierend. Schon irre was diese Tiere zustande bringen...

Kommentar von Kartoffellsack ,

Dieses Gerät ist höchst interessant, danke für die Tipps :D

Kommentar von pingu72 ,

Gerne ;)

Antwort
von Sonnenstern811, 29

Viel humaner ist das Spray auch nicht. Aber der nächste Vogelschnabel macht auch ganze Arbeit.

Ich wende fast immer die "Glasmethode" an. Ein möglichst hohes Glas (notfalls geht auch ein leeres Marmeladenglas) nehmen und die Biester einkassieren (bitte einzeln). An der Decke ist es am einfachsten, sofern man drankommt. An einer Wand das Glas ranhalten, dann ein wenig den Kameraden anstoßen, so dass er reingeht. Auf dem Fußboden Glas drüberstülpen, dann eine dünne feste Pappe, wie sie in Hemden und t-shirts zur Verpackung gehört, darunter schieben.Gut festhalten, dann alles umdrehen. Deckel drauf und ab zum freiflug aus dem Fenster.

Glaubst du, dass du eine Phobie hast? Da habe ich nämlich von einer Methode mit einmaliger Medikamenteneinnahme bei gleichzeitigem Kontakt mit dem Viech gelesen. Es soll für immer vorbei sein. Bezog sich allerdings auf Spinnen. Ich müsste nachschauen.

Kommentar von Kartoffellsack ,

Die Glasmethode wenden wir daheim auch an. Bei der Phobie bin ich mir nicht sicher, ich denke ich bilde mir viele Sachen bei mir ein (also z. B. extreme Schüchternheit, ...)

Kommentar von Sonnenstern811 ,

ALso schüchtern war ich füher auch mal. Kann mich aber nur erinnern, soweit es Mädchen betraf. Vielleicht sind es bei dir dann nur weibliche Insekten. Das wäre eine Erklärung. Ich schaue aber mal nach. Sollte ich es vergessen, kannst du mich gerne erinnern.

Kommentar von Sonnenstern811 ,

Hab das jetzt mal von "Netdoktor" kopiert. Ob es auf dich zutrifft, weiß ich nicht. Aber vielleicht hilft es dem Einen oder Anderen.

Herzrasen,
Angstschweiß, Hitzewallung – wenn Spinnenphobiker ein Methode könnte diese Angst auf Dauer vertreiben – und das in nur zwei Minuten.

Die wiederholte Konfrontation mit dem Angstauslöser ist heute in der Verhaltenstherapie das Mittel der Wahl im Kampf gegen Phobien und andereÄngste. Zwar schlägt diese Behandlung gut an, doch sind dazu viele Therapiestunden notwendig. Marieke Soeter und Merel Kindt von der Universität Amsterdam untersuchten nun, ob die krankhafte Angst nicht auch innerhalb kürzerer Zeit durch eine kleine „Gehirnwäsche“ vertrieben werden kann, die auf einer gestörten sogenannten Rückverfestigung beruht. Das Prinzip: Eine kurze Konfrontation mit dem Angstauslöser, kombiniert mit einem anschließenden „Vergessen“, das durch ein Medikament ausgelöst wird.

Erinnerung neutralisieren

„Unter Rückverfestigung versteht man die Aktualisierung desGedächtnisses. Wenn eine bestimmte Situation eine Aktualisierung erfordert, wird die bestehende Gedächtnisspur kurz labil und stabilisiert sich wieder mithilfe bestimmter Eiweiße“, erklärt Kindt gegenüber NetDoktor. Und genau hier setzen die Forscher an: „Das Medikament Propranolol stört den Prozess der Gedächtnisstabilisierung und neutralisiert so die emotionale Erinnerung“, berichtet die Forscherin.

Propranolol stammt aus der Klasse der Betablocker und wird normalerwiese zur Behandlung von Bluthochdruck
und Herzerkrankungen eingesetzt. Es blockiert die sogenannten
β-Adrenozeptoren und unterbindet so die Bindung von Adrenalin. „Darüber hinaus verhindert es die Übertragung des Neurotransmitters Noradrenalin,der in der Eiweißsynthese bei der Rückverfestigung eine entscheidende
Rolle spielt“, erklärt Kindt.

Zwei Minuten mit einer Vogelspinne

Ob ihre Methode funktioniert, testeten die Forscherinnen an 45
Probanden zwischen 18 und 32 Jahren mit einer ausgeprägten
Spinnenphobie. 30 von ihnen konfrontierten die Forscher zwei Minuten lang mit einer Vogelspinne. Im Anschluss bekam die Hälfte einmalig 40 mg Propranolol und die restlichen 15 ein wirkstofffreies Placebo. 15 weitere Teilnehmer hatten keinerlei Spinnenkontakt, sondern bekamen einmalig 40 mg Propranolol.

Das Ergebnis bestätigte die Theorie der Forscher: Bloße Konfrontatio, beziehungsweise nur die Medikamentengabe zeigte keine Wirkung. Wurde beides jedoch kombiniert, verloren die Patienten ihre Angst vor Spinnen.
Ihr Vermeidungsverhalten reduzierte drastisch – und dies war auch noch ein Jahr nach der Behandlung der Fall.

Methode der Zukunft?

"Wir konnten zum ersten Mal zeigen, dass nach einer gestörten
Gedächtnisreaktivierung mithilfe eines Medikaments Spinnenphobiker ihr Vermeidungsverhalten in ein Annäherungsverhalten ändern“, sagt Kindt.
Die Forscher glauben, dass künftig nicht nur Menschen mit Angst vor
Spinnen von dem neuen Ansatz profitieren könnten, sondern auch Patienten mit anderen Phobien wie beispielsweise Flugangst.

Quellen:

Soeter M. & Kindt M.: An Abrupt Transformation of Phobic
Behavior after a Post-Retrieval Amnesic Agent. Biological Psychiatry
(2015). doi: http://dx.doi.org/10.1016/j.biopsych.2015.04.006

Pressemitteilung des Elseviers Verlags vom 09.12.2015

Antwort
von vanillakusss, 22

Gewöhne dich daran, das musste ich auch.

Nachdem ich meine Nachbarn auch spätabends belästigt habe weil ich wieder mal eine Spinne in der Wohnung hatte und das nicht ständig ging, habe ich dann meinen ganzen Mut zusammen genommen und habe ein Glas über eine sehr große Spinne gestülpt. Ich war nassgeschwitzt vor Angst und ich habe das arme Tier auch länger unter dem Glas gelassen.

Sie hatte mehr Angst als ich, armes Ding und deswegen wollte ich sie auch wieder raus setzen. Ich habe eine Postkarte unter das Glas geschoben, die Spinne so ins Glas fallen lassen und dann habe ich sie wirklich raus gebracht. Ab da ging es leichter und heute macht es mir gar nichts aus wenn eine Spinne hier rumläuft. Bei Käfern bin ich nicht so weit.....

Probiere es mal, meine Tochter und ich haben so unsere Spinnenphobie besiegt.

Antwort
von HerrUnsichtbar, 28

Du kannst es ja mal mit einer Therapie versuchen. Leider kann ich dir nicht sagen, wie gut diese funktionieren.

Antwort
von rbeier, 22

Ich würde mal versuchen einen Termin bei einem Psychotherapeuten zu bekommen und mit diesem die Probleme besprechen.

Antwort
von graystorm, 26

vielleicht kannst du ja eine Therapie machen

Kommentar von Kartoffellsack ,

Ich weiß nicht ob es wirklich so schlimm ist oder ich mir das nur einbilde.

Kommentar von graystorm ,

naja ein versuch wäre es vielleicht wert

Antwort
von Lavica96, 13

Ich weiß was du meinst da hilft nur eine Verhaltens Therapie

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