Frage von tinalavida, 41

Angst vor der zweiten Praktischen Führerscheinprüfung, was kann ich machen?

hallo, am dienstag mache ich zum zweiten und hoffentlich die letzte praktische führerscheinprüfung. die erste hatte ich vor ein paar wochen und da bin ich durchgefallen, vermutlich weil meine aufregung viel zu groß war. jetzt ist es zwar so, ich bin nicht mehr so aufgeregt, wenn ich daran denke, aber ein bisschen angst ist schon dabei. ich will es unbedingt schaffen und habe auch diesmal ein gutes gefühl dabei. aber wie schaffe ich es, dass ich nicht so große angst habe? hat da jemand vielleicht ein tipp?

Antwort
von Berlinfee15, 23

Guten Tag,

(D)ein Angstgefühl ist immer ein Hindernis. Versuche zu vergessen, dass es eine wichtige Fahrschulprüfung ist. Versuche eine Art "Ausblendung" damit Dir diese Angst nicht noch einmal ein Hindernis in den Weg stellt.

Sicher ist es einfacher gesagt als getan, aber in der Zwischenzeit hast Du noch die Möglichkeit Dich mit Prüfungsaktionen auseinander zu setzen. Stelle Dir diese Situationen vor um entsprechend gewappnet zu sein.

Lass Dich durch Anwesenheit anderer Personen nicht aus dem Gleichgewicht bringen. Die kochen auch nur mit Wasser:)

Viel Glück und toi, toi, toi!

Antwort
von heurekaforyou, 22

Versuch mal die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu sehen!

Durch gelegentliche Gespräche mit einem befreundeten Prüfer beim TÜV kann ich dir ein paar Hinweise zur Führerscheinrüfung geben.

Es gibt zwei Gründe eine Führerscheinprüfung nicht zu bestehen:

  1. Mangeldes Wissen durch zu wenig Übung
  2. Konzentrationsschwierigkeiten durch hohe Nervosität

Das man während der praktischen Prüfung etwas nervös und angespannt ist, wissen auch die Prüfer. Sie müssen nun bewerten, ob es einfach nur an der Prüfsituation liegt oder ob der sich der  Prüfling generell unsicher im Straßenverkehr bewegt.

Leider hast du nicht geschrieben was der Grund für die Nichtersteilung des Führerscheins war. Auf jeden Fall wird der Prüfer beim nächsten mal genau, eventuell auch mehrmals diese Situation prüfen.

Tipp: Immer darauf achten was der Prüfer sagt und vor allem wie!

Es ist ein großer Unterschied ob der Prüfer sagt: "In die  nächste Straße rechts abbiegen" oder "In die nächst mögliche Straße recht abbiegen".

Wer hier nicht genau zuhört (Nachfragen ist erlaubt), biegt eventuell verkehrswidrig in eine Einbahnstraße ein. Es ist zwar die nächste Straße, aber eben nicht die nächst mögliche!

Tipp: Spiegel und Schulterblick!

Wer nervös ist konzentriert sich oft so sehr darauf alles richtig zu machen, dass der regelmäßige Blick in den Spielgel oder der Schulterblick vergessen werden!

Du solltest nach dem Einsteigen als erstes die Rück- und Seitenspiegel entsprechend einstellen.

Das wird dir zwar auch der Fahrleher oder Prüfer sagen, doch jemand der ohne "Auftrag" Sitzposition und Spiegel auf seine Bedürfnisse einstellt gilt als umsichtig. Ein Prüfer geht davon aus, dass der Fahrer besonnen handelt und auch daran denkt, wenn er zukünftig ohne Prüfer unterwegs ist.

Tipp: Vorfahrtsregel -  Rechts vor Links!

Dirigiert dich der Prüfer in ein Wohngebiet ohne Ampeln aber vielen Straßen, kannst du davon ausgehen, dass du hier beweisen kannst, die Vorfahrtsregeln zu kennen.

Hier scheitern übrigens die meisten Prüflinge! Und oft nicht daran, dass sie die Regeln nicht kennen, sondern weil sie nervös und aufgeregt sind.

Tipp: Aus Nervosität  überlegen viele auch erst, welche Vorfahrtsregel anwendung findet. Obwohl sie theoretisch eindeutig wissen.

Es gibt nur folgende drei Situationen:

  1. Die Vorfahrt wird durch eine Ampel geregelt
  2. Die Vorfahrt wird durch ein entsprechendes Verkehrsschild geregelt
  3. Es gilt Vorfahrtsregel Rechts vor Links

Wer das berücksichtigt erkennt bereits weit vor der Kreuzung welche Vorfahrtsregel auf ihn zukommt.

Sind weder eine Ampel oder ein entsprechendes Verkehrsschild in Sicht regelt Rechts vor Links die Vorfahrt-Frage.

Damit der Text nicht zu lang wird, schreibe ich dir weitere Tipps in der nächsten Antwort.

Kommentar von tinalavida ,

bei der ersten prüfung war der prüfer schon zufireden mit mir, aber ich war mega nervös und der fehler war, ich wollte es schnell hinter mich bringen, bin bei einer straße ein bisschen zu schnell gefahren, da hat der prüfer noch hinweggesehen, aber bei einer schmalen straße kam plötzlich ein lkw und wollte platz machen für den lkw bin aber leider auf den bürgersteig gefahren. jetzt weiß ich wie ich mich zu verhalten habe, damit mir sowas nicht nochmal passiert. das war ein blöder fehler, aber die aufregung und nervosität war einfach ein hindernis für mich.

Kommentar von heurekaforyou ,

Dieses Mal wird's klappen!

du weißt warum du den Lappen beim ersten Mal nicht gleich bekommen hast. Und was ich sehr positiv finde ist, dass du zu deinen Fehlern stehst!

Das erwähne ich, weil es sehr viele Leute (auch hier) gibt, die angeblich immer alles richten machen, aber der Fahrschullehrer oder auch der Prüfer von Anfang an etwas gegen den Fahrschüler hatten.

Selbst über Durchfallquoten die der Prüfer von amtswegen erfüllen muss, bis hin das die Fahrschule nur mehr Geld verdienen wolle, habe ich schon als Argument für nicht bestandene Führerscheine erlebt!

Dabei wäre es für eine Fahrschule der sichere Untergang, das Bestehen der Prüfung vorsätzlich zu verhindern.

Hohe Durchfallquoten sprechen sich schnell herum und wer geht gerne in eine Fahrschule von der nur negativ berichtet wird?

Die Idee, durch schnelleres fahren die Prüngszeit zu beschleunigen war wirklich nicht die Beste. 45 Minuten sind 45 Minuten.

Ich glaube auch das der Prüfer im Großen und Ganzen mit dir zufrieden war.

In den meisten Fällen sind es auch die Kleinigkeiten die einem zum Verhängnis werden. Dann ist man einfach nur zu falschen Zeit am falschen Ort.

Wäre der LKW nicht ausgerechnet gekommen als du dort gefahren wärst, wäre die ganze Sache eventuell anders ausgegangen.

Aber so ist das Leben nun einmal.

Das du Autofahren kannst steht außer Frage. Zum einen hast du die theoretische Prüfung bestanden, du kenst als die Verkehrsregeln. Und dur wurdest zur praktischen Prüfung zugelassen. Das wäre auch nicht passiert, wenn der Fahrleher Zweifel durch unsicheres Fahren vermutet hätte.

Und selbst wenn du noch einen Anlauf brauchst, gib nicht auf! Aber ich gehe davon aus, dass es dieses Mal keine Probleme gibt.

Eventuell ist die Prüfung auch etwas schneller zuende. Aber stell dich trotzdem auf 45 Minuten ein.

Zum Schluss noch ein Tipp, den mir der befreundete Prüfer mal gesagt hat um leichter mit der Nervosität umzugehen.

Und zwar Folgendes:

Stell dir vor, du bist Taxifahrer und der Prüfer dein Fahrgast. Der hat einen im Tee, will nach Hause, weiß aber nicht mehr genau wo er wohnt.

Er dirigiert dich kreuz und Quer durch die Stadt. Hin und wieder auch in Straßen, in die du gar nicht einfahren kannst.

Sag dem Prüfer einfach: "Tut mir leid, hier darf ich nicht einfahren".

Während der Fahrt schaust du regelmäßig in den Rückspiegel, um zu sehen ob dein Fahrgast dir nicht die Polster vollkotzt!

Hört sich ersteinmal ziehmlich bescheuert an, hab ich mir auch gedacht. Doch letztendlich ist es tatsächlich so.

In den ganz normalen Fahrstunden warst du bestimmt viel entspannter, oder?

Klare Sache, man kann sich nicht einfach ins Auto setzen, die Realität ausblenden und so tun als würde man einen Besoffenen nachhause fahren.

Aber vielleicht hilft es auch schon, wenn man einfach an die Vorstellung erinnert, sobald man merkt, dass man nervös wird.

Egal wie's ausgeht, ich bin fest davon überzeugt, dass du dein best mögliches gegeben hast.

Ich wünsche dir viel Erfolg!

Kommentar von tinalavida ,

danke, ich habe diesesmal ein ziemlich gutes gefühl das ich das schaffe. ich weiß ja jetzt wie es abläuft mit dem prüfer und so schlimm ist das gar nicht. den satz habe ich auch schon gehört, dass die nur geld kassieren wollen, blödsinn, ich bin durchgefallen wegen dem lkw und der prüfer hat mir auch zum schluss gesagt, das ich sehr gut gefahren bin

Antwort
von heurekaforyou, 15

Umso vertrauter eine Situation ist, umso einfacher ist der Umgang mit ihr!

Wenn du die Möglichkeit hast öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen probier doch mal folgende Idee aus:

Setz dich in einem Linienbus ganz vorne auf den Sitz neben dem Fahrer. So hast du den besten Blick auf den Straßenverkehr und siehst was der Busfahrer sieht.

Stell dir vor wie du dich an der nächsten Kreuzung reagieren würdest oder welche Bedeutung das nächste Verkehrsschild hat.

In Gedanken triffst du nun die Entscheidung wie du selbst reagieren würdest. Anhalten, weiterfahren, blinken usw.

Das anschließende Verhalten des Busfahrers zeigt dir ob du richtig reagiert hättest.

Ein weiterer Vorteil ist, dass du laufend mit neuen Verkehrssituationen konfrontiert wirst. Das was in der praktischen Fahrprüfung vorkommt ist dir also nicht mehr neu.

Das wiedrum steigert das Selbstwertgefühl. So wie du die Fragen durch Übung in der theoretischen Prüfung beantworten konntest, übst du jetzt durchs Busfahren, die praktischen Fragen. Und zwar unabhängig von Fahrstunden oder Prüfungsfahrt.

Tipp:

Du wirst schnell feststellen, wie viele Leute sich verkehrswidrig im Straßenverkehr verhalten. Das erkennen der Fehler anderer Verkehrsteilnehmer hilft dir dabei diese Fehler nicht selbst zu machen.

  • Hier mal ein paar Beispiele:
  • Abbiegen ohne Blinken
  • Abbiegen, obwohl der Fahrer sich bereits geradeaus eingeordnet hatte.
  • Bei Gelb Gas geben, statt anzuhalten
  • Rote Ampel überfahren
  • Verkehrswidriges Parken
  • Unzureichender Sicherheitsabstand
  • Telefonieren während der Fahrt

usw.

Anstatt einer Busfahrt kannst du natürlich auch deine Eltern Freunde und Bekannte fragen ob sie Lust haben mit dir auf diese Weise zu üben.

Tipp: Nachhaltiger ist sicher öfter und weniger lang zu trainieren, als nur  einmal, aber lang. Es schadet also nichts, die Busroute hin und wieder zu ändern.

Worin würdest du die Ursache für deine Angst während der Prüfung sehen?

Gibt es bestimmte Situationen, die dir schon immer unangenehm waren, z.B. Autobahnfahrten o.Ä.?

Welche Tipps hat dir dein Fahrlehrer bisher gegeben?

Tipp:

Wenn du dich wirklich unsicher fühlst und du befürchtest, die Gedanken über scheitern begleiten dich ständig während der Prüfung, solltest du mit deinem Fahrlehrer evtl. über eine Verschiebung der Prüfung sprechen.

Da du den Termin bereits am Dienstag hast, musst du die Gebühren zwar trotzdem bezahlen müssen, doch du setzt dich nicht dem Druck aus alles richtig machen zu müssen um nicht ein zweites Mal nicht zu bestehen.

Das kann die oft unbegründete Annahme ungeeignet zu sein bestärken und nicht wenige geben dann den Führerschein komplett auf.

Tipp: Setz dich mit beiden Möglichkeiten auseinander!

Was machst du wenn du den "Lappen" endlich in der Tasche hast?

Feiern - na klar!

Und wenn du nicht bestehst geht die Welt auch nicht unter! Lass dich davon nicht entmutigen.

Leichter gesagt als getan - ich weiß. Und einen Haufen Kohle kostet es auch jedes Mal.

Doch es ist tatsächlich leichter, wenn du dir vorher überlegst wie du mit welchem Ausgang umgehst.

Neben der Angst es nicht zu schaffen oder sich vor Freunden zu blamieren, kommt dann noch der Druck hinzu, wie man das alles noch bezahlen soll.

Um sich über diese Dinge Gedanken zu machen reicht aber die Zeit während der Prufung nicht aus.

Die dauert exakt 45 Minuten. In dieser kurzen Zeit muss der Püfer entscheiden, ob er dich für geeignet hält, selbständig am Straßenverkehr teilzunehmen.

Antwort
von heurekaforyou, 16

Was will der Prüfer von mir und worauf sollte ich achten?

Der Prüfer hat keinen leichten Job. Es muss innerhalb von nur 45 Minuten eine Entscheidung darüber treffen, ob jemand selbständig und ohne eine Gefahr für sich und andere ein Auto im Straßenverkehr führen kann.

Durch einen befreundeten Prüfer der TÜV-Rheinland kann ich dir diese Tipps geben.

Wie verhalte ich mich am besten während einer Prüfungsfahrt?

Gut: Offen und freundlich auftreten. Ruhig auf den Prüfer vorgehen und sich vorstellen. Für den ersten Eindruck gibt es keinen zweiten Versuch!

Weniger Gut: Jammern und darauf hinweisen, dass man unbedenkt besthen müsse, weil alles zu teuer wird und man sich nicht schon wieder blamieren möchte.

Tipp: Viele Prüflinge konzentrieren sich zu sehr auf den Prüfer!

Sie glauben, dass der Prüfer sie 45 Minuten lang beobachtet und nur darauf wartet, dass er einen Fehler findet.

Der Prüfer wird sich in jedem Fall erst nach der Prüfung auf relevante Fragen antworten. Er wird sich nicht vorwerfen lassen müssen, dass seine negativen Aussagen Einfluss auf die Prüfung hatten.

Viele Prüflinge warten auch auf ein Feedback des Prüfers. Sie machen sich Gedanken ob ihr Handeln vielleicht falsch war, weil der Prüfer nichts positves gesagt hat. Im Rückspiegel sehen sie wie dauernd etwas notiert. "Oh Gott, was hab' ich denn jetzt wieder falsch gemacht?".

Was Viele nicht wissen: Häufig erledigen die Prüfer ganz andere Arbeiten, die mit dir überhaupt nichts zu tun haben, während einer Prüfungsfahrt!

Sie bereiten sich eventuell auf die nächste Prüfung vor oder füllen Formulare aus, die mit dir überhaupt nicht zu tun haben.

Und das kann er auch. Zum einen sitzt neben dir der Fahrlehrer der alles unter Kontrolle hat und im Notfall eingreift und Schlimmeres verhindert. Zum anderen hat der Prüfer so viel Erfahrung, dass er instinktiv spürt ob der Fahrer sicher oder sehr nervös unterwegs ist.

Der Prüfer macht sich zuerst ein Bild von der Person. Wer nach jeder Kreuzung in den Spiegel sieht und auf eine Reaktion des Prüfers wartet, kann den Eindruck vermitteln, dass er sich selbst nicht sicher ist. Und wenn du davon ausgehst richtig gehandelt zu haben, brauchst du keine Bestätigung.

Später kannst du auch niemanden fragen. Der Prüfer weiß, dass man vor einer Prüfung angespannt und etwas nervös sein kann.

Aber diese Nervosität muss Grenzen haben. Denn er muss bewerten ob du dich ganz alleine und gefahrlos im teilweise rücksichtslosen und agressiven Straßenverkehr bewegen kannst.

Es geht also nicht alleine darum alle Verkehrsituationen richtig zu meistern. Es wird ebenso auf das Erscheinungsbild geachtet. Wenn du den Eindruck vermitelst Angst oder Panik zu haben, obwohl kein Grund besteht, musst du dich fragen lassen wie du allein oder mit anderen Personen ohne Angst fahren willst.

Die Prüfung darf nicht länger als 45 Minuten dauern. Bei mir war es so, dass es am Morgen der Prüfung anfing zu schneien. Der ganze Verkehr kroch nur noch durch Köln und 20 Minuten stand ich im Stau. Viel zu prüfen gabs da nicht. Glück gehabt.

Tipp:

Die Prüfung ist in jedem Fall nach 45 Minuten beendet. Solltest du also in einen Stau auf der Autobahn geraten hast du den Führerschein auch im Stau bestanden.!

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