Frage von DieChemikerinUsermod Junior, 123

Angst vor dem nächsten Schuljahr (Geschichte), was tun?

Hallo!

Ich bin Schülerin der gymnasialen Oerstufe und habe Geschichte als Grundkursfach gewählt; im dritten und vierten Semester ist Geschichte für den ganzen Jahrgang Pflicht.

Momentan habe ich eine Lehrerin, die mich sehr gut leiden kann und u.a. deshalb kriege ich ziemlich einfach sehr gute Noten. Klar muss ich was dafür tun, z.B. soll ich öfter mal den Unterricht leiten oder dergleichen (ich will Lehrerin werden, von daher stört mich das nicht). Mündlich bin ich nicht herausragend. Ich melde mich zwar und liefere auch richtige Beiträge, allerdings sind die qualitativ gar nicht sooo mega gut. SIe sieht das scheinbar anders, weshalb ich jetztplötzlich auf 14 Punkten in Geschichte stehe. In der ersten Klausur (also erstes Semester) hatte ich ebenfalls 14 Punkte, die zweite Klausur gibt es in zwei Wochen zurück. Die wird aber, denke ich, auch gut sein, da sie alles was ich schreibe sehr gut bewertet (was ich teilweise nicht nachvollziehen kann).

Jetzt zu meinem Problem. Meine Lehrerin ist der Meinung, ich sei total interessiert. Stimmt, das Thema gefällt mir gut. Allerdings denkt sie auch, ich sei total gut in Geschichte...weshalb ich nicht wirklich weiter weiß. In Klasse 10 hatte ich die Themen, die man im dritten und vierten Semester der Oberstufe auch behandelt. Da habe ich 02 Punkte und 08 Punkte geschrieben, mdl. hatte ich 07 Punkte, gesamt auch. Nun habe ich enorm Angst, da ich um bis zu drei Noten abrutschen könnte - das Thema "NS-Diktatur" und "Die bipolare Welt nach 1945" und der ganze Kram lag mir wirklich noch nie. Nun muss ich, da ich Geschichte als 5. Prüfungsfach habe, das letzte (d.h. das vierte) Semester einbringen...

Ich weiß eben, dass ich in Geschichte wieder enorm abrutsche (nein, ist ja gar nicht auffällig)...meine Lehrerin bewertet ich eben so gut, dass ich überhaupt keine Ahnung habe, was ich in meinen Texten besser machen könnte. Somit habe ich keine Anhaltspunkte, was die Verbesserung angeht. Mündlich wird das auch eine Sache, da meine Lehrerin mich ziemlich bevorzugt. Ist zwar schön für mein Abi, wirklich nützen tut es mir nichts. Es ist auch dezent seltsam, dass ich urplötzlich bei dieser Lehrerin eine Eins in Geschichte habe, davor hatte ich NIE Einsen in Geschichte, weder mdl. noch schriftlich und erst recht nicht auf dem Zeugnis (erstes Semester: 13 Punkte). Mit ihr reden bringt nichts, weil sie nur sagt, dass ich mir keine Sorgen machen solle und alles gut werden wird...das hilft mir nicht im Geringsten weiter.

Was kann ich tun, damit ich in Geschichte die Semester irgendwie durchstehe? Mich interessieren diese Themen danach leider überhaupt nicht, weshalb ich da auch keinen Zugang zu finde und das noch qualvoller wird im dritten / vierten Semester.

Ich hoffe, ihr wisst Rat. Tut mir leid für diesen Roman, ich wollte allerdings, dass ihr mir einen guten Rat aufgrund der Kenntnis meiner Situation geben könnt!

Danke im Voraus und liebe Grüße von einer verzweifelten Elftklässlerin...

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von FFWfreak112, 42

Ich weiß nicht ob ich dir adäquat helfen kann, da ich mehr als begeistert von Geschichte bin und dein Problem deswegen wohl nicht in allen Aspekten nachvollziehen kann. Ich will es dennoch versuchen.

Wenn ich das richtig verstehe kannst du dich mit deinen Leistungen ja nicht an der Bewertung deiner Lehrerin orientieren. Du musst also unabhängig davon immer Vollgas geben, um auf der sicheren Seite zu sein.

Bei der NS-Zeit gibt es viele Sachen, die man kallhart auswendiglernen muss. Es könnte dir aber auch von Nutzen sein, wenn du dir die Auswirkungen, der Diktatur einfach vor Augen führst und mithilfe dieser Verbildlichung die Maßnahmen herleitest.
Z.b. in der Form: Ich weiß es gab Konzentrationslager. Welche Gesetze musste Hitler erlassen, um die Grundrechte eines Bevölkerungsteils im Reich so außer Kraft zu setzen? Wie hat er den Rest der Bevölkerung auf seine Seite gezogen? Welcher Organisationen hat er sich in seiner Diktatur bedient?
etc.

Für die Zeit nach 1945, d.h. die Gründung der BRD und der DDR und kalter Krieg, könnte dir siutatives Denken helfen. Soll heißen du versuchst dich in die Führer der jeweiligen Lager hineinzuversetzen und die Reaktionen auf damalige Vorgänge (z.B. die Kubakrise 1962 etc.) nachzuvollziehen. Vielleicht kannst du dir so die Sachen besser merken und allgemein besser in die Materie hineinfinden.

Ich hoffe mein Versuch einer Antwort hilft in irgendeiner Form.
Für Rückfragen stehe ich natürlich gern zur Verfügung :)

mfg
FFWfreak112

Kommentar von DieChemikerin ,

Das war die hilfreichste aller Antworten, vielen Dank! :)

Kommentar von FFWfreak112 ,

Das freut mich :)

Antwort
von TomRichter, 44

Ich kann Dich einerseits verstehen - auch für mich war Geschichte eines meiner schlechtesten Fächer. Aber andererseits ist Geschichte nicht schwierig, man muss nur etwas Zeit aufwenden, um den Stoff zu lernen.

Obendrein ist das Dritte Reich und die Zeit danach doch ein spannendes Thema (in meiner Schulzeit eher totgeschwiegen), wo überall es willige Helfer der Diktatur gab, und wie schnell diese nach 1945 wieder in Amt und Würden kamen.

Antwort
von dresanne, 53

Sieh es doch mal anders. Geschichte ist doch ein sehr interessantes Gebiet. Es ist nie von Nachteil, wenn in der Weltgeschichte Bescheid weiß. Für mich war das eins der interessantesten Fächer.

Kommentar von DieChemikerin ,

Leider ist meine Leidenschaft schon an die Chemie vergeben (einer meiner LKs)...

Kommentar von dresanne ,

Oh, man kann doch mehrere Leidenschaften haben. Bei mir wars auch Chemie, Biologie und Geschichte - und natürlich Deutsch.

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