Hallo Heureka,
dein Eindruck täuscht dich absolut nicht!
Unsere ursprünglichen "Mannbarkeits-Riten" dürften vor allem durch die römisch-katholische Kirche stark unterwandert bzw. beeinflusst worden sein. So wurde zunächst aus der Initiation die Kommunion bzw. Konfirmation welche i.d.R. auch den Besitz eines "ersten Statusobjekts" implizieren. (Dies war früher meist eine Armbanduhr, heute muss dann wohl mindestens ein iPhone o.ä. ran!)
Es war wohl auch eigentlich nie Ziel und Zweck der christlichen Missionierer, die rekrutierten Lämmerherden angstfrei zu machen - eher das Gegenteil war der Fall! Es galt doch immer schon, größtmöglichen Einfluss auszuüben und da ist Angst das bewährte Mittel der Wahl - und dies bis zum heutigen Tag!
Im weltlichen Bereich - und seit "Erfindung der Kindheit" - würde ich die Einschulung als Initiationsmoment bezeichnen... den Moment nämlich, ab dem der Gesetzgeber vorschreibt, womit sich ein Mensch während der Schulzeit zu beschäftigen hat, welchen Paradigmen er zu folgen hat, und wann die Familie Urlaub machen darf und wann nicht...- wo also durch das Vorhandensein des Kindes plötzlich Machtverhältnisse umgekehrt werden.
Die Schulzeit impliziert alsdann die diversen "Initiationsstufen" unseres Konsumzeitalters. Oben steht, wer im Markensektor mitpunkten kann, oben steht, wer den Mainstream bedient - (wo der Stimmbruch zu spät einsetzt, wird mit Rauchen nachgeholfen...!) Randgruppenphänomene bleiben angstbesetzt. (Somit auch eine denkbare Entwicklung zum angstfreien - weil um seiner selbst willen angenommenen - Individuum!)
Wir haben zwar gelernt, dass wir uns heute vor wilden, reißenden Tieren oder Donnergrollen nicht mehr fürchten müssen, aber dafür haben wir immerhin gelernt, unsere Nachbarn, die "andere" Clique, unsere Eltern, unsere Lehrer oder das ewige Schmoren in der Hölle zu fürchten! Dass derartige Abwegigkeiten und Perversionen in der Folge zu pervertiertem Angstverhalten führt - erst recht, wenn mensch anfängt, mal nachzudenken - muss nicht sonderlich Wunder nehmen. Wir werden unsere kultivierten Phobien vermutlich auch erst dann händeln können, wenn wir imstande sind, allfällige Lügen und Handlungen unserer Obrigkeiten zu hinterfragen und uns auf den Weg machen, unserem wahren Selbst und unserer inneren Wahrheit zu begegnen!
Dies erfordert aber zumindest ein offenes Hinsehen und Verantwortung für die eigene Zivilcourage! Leider krankt unser System an jeder dieser genannten Disziplinen, darum dürfte der Psychiatrie sowie dem Pharmawesen in unserem Land ein großartiger Aufschwung zu prognostizieren sein!
Es kann nur zu hoffen bleiben, dass wir selbst anfangen, uns als Vorbilder für die zu verstehen, die nach uns kommen - indem wir uns unserer Standpunkte bewusst werden und der Angst wieder den Platz für echte Gefahren einräumen!
@ marijo2:
Danke dir herzlich für diesen wichtigen Beitrag!
Dank dir für die Auszeichnung...!