Frage von NoschNosch, 120

Angst ihn meiner Familie vorzustellen?

Mein Freund und ich sind über 2 Jahre zusammen. Er 22, ich 20 Jahre. Ich kenne seine ganze Familie. Nun das Problem, er kennt meine NICHT!

Meine Mutter ist Christin und mein Vater Muslime. Ich selbst bin christlich aufgewachsen. Jedoch hat mein Vater eine komplett andere Sichtweise was Beziehungen angeht. Er will nicht das ich so ^früh^ eine habe. Für mein Alter bin ich ziemlich reif, und weiß ganz genau worauf ich mich einlasse, wenn ich ihn vorstelle! ich habe mich 2 Jahre lang vergewissert, ob er es wert ist gewisse Konflikte einzugehen. Und das ist er definitiv. Nach Höhen und tiefen macht er mich immer noch glücklich, glücklich wie anfangs unserer Beziehung.

Ich habe jedoch so eine Angst das durch mich ein großer familienkonflikt entstehen wird. Das mein Vater es einfach nicht einsehen kann, dass ich erwachsen werde und meine Wege gehe... Meine Mutter weiß von ihm, hat ihn jedoch nicht persönlich kennengelernt, das will ich jetzt auch ändern. Es klingt vielleicht verrückt das ich 2 Jahre gewartet habe, aber ich muss mir wirklich sicher sein.

Wie kann ich anfangen das Thema anzusprechen? Ihn zu besänftigen? Morgen will ich meinem Opa von meinem Freund erzählen und ihn bitten ihn kennenzulernen weil er eine große Rolle in meinem Leben spielt. Ich weiß nicht wie ich das mit meinem Vater regeln soll.

Kennt jeder von euch dieses Problem? Er ist ziemlich stur und fühlt sich vom Kopf gestoßen, dass ich nicht nach seinen Ansichten lebe. Ich will niemanden enttäuschen und erst recht nicht eine Krise auslösen.

Brauche bringend Ratschläge :-(

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von AJuergen, 33

Hallo NoschNosch.
Erstens klingt das nicht Verrückt das du zwei Jahre gewartet hast,mir sagt es eher das du sehr Vernünfig gehandelt hast , in dem du nichts Überstürzt hast. Ich weiß ja nicht was du und dein Vater für ein Verhältnis zueinander  habt . Ein eher gutes oder schlechtes? 

In dem Fall das ihr ein sehr gutes habt , kannst du davon ausgehen das es völlig egal sein wird wann du es ihm sagst , er wird es immer als einen Verlust sehen das seine Tochter nicht mehr in seiner Obhut steht sondern das jetzt ein anderer Mensch der Wichtigste Teil in deinem Leben ist.
Manche Väter tun sich da sehr schwer mit. Ich habe selber eine Erwachsene Tochter, weiß also wovon ich rede.Weil ich mir aber rechtzeitig darüber Gedanken gemacht habe das der Tag kommen wird und ich genau so etwas wie deine Situation vermeiden wollte .  Hat das bei mir und meiner Tochter gut geklappt , Trotzdem ist es immer ein Lebensabschnitt der zu ende geht , wenn Kinder erwachsen werden. 

Ich würde dir in diesem Fall einfach empfehlen offen mit ihm alleine darüber zu reden. Ich glaube das du das auch sehr gut hin bekommst, du scheinst eine sehr Selbstbewusste Junge Frau zu sein, so kommt es in deinem Schreiben für mich rüber . Wenn es so zutrifft bei deinem Vater , solltest du auf gar keinen Fall zuerst mit deinem Opa reden , das könnte zu einen Vertrauensverlust zwischen dir und deinem Vater führen, und auf gar keinen Fall solltest du ihn auf einer Familien Feier vor vollendete Tatsachen stellen, genau das
könnte zu einer Familie Krise werden die du ja nicht willst.

Meine Erfahrung hat mir immer wieder Bestätigt das der direkte Draht immer der bessere war und ist . Aber Egal was deinen Vater  dazu veranlasst so zu denken, er wird ja auch seine Gründe haben . Geh zu ihm und rede ganz offen und Ehrlich mit ihm. Mach ihm ganz klar und Deutlich das es dein Leben ist und das du zu deinem Freund stehst egal was er sagt.
Mach dir nicht zu viele Gedanken und Sorgen , ein Gespräch bringt Tatsachen. 

Wie es auch ausgeht , das Risiko musst du eingehen.

Ich hoffe sehr das ich dir weiterhelfen konnte.

 

Kommentar von NoschNosch ,

Danke! Das war ein toller Vorschlag! Habe mich noch mal intensiv mit meiner Mutter unterhalten und sie schlug mir genau das gleiche  vor, einfach ehrlich sein. Heute Abend habe ich es gewagt, und erzählte meinem Vater von ihm! Sonderlich begeistert ist er nicht, jedoch reagierte er total ruhig und sagte das er sich sorgen mache, die ich natürlich verstehe, ich ihm aber nehmen kann. Selbst wenn es nicht für immer hält, ich lerne daraus. Wie soll man sonst im Leben "schlauer" werden... Aufjedenfall hat mich dein Rat total gestärkt! Ich bin erstmal froh, dass es raus ist.. Mein Vater muss ihn nicht sofort kennenlernen.. Ich bin froh, dass es wenigstens "akzeptiert" wird .. Alles andere kommt mit der Zeit.. Vielen danke nochmal für deine Mühe!

Ganz liebe Grüße 

Kommentar von AJuergen ,

Hallo NoschNosch 
Ich bin froh das ich dir weiter helfen konnte.Ja du hast völlig recht ob eine Partnerschaft hält oder nicht das weiß man nie .
Das muss man ausprobieren, wir lernen alle aus Erfahrungen.
Lass dich nicht zu sehr Einschüchtern geh deinen Weg.
Auch wenn der mal Steinig ist , aber wie du siehst du kannst das.
Natürlich werden nicht alle Gespräche Positiv ausgehen,aber das gehört im Leben dazu. Wir lernen alle daraus ,auch Negative Ergebnisse haben den Vorteil das man dazu gelernt hat.
Genau wie du sagst , alles andere braucht seine Zeit .

Ich wünsche dir viel Glück !

Antwort
von JaRa14, 18

Hallo NoschNosch,

ich kann deine Situation nur Anhang deines Textes beurteilen, die Gefühle die du empfindet kann ich nachempfindet da ich so eine Situation miterlebt habe jedoch ist jede Situation trotzdem einzigartig und darf nur von den betroffenen allein als richtig oder falsch eingestuft werden.
Meine Ansichten bezüglich deiner Lage möchte ich trotzdem los werden, lies es dir durch aber tue es so wie du es für richtig hälst , denn die Auswirkungen wirst du tragen.

Ein Freund von mir, zu dem Zeitpunkt 19 Jahre alt, ist in einer strengen/extremen christlichen Familie im Ausland, wo das Wort Gottes das a und o war, aufgewachsen.
Er hat eine lange zeit seinen Eltern blind vertraut und als Gläubiger gelebt, bis sie nach Deutschland gezogen sind und er ein Mädchen kennen geleert hat, die mit dem Glauben nichts am Hut hatte, sie hat ihn aber nicht dafür verurteilte sonder ihm ihre Sichtweise erläutert.
Alles in allem unterhielten sie sich eine lange Zeit bis er den Ganzen Sachverhalt objektiv betrachten konnte und sich gegen den Glauben seiner Eltern entschieden hatte.

Er hat mehr mals versucht seinen Vater darauf an zu sprächen und hat auch, meiner Meinung nach, sehr viele gute Argumente, sogar welche die biblischer herfunkt sind, gebracht, doch der Vater hat seinen Tunnelblick beibehalten.

Als er sich dann entschieden hatte seine Freundin nach hause zu bringen und seiner Familie vor zu stellen, wurde der Vater sogar handgreiflich, sodass der Junge gezwungen war die Polizei zu alarmieren, darauf hin hat der Junge seine Sachen gepackt und ist gegangen. Soweit muss es ja nicht bei jedem kommen und wenn doch, dann gibt es genügend Organisationen die einem Helfen.
Mein freund ist immer noch mit seiner Freundin zusammen, hat zwar keinen Kontakt zu seiner Familie, hat aber mittlerweile eine neu Familie(Familie der Freundin) und sein Geistiger und Körperlicher Zustand ist besser denn je.

Man kann vieles planen und versuchen, man muss jedoch viele schwere Entscheidungen im Leben treffen die entweder eine positive oder eine negative Auswirkung auf die eigene Zukunft haben, wobei man die Auswirkungen oft vorher gar nicht beurteilen kann.

Mit dem verschieben des Problems, löst du es nicht.

Die meisten Menschen suchen ihr ganzes Leben lang nach einem Menschen mit dem sie gut klar kommen und mit dem sie ungezwungener weise zusammen sein wollen und finden ihn nicht.
Angenommen dein Freund ist so ein Mensch, dann sollte es dir, ich würde schon fast sagen, egal sein was die anderen denken, keiner darf dir vorschreiben wie du dein Leben zu leben hast außer du selbst.

Dein Vater muss und ich betone muss es akzeptieren, denn früher oder später wird es soweit sein, dass du dich mit jemanden verbindest und deinen eigenen Weg gehen wirst, wie du es deinem Vater beibringen sollst, kannst nur du wissen, denn du kennst ihm besser als ich oder jemand anderes hier.

Nur mut.

Mit freundlichen Grüßen

JaRa

Antwort
von MetallHyperon35, 50

Das kann ich mir gut vorstellen :/

Wenn ich du wäre würde ich da eher weniger Rücksicht auf meinen Vater nehmen. Du bist volljährig und hast ihn 2 Jahre lang "getestet". Ich würde ihn bei ner größeren Feier etc. vorstellen, wo er sich nicht aufregen kann, weil es sonst peinlich wäre... So würde ich es zumindest machen ..

Viel Glück :)

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