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Angst/ Ekel vor Sex

Frage von KarinAnna KarinAnna

Ich war schon immer eine Spätzünderin, in allen Dingen. Alles was mit Sexualität zutun hat begann bei mir erst mit 18 mit meinem damaligen ersten Freund. Nach gut zwei Monaten hatte ich mit ihm mein erstes und bisher letztes mal und es war gräßlich. Gut, jetzt werden mir sämtliche Leute raten es einfach nochmal zu probieren....aber so einfach ist das nicht. In meinem Kopf hat sich der Gedanken festgesetzt, dass ich Sex einfach nur eklig finde. Dieses animalische, dieses "das ist doch normal, alle wollen sex", dieses rein-raus gestöhne, dieser urtrieb dadurch ein Kind zu zeugen... das widert mich an! Im Grunde weiß ich ja, dass es "normal" ist und zu dem Mensch-sein dazu gehört, aber ich kann mich einfach nicht damit abfinden. Es gab zwei/drei Möglichkeiten, in denen ich "es" nochmal probieren konnte, aber ein weiteres Problem ist, dass ich große Verfechterin des -ich will nur mit jemanden Sex haben, den ich liebe-. Natürlich ist das ziemlich schwierig, weil ich alle gut von mir fernhalte, die mehr von mir wollen könnten, weil ich wieder denke, dass sie nur mit mir Sex haben wollen und das ist widerrum eklig. Ein teufelskreis...wie komme ich aus dem herraus??? Ach man, kompliziert. Versteht jemand mein Problem?

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Antworten (8)

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    Antwort von hausboot hausboot

    hallo karinanna,

    ich wollte nur sagen, dass ich genauso empfinde wie du, ich empfinde den selben Ekel vor Sex, ich empfinde menschliche Triebe als ekelhaft und kann mich nicht gehen lassen. Ich habe nie schlechte Erfahrungen gemacht und kann mir nicht erklären, wo das herkommt. Empfohlen wurde mir schon oft eine Therapie, aber ich traue mich nicht. Wo wendet man sich da hin? Das kostet doch auch viel Geld oder? Was ist der erste Schritt? Ich weiß, dass Sex normal ist, aber ich kann es nicht fühlen. Ich denke meist mit dem Kopf und kann Zärtlickeiten nur bis zu einem gewissen Punkt ertragen, dann ekelt es mich an.

    Kommentar von redbrodi redbrodiredbrodi

    Du kannst dich einerseits direkt an eine Beratungsstelle wenden, wie zum Beispiel Pro Familia. Die führen auch Beratungen zum Thema Sexualität durch und können dir bestimmt Adressen von Psychotherapeuten-Praxen geben, die sich in diesem Gebiet auskennen. Andererseits kannst du dich mit diesem Thema auch vertrauensvoll an deinen Frauenarzt wenden, wenn du zu ihm/ihr Vertrauen hast. Leider haben nur sehr wenige Psychotherapeuten eine Internetpräsenz. Dadurch wird es etwas schwieriger auf Anhieb einen entsprechenden Psychotherapeuten zu finden.

    Kommentar von sanshine sanshine

    Im Normalfall wird eine Therapie von der Krankenkasse bezahlt und kostet dich gar nichts. Es löst zwar dein Problem nicht, aber vielleicht hilft es Dir, dass Du mit diesem Problem/DEnken nicht die Einzige bist!

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    Antwort von web4health web4health

    Zunächst einmal : Dieses Problem haben ziemliche viele Menschen. Männer wie Frauen. Jeder Mensch hat sein eigenes Tempo bzw. Art mit Sexualität umzugehen. Schlechte Erfahrungen bei vorbestehender Unsicherheit hinterlassen Narben, die nicht so schnell heilen. Richtig ist, dass man einerseits die Wunden (=Ekelgefühl), andererseits aber auch die Ambivalenz / Unsicherheiten ergründen sollte (bevor man nun mit aller Macht "Sex" sucht. Eine Psychotherapie kann helfen. Erst recht aber erstmal die Akzeptanz, dass es so ist wie es ist. Aber nicht so bleiben muss. Wie gesagt anderen geht es ähnlich, Probleme beim Sex sind "normal"... http://web4health.info/de/answers/sex-menu.htm

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    Antwort von 7plus77 7plus77

    so ein bischen verstehe ich, woher du kommst mit diesen gefühlen... ich meine wenn man sich vorstellt, wie alles milliardenfach so rummacht, hat man auch schon selber keinen bock mehr, es scheint so vulgär, so gewöhnlich, so abstossend, und alle sind irgendwie gleich... aber dann muss man sich eingestehen, dass man halt Teil des Lebens ist, und dass diese Triebe, Lüste etc fest in einen eingebaut sind, seit Milliarden von Jahren, man kann sich da nicht so einfach rausklicken. Und in Wahrheit will man das auch nicht. irgendwie gehört man schon rein in dieses ganze Sexuelle ;-) .. Schliesslich atmet man ja auch... und ohne das Atmen, was wunderschön und wichtig ist, und eine ständige Verbindung/Austausch mit der Welt, kann keiner leben... Ich sehe Sex daher erstmal als so eine lebenswichtige Grundfunktion wie der Atem selber, und wenn ich mir vorstelle, wie halt alle sex machen, Tag und Nacht, die ganze Welt, dann sehe ich auch die ganze Welt atmen, Tag und Nacht, und so am Leben teilnehmen, festhalten und vertrauen, dass dieser ganze Prozess, an dem man teilnimmt, auch seinen Sinn hat. Und Leute die sagen, sex könne/müsse etc man unterdrücken, könnten dasselbe auch über das Atmen sagen, oder das Wassertrinken, etc, alles wunderschöne, wichtige und seltsam reine Dinge, die mit Schuld und Scham nichts zu tun haben sollten. Und was in Sachen Liebe geschehen wird in deinem Leben, da hoffe ich dass du es leicht nimmst und einem zukünftigen Partner ganz sachte, gewissermassen auf vielen kleinen Stufen näher kommst, und er dir. Alles Gute.

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    Antwort von Kleopatra4 Kleopatra4

    Mir ging es Jahre lang genauso, nur, dass ich es, aus Angst den Partner zu verlieren, über mich ergehen ließ, wenn es dazu kam (was ich so gut es ging herauszögerte). Alle sagten, sie würden mir so viel Zeit lassen, wie ich bräuchte, doch keiner hielt sich daran. Vor einem halben Jahr lernte ich einen Mann kennen, der mir sagte, er wollte auch keinen Sex, wenn ich es nicht will, was auch so stimmte. Irgenwann kam es doch dazu, aber von mir aus. Jetzt findet es zwar selten statt, aber wenn, ist es schön. Musst vielleicht einen kennen lernen, der Dich nicht unter Druck setzt und nicht so schwanz-gesteuert denkt, wie die meisten Männer.

    Kommentar von KarinAnna KarinAnna

    Das macht mir wieder ein wenig Hoffnung. Ich hoffe nur, dass ich denjenigen dann auch erkennen kann und nicht wieder abblocke und mich in meinem Schneckenhaus verkrieche

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    Antwort von Wuschelwestie Wuschelwestie

    Das Problem ist schon klar. Du hälst die Männer auf Distanz aus Angst vor deinem Ekel. Dich einer Psychologin anzuvertrauen ist natürlich recht schwierig, aber alleine kommst du nicht weiter. Aber wenn ein einfühlsamer Mann wirkliches Interesse an dir hat, wird er versuchen, dein Problem zu verstehen und dir Zeit geben. Dazu gehört natürlich, über deinen Schatten zu springen und sich langsam an die Sache heranzutasten. Es ist z.B. sehr schön, in der Badewanne beim warmen Schaumwasser und Kerzenlicht sich langsam näher zu kommen.

    Kommentar von KarinAnna KarinAnna

    Ich war auch kurz vor einer zweiten Beziehung...einen Tag lang im Grunde. Aber dann fühlte ich mich so unglaublich eingeengt und hab keine Luft mehr gekriegt. Das hat ihn auch sehr verletzt, was mir unendlich doll leid tat, aber ich konnte das einfach nicht zulassen. Diese Nähe war mir einfach zu viel. Und je länger ich keine Beziehung habe, desto mehr denke ich, dass es besser so ist und das sich niemand mehr auf mich einlassen will, weil ich keine Ahnung von Beziehung habe.

    Trotzdem danke ich für deinen Rat. Sollte ich so etwas wieder zulassen können, dann hört sich das nach einer guten Variante an

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    Antwort von redbrodi redbrodi

    Meine Mutter hat einen Freund mit dem sie bis vor einigen Jahren eine Beziehung hatte. Diese scheiterte aber und nun leben sie in getrennten Wohnungen, haben aber noch immer guten und engen Kontakt und er ist vollkommen in unsere Familie als Opa integriert. Gescheitert ist die Beziehung unter anderem, weil er keinerlei Interesse an Sexualität in jeglicher Form hatte und immer noch nicht hat. Seit dem die beiden auseinander sind hat er auch keine andere Frau mehr gehabt und hat auch überhaupt kein Interesse daran. Meine Vermutung ist, dass er Asexuell ist, also keine Libido hat. Vielleicht ist das auch bei dir der Fall, dass du grundsätzlich keinen Sex haben möchtest, gar kein Verlangen danach entwickeln kannst. Ob das so ist, hängt aber auch von anderen Faktoren ab. Wenn du an deinem eigenen Körper auch kein sexuelles Interesse hast, dich selbst zu streicheln, also zu onanieren etc., du keinerlei schlechte bzw. traumatische Erfahrungen mti Sexualtiät, gewaltvollen Übergriffen etc hast, dann könnte es durchaus sein, dass du asexuell veranlagt bist. Die Idee mit einem Psychologen oder einer Beratungsstelle für sexuelle Aufklärung (z.B. Pro Familia) Kontakt aufzunehmen würde ich dir in jedem Fall sehr empfehlen.

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    Antwort von DeusExAmandus DeusExAmandus

    Die Frage ist warum hier alle davon reden, dass man das therapieren müsse? Wo ist denn das Problem dabei? Das einzige Problem ist die natürlich Blockad im Kopg "aber ich muss meine Rasse dich erhalten". Wenn man jedoch für sich akzeptiert, dass man das selbst gar nicht braucht oder will ist das doch vollkommen ok, wenn nicht sogar wünschenswert. Nicht umsonst gibt es sog. Asexualität.

    Ich selbst bin männlich (19) und habe trotz dessen, dass ich sowohl gute als auch schlechte Erfahrungen mit Sex gemacht habe, überhaupt keine Lust auf den Geschlechtsakt an sich. Zärtlichkeiten, Massagen, Küsse u.d.m. gerne, aber Sex widert mich einfach nur an. Nicht nur, dass es kommerziell in jeder Hinsicht genutzt wird, sondern auch, dass sich keiner Gedanken darüber macht, dass jeder nur sagt: "Ist doch natürlich," "Ist doch menschlich.". Bevor dieser Post hier zu kritisch wird, wünsche ich dir KarinAnna, dass du über deinen eigenen Schatten springst und akzeptierst, dass es ok ist so zu fühlen. Das bedeutet natürlich nicht, dass du bis zu deinem Lebensende daran festhalten musst, aber solange es sich in diesem Moment oder auch längere Zeit richtig anfühlt, behalte es bei. Wenn du irgendwann zweifeln solltest, dann ist die Zeit etwas anderes zu probieren.

    So long, be happy and enjoy your life, even without sex.

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    Antwort von buchbaer buchbaer

    Du brauchst eine psychologische Beratung!Das Warum fehlt Dir-es hilft wirklich!

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