Frage von Loveschocolate, 48

Angst aushalten Tipps?

Ich hatte letztens ein paar enorme "Angstattacken" bzw. generell viel Angst. Habt ihr Tipps, damit klar zu kommen und das auszuhalten? Reden hilft nichts, gibt oftmals noch nicht mal konkrete Auslöser oder so. Weil ich kann mich oftmals nicht ritzen in den Situationen und will das auch nicht weiter machen. (Und jetzt bitte auch nicht mit Skills kommen wie Gummiband am Arm oder was scharfes essen, es geht mir jetz nicht um Alternativen zum Ritzen, sondern um Alternativen mit meiner Angst klar zu kommen, danke) .

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von samm1917, Community-Experte für Depression, 14

Es gibt verschiedene Formen von Angststörungen. Eine Übersicht findest du hier: http://deprimed.de/angststoerungen/

Das Problem von den meisten Angststörungen ist ja, dass es keine konkreten Auslöser dafür gibt. Die Angst überfällt einem einfach aus dem Nichts.

Ritzen ist kein typisches Symptom von Angststörungen. Es ist gut, dass du dich nicht selbst verletzten kannst.

Angststörungen müssen unbedingt behandelt werden, ansonsten verlaufen sie oft chronisch. Jetzt kommt die gute Nachricht. Im Vergleich zu anderen psychischen Erkrankungen können Angststörungen relativ gut behandelt werden. Behandelt werden sie in erster Linie durch Psychotherapie, in schwereren Fällen auch mittels Medikamenten.

"Reden darüber" ist ein grosser Unterschied zu einer richtigen Psychotherapie. Bis eine Psychotherapie wirkt vergehen meist Monate, wenn nicht Jahre. In der Zwischenzeit werden gegen Angststörungen relativ erfolgreich Medikamente eingesetzt.

Als Notfallmedikation sind Benzodiazepine geeignet (http://deprimed.de/benzodiazepine-z-drugs/). Diese können einfach bei Bedarf genommen werden und wirken innerhalb von 20-30min. enorm zuverlässig gegen Angstattacken. Leider sind Benzodiazepine nicht für eine Dauermedikation gedacht, da sie bei längerem und regelmässigem Gebrauch (nach ca. 4-8 Wochen) anhängig machen.

Als längerfristige Medikation werden vor allem Antidepressiva der SS(N)RI-Klasse eingesetzt (http://deprimed.de/ssri-ssnri-sndri-nari/). Diese wirken gegen Angzustände ironischerweise besser als gegen Depressionen. Das Problem dabei: Antidepressiva müssen täglich eingenommen werden und es dauert ca. 5 Wochen bis sie wirken. Hinzu kommen die zahlreichen Nebenwirkungen.

Ich verstehe, wenn du keine Medikamente nehmen willst, doch es ist gut zu wissen, dass es Medikamente gegen Angstsstörungen gibt. Schlussendlich ist es eine Kosten/Nutzen abrechnung, so hart es klingt: Was ist schlimmer? Die Nebenwirkungen der Medikamente oder die Angststörung?

Ich würde dir jetzt gerne Tipps geben wie "tief durchatmen" etc. Dies kann bei leichten Angststörungen durchaus hilfreich sein, doch gegen schwere Angststörungen müssen andere Massnahmen ergriffen werden (spreche aus eigener Erfahrung).

Antwort
von Belladonna1971, 18

Wenn Du Angst hast, atmest Du automatisch flach und hälst womöglich die Luft auch noch an.

Also

könntest Du folgendes trainieren: stelle dein so, dass Du jede Stunde erinnerst wirst, tief und bewußt einzuatmen. Spüre dabei, wie sich deine Bauchdecke anhebt. Atme also tief in den Bauch hinein.  Am besten setzt du dich dazu aufrecht hin oder stellst dich aufrecht. Stelle dir ein Krönchen auf dem Kopf vor- denn Du bist Königin! Und dann atme tief ein paar Atemzüge bewußt in den Bauch ein.

Übe es immer wieder. Irgendwann kannst du dich dann auch in deiner Angst daran erinnern.

Kommentar von Loveschocolate ,

habe ich schon probiert. körperliche Symptome bezüglich Angst habe ich eig nur, dass ich stark schwitze, mir gleichzeitig eiskalt ist und ich extrem zittere, durchatmen hilft da nichts

Kommentar von Belladonna1971 ,

Darum sollst Du ja auch in Zeiten üben, in denen du eben nicht in Panik bist. Dann kannst Du diese Übung abrufen.

Hier macht Übung den Meister. Es bedarf aber Disziplin im Alltag. Hast Du sie?

Kommentar von Loveschocolate ,

Nein ich habe definitiv keine Disziplin. das geht so, entweder da sind meine Depressionen oder da is meine angst

Antwort
von Lococo, 13

okay, klar es gibt so tipps wie durchatmen usw. und fix die helfen denk ich auch, aber wenn ich merke das ich ne "angst/ panikattake" bekomme, dann red ich mir immer selbst was ein und zwar "get your shit together" das klingt so verdammt unhilfreich, aber es ist die wahrheit. man muss sich eben manchmal zusammen reißen und vertrau mir, red dir das ein und (auch wenns dumm klingt) es hilft. klar das hast du sicher schon alles gehört, aber versuchs mit genau dem satz wenn du auch so gerne anglizismen verwendest wie ich 

viel glück :))

Antwort
von lieblingsmam, 12

Du mußt Deine Angst nicht "aushalten"! Professionelle Hilfe und eine Therapie können Dir helfen.Ohne diese Hilfe schaffst Du es nicht aus der Angst heraus zu kommen. Erst wenn Du weißt wo sie herkommt kannst Du dagegen etwas tun und dabei kann Dir ein Psychotherapeut zur Seite stehen.

Kommentar von Loveschocolate ,

ja ich bin bereits in Therapie. aber stell dir das halt so vor: du gehst einmal in der Woche zum Computerkurs. da lernst du Schritt für Schritt mit deinem Gerät umzugehen. jetzt bist du aber zu Hause und benutzt das Teil. und dann willst Du da was machen dran, was du aber noch nicht gelernt hast und dann blockiert das deine Arbeit, weil du nicht weiter kommt. dann gehst du halt online und suchst da ne Lösung für die akute situation

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