Frage von MalouMystique, 102

Angst , offen damit umgehen?

Hallo, ich bin ein 19-jähriges Mädchen und leide seit meiner Kindheit an Depressionen und Ängsten. Im Augenblick beeinträchtigt mich meine Angst so sehr, dass ich mich kaum auf etwas richtig konzentrieren kann. Ich stehe kurz vorm Abitur und bin diesbezüglich auchsehr ambitioniert. Meine Ängste sind im Moment omnipräsent und ziehen sich durch meinen gesamten Alltag hindurch. Ich hab das Gefühl, dass die Angst ein Warnsignal ist und irgendetwas in meinem Leben geändert werden muss, damit es mir besser geht. Das eigentliche Problem ist, dass ich schon diverse Psychotherapien hinter mir habe. Ich war drei mal in verschiedenen Kliniken, bin auch jedes mal ein Stückchen weiter gekommen, aber noch nich so weit, dass ich mich richtig gesund und glücklich fühle. Ich habe das Gefühl, dass meine Familie meine Probleme nicht so ganz nachvollziehen kann. Machmal fühle ich mich durch Aussagen wie "wann willst du denn endlich dein Abitur machen, du bist ja schon längst überfällig mit deinen 19 Jahren.." furchtbar unter Druck gesetzt und unverstanden. Mir fehlt der Rückhalt und die Bestimmtheit zu meinen Ängsten zu stehen. Ich habe oft mit meiner Familie darüber gesprochen, aber ich kann mich nur schwer behaupten. Ist es denn so ungewöhnlich, dass man, trotz langjähriger Therapie noch so viel Zeit braucht? Wie offen sollte man damit umgehen? Ich vermeide es im Moment, die Schule zu besuchen, da ich auch dort immer Angstprobleme habe.. ich hab dabei ein so furchtbar schlechtes Gewissen.. ich komme mir so nichtsnützig dabei vor. Was ist in so einer Situation ratsam? LG

Antwort
von EtwasFragen, 45

Mach dir keine Sorgen! Höre auf dich selbst und mach dir keinen Druck. Es ist dein Leben und du kannst entscheiden wann/was das richtige für dich ist. Und ein Nichtsnutz bist du auf keinen Fall! Du musst dich nicht allen rechtfertigen, damit du etwas besseres sein kannst. Jeder Mensch ist besonders, egal ob mit oder ohne Abitur. Wie die Zukunft weitergeht kannst nur du alleine entscheiden und falls du noch ein wenig Zeit brauchst, kannst du auch gerne warten. Wenn du zu lange wartest, kann es leider auch negativ ausfallen, denn je jünger man ist, desto mehr chancen hat man im Berufsleben. Denke bitte genau darüber nach ob du noch warten willst, oder es jetzt vollenden willst. Am ende wird man es meistens bereuen, dass man zu lange gewartet hat. Aber mach dir keine Sorgen, weil du wirst wissen was für dich das richtige ist :) Aber mach deine Familie bitte nicht traurig, denn sie versuchen dich zu unterstützen, auch wenn du es vielleicht nicht sehen kannst. Sie wollen nur das beste für dich und sie wissen genau, dass man die Zukunft schon im vorraus planen muss und es nicht aufschieben sollte. Ich wünsche dir jedoch viel erfolg

Kommentar von MalouMystique ,

Danke für deine Antwort :)

ja, das stimmt natürlich. Aber ich denke immer, dass ich mit 19 ja auch noch nicht ganz so alt bin und ob ich das Abitur nun mit 19 oder mit 21 mache, spielt dann ja auch keine große Rolle. Mir ist es nur wichtig, dass ich mich da komplett drauf konzentrieren kann und mir nicht selbst immer so einen Riesen-Druck mache. Ich lerne nämlich sehr gerne und hab Spaß daran, zur Schule zu gehen. Nur eben nicht, wenn das ganze von so vielen Ängsten begleitet ist.

Antwort
von Blubbpaule, 46

Ich verstehe dich vollkommen.
Ich habe im Leben unendlich oft gehört "Du bist 3 mal sitzen geblieben? Man bist du schlecht"
Und ähnliches warum ich keinen Führerschein habe und so weiter.
In meinen Augen ist es wirklich Normal das du soviel Zeit benötigst, denn auch ich benötige sicher noch Jahre bis ich wieder halbwegs normal im Kopf bin.
Ich gehe Offen damit um, solange ich weiß das mein gegenüber mir nicht schaden will. Das solltest du auch tun, sage wenn dir etwas wehtut oder wenn dir jemand zu nahe tritt. Ich habe in den Letzten 2 Jahren auch nur noch die Berufsschule gemieden aufgrund der Probleme, bis ich auch in einer Klinik war und jetzt endlich bald eine Ausbildung anfangen kann. Du bist auf jedenfall nicht allein auf dieser Welt mit dieser art von Problemen.
Die Frage ist : Machst du das Abitur für dich? Oder weil du dir etwas beweisen möchtest? 
Ich hab das Problem nichts für mich zu machen... alles muss einen Grund haben der nichts mit mir zu tun hat, und es klingt auch so ähnlich bei dir.
Gehe weiterhin, oder erstmal wieder, zu einem Psychologen, rede mit Freunden darüber und suche dir gleichdenkende mit denen du dich austauschen kannst. Weil zusammen versteht man meist mehr von sich selbst als man erwartet. Der Schlüssel zu einem selbst hat meist jemand anders. Ich würde dir helfen wenn ich könnte.. liegt wahrscheinlich daran das ich jedem helfen will damit er sich nicht so fühlen msus wie ich.
Ich hoffe aber du kommst da bald mal raus :o

Kommentar von MalouMystique ,

Vielen Dank für deine lieben Worte. Es ist immer schön, wenn andere Menschen, mit ähnlichen Sorgen, sich ein stückweit öffnen, um anderen zu helfen.

Mein Abitur mache ich für mich. Mir ist das sehr wichtig, da ich total gerne studieren will. Leider bin ich eine leichte Sozialphobie und nicht ganz so viele Freunde.. aber ich versuche etwas daran zu ändern.

Ich hoffe, dass es dir auch bald wieder besser geht. Danke für deine Offenheit :)

Kommentar von Blubbpaule ,

Sozialphobie und wenig Freunde kann ich unterschreiben. Hier auch.
Ja, bei Menschen bei denen ich merke das sie von Grundauf eigentlich nicht zu bösem instande sind fällt mir das relativ leicht :D
Falls du jemals nach jemandem suchst der dir Zuhört schreib mir hier einfach ein Nachricht. Es gibt nichts besseres als wenn ich Menschen helfen kann :o
(ja ich hab so einen kleinen hilfszwang xD ich liebe es menschen zu helfen udn mir gehts schlecht wenn ich das nich kann :O )

Kommentar von xRobsnx ,

Blubbpaule, dich sehe ich hier tatsächlich öfter ^^ es ist echt schön solche Menschen "kennen zu lernen". So Menschen wie euch braucht es auf der Welt!

Kommentar von Blubbpaule ,

Hab mich auch eben gewundert "Nanu wieder eine antwort von Rob? Auf nem andern Thema? Ok :D
Es ist dir sogar erlaubt mir eine Freundschaftsanfrage zu schicken, denn jeder der nicht in böser absicht kommt findet bei mir sein Zweites zuhause :D

Kommentar von xRobsnx ,

Na wenn diese tolle app von gf dieses Feature auch schon hätte, wäre diese schon auf dem weg ^^ so muss ich wohl warten bis ich wieder an den PC gehe (was erstmal nicht passieren wird da ich doch mal schlafen sollte)

Antwort
von xRobsnx, 31

Das ist echt so eine aussichtslose Situation.. Aber du hast es immerhin soweit gebracht, zur Not machst du auch noch nächstes Jahr dein Abitur! Aber du schaffst das, ok? Das ist eigentlich auch Garkeine frage, klar schaffst du das ^^ nur wann ist das Problem, wenn du dich gerade sehr schlecht fühlst in die schule zu gehen, bzw es garnicht geht, dann wirst du nicht gehen. Dann musst du erstmal Abstand gewinnen und dein Leben in den Griff bekommen. Was du auch schaffst! Ich persönlich leide auch an Depressionen, habe letztes Jahr Als "guter" Gymnasiast aufgrund von sehr vielen fehltag auf die Realschule gewechselt. Dort geh ich inzwischen auch nichtmehr... Bzw seit diesem Schuljahr war ich noch 2 tage und danach nichtmehr (da es einfach nicht geht). Zum Glück wurde ich krank geschrieben. Daher solltest du aufjedenfall immer einen Arzt an deiner Seite haben, einen dem du vertraust. Dir geht es glaube ich echt ähnlich wie mir... Bitte lass es nicht soweit kommen, dass du auch nichtmehr zur schule gehen kannst. Dein ganzen Leben steht dir danach offen, indem sich noch so viel tun kann. Ich habe oft davon gehört das es Menschen nach der Schulzeit viel besser geht und sie ihr Leben komplett in den Griff bekommen. Viel Glück 🍀

Kommentar von MalouMystique ,

Danke für deine lieben Worte :)

Das stimmt natürlich. Ich werds versuchen, aber ich denke, dass ich erstmal an meinen Ängsten arbeiten muss. Ich hoffe sehr, dass es dir auch bald besser geht.

Antwort
von satti20, 43

also mein vater hat sowas auch er nimmt seit heute beruhigungs Tabletten und ihm geht's prima. die selben Probleme mit der schule hatte ich auch wurde auch unter druck gestzt aber lass die leute einfach reden lass dich nicht unter druck setzen ich habe wegen sowas die schule komplett geschmissen bleib aufjedenfall am ball und wünsche dir wirklich alles gute und viel erfolg im leben

Kommentar von satti20 ,

genauer kann ich dir wirklich nicht helfen tut mir echt leid

Kommentar von MalouMystique ,

Danke, das ist lieb :) Tabletten lehne ich eigentlich ab.. mal schauen, ob ich da vielleicht mein Denken etwas ändern sollte.

Danke für deine Antwort :)

Kommentar von satti20 ,

kein Problem helfe sehr gerne :)

Antwort
von Kleinlok, 11

Liebe MalouMystique,

ich finde es erst einmal gut, dass du trotz deiner langjährigen Probleme nicht aufgegeben hast und stattdessen versuchst, nach vorne zu blicken. Immerhin haben die bisherigen Therapien dich ut deinen Worten jeweils ein kleines Stück nach vorne gebracht, aber so wie es bei dir aussieht, scheint die Angst ein langjähriger Begleiter deiner Person zu sein? Wenn dem so wäre, hast du vielleicht eine Idee, wodran das liegen könnte bzw. wurde in deinen bisherigen Therapiemögliche Ursachen erkannt?

Du schreibst, dass dir der Rückhalt  in deiner Familie bezüglich deiner Ängste fehlt. Wwas für ein Verhalten seitens deiner Famile würdest du dir denn lieber wünschen?

Zu deinen Ängsten direkt: Ängste sind quasi erlernt., sprich bestimmte Erfahrungen in usnerem Leben haben zu einer Ausbildung solcher Ängste geführt. Ein gewisses Grundmaß an Angst ist natürlich und für unser Leben eigentich notwendig (um Gefahren sinnvoll erkennen und darauf reageren zu können) . In deinem Fall scheint es aber zu einer unnatürlichen Steigerung dieser natürlichen Angst gekommen zu sein. Die Entstehungsgeschichte  einer solchen Angst knn weit bis in die Vergangenheit zurückreichen, was es dann mitunter erschweren kann, die Ursachen zu erkennen. Es kann auch Zeit brauchen, mit in langer Zeit erlernten Ängste so umgehen zu lernen, so dass diese Ängste einen nicht mehr negativ berühren können. Auch wenn das schwierig sein und lane Zeit brauchen kann, es geht, denn so wie wir Ängste erlernen können wir da neulernen bzw. umlernen. Wir können dann m Idealfall unsere Ängste "verlernen" bzw. die Ängst auf ein sinnvolles Maß zurückführen.

Sind solche Überlegungen in deinen Theraien thematisiert worden?

Um bezgen auf die Angst umlernen zu können, kann eine Verhaltenstherapie nützlich sein. Der Klient lernt ansgtbesetzte Situationen durchzustehen, was das Angstniveau mit der Zeit reduzieren kann. Z.B. würdest du jetzt in die Schule gehen, auch wenn dir das schwer fällt, enn du dann die Erfahrung machen könntest, dass dich dort niemnd beißt, dann kann das die Angst reduzieren.

So weit erst einmal, liebe Grüße, Thomas

 

Antwort
von mxxnlxght, 10
Das eigentliche Problem ist, dass ich schon diverse Psychotherapienhinter mir habe. Ich war drei mal in verschiedenen Kliniken, bin auch jedes mal ein Stückchen weiter gekommen, aber noch nich so weit,dass ich mich richtig gesund und glücklich fühle.

Hey:) Ich weiß, wie du dich fühlst... Die Familie sieht die Probleme nicht. "Jetzt komm, genug gejammert. Schau nach vorn und tu' was!" Aber nein, sie verstehen das nicht. Du solltest dir das nicht so zu Herzen nehmen. Es hätte genauso einen von Ihnen treffen können. 

Depression ist eine Krankheit. Eine Krankheit, die langsam kommt. Und dann braucht es auch seine Zeit, um aus diesen Phasen herauszukommen... Es ist keine Erkältung, die so schnell geht wie sie gekommen ist.Sprich: Du stehst auf und weißt, es ist vorbei!

Also,zerreis dir nicht den Kopf darüber! Mach dir keinen Stress. Es war eben dein Weg, und so war es gut. Und niemand wird daran was ändern können. 

Ich wünsche dir alles Gute für die Zukunft! :)


Antwort
von Balaliu, 26

Ich kannte mal ein Mädchen (nur flüchtig, keine Freundschaft), welchem es seit ihrer Kindheit ähnlich ging. Hauptsächlich wurde bei ihr wohl eine social anxiety disorder festgestellt (weiß nicht, wie es auf deutsch heißt - sie war Ausländerin) und gleichzeitig war sie auch für eine ganze Weile depressiv. Allerdings mussten erst ihre Depressionen bearbeitet werden, bevor man sich an das andere machen konnte.

Ihr hat jedenfalls ein Besuch eines Seminars und die Lehren von "Katie Byron" ziemlich weitergeholfen. Seminar ist für dich wohl ausgeschlossen, da die Frau Amerikanerin ist, aber sie hat auch Bücher oder sowas geschrieben, die dir weiterhelfen könnten. Kann zu ihr aber nichts weiter sagen, da ich mich damit nicht auseinandergesetzt habe. Ich weiß nur, dass es meiner Bekanntschaft sehr geholfen hat. Kannst dir ja mal einen Überblick über ihr Tun verschaffen.

Kommentar von MalouMystique ,

Danke für deine Antwort, das werd ich mal versuchen :)

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