Frage von rotesand, 137

Angehender Frührentner wird von seinen Eltern beschimpft - wie kann er damit besser umgehen?

Guten Abend :)

Ein Bekannter von mir (47) geht aus gesundheitlichen Gründen in Frührente.. er ist nach mehreren Operationen aufgrund einer schweren körperlichen Erkrankung, Burnoutsyndrom, Mobbingattacken auf der Arbeit & darauffolgend schweren Depressionen nicht mehr arbeitsfähig, wurde vor kurzer Zeit auch vom Amtsarzt endgültig als arbeitsunfähig geschrieben und wird eine Erwerbsunfähigkeitsrente beziehen.

Er selbst erlebt das als "Befreiung", aber seine Eltern (die über 70 sind und beide noch leben) wollen, wenn er in Frührente gehen wird, mit ihm keinen Kontakt mehr haben. Sein Vater beschimpft ihn bei jeder Gelegenheit als "Drückeberger", der keinen Stolz mehr habe & sich als "geisteskrank" abstempeln gelassen hätte & seine Mutter beugt sich dem Diktat des Vaters, hat dabei wohl keine eigene Meinung. Sein Vater ist jedenfalls der Meinung, ein "ehrbarer" Mann müsse arbeiten bis zum Umfallen, sich für seinen Chef knechten lassen & keine Schwäche zeigen. Da passt das Bild, dass der Sohn Invalide ist, nicht ins Bild & genau das lässt er seinen Sohn hautnah spüren.

Das belastet meinen Bekannten total, auch da er vor allem zu seiner Mutter ein gutes Verhältnis immer hatte & er weiß nicht mehr weiter. Er hat mir das vorhin berichtet & ich wusste spontan auch nicht wie ich ihm vllt. helfen könnte..

Er ist verheiratet, hat zwei Kinder & seine Frau und die Jungs halten fest zu ihm.. die Familie hat echt schwere Zeiten hinter sich. Das mit der Rente ist für ihn beinahe eine Art Erlösung, aber jetzt der Zoff mit seinen Eltern... er ist absolut verzweifelt.

Wie seht ihr das & was kann er tun bzw. wie kann ich ihm i.wie helfen?

Danke für eure Hinweise & Kommentare ... wäre klasse, wenn ihr was hättet :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von auchmama, 77

Dem Vater aus dem Weg gehen! Es wird vielleicht sogar seinen Anteil am jetzigen Zustand seines Sohnes haben - wer weiß!?

Ob mit dem alten Herrn noch jemand auf menschlicher Ebene kommunizieren kann und ihm die Art der Erkrankung erklären und nicht als Versagen des Sohne verständlich machen kann, wage ich zu bezweifeln, weil es für solche Menschen sowas einfach nicht gibt! Die Mutter kann doch den Kontakt aufrecht erhalten, wenns auch schwierig wird.

Wichtig ist, dass seine unmittelbare Familie hinter ihm steht!

Leider fällt mir sonst auch nichts weiter ein, weil der Vater in seiner "verblendeten" Meinung ganz sicher unbelehrbar ist und warum sollte man seine Kraft an dieser Front weiterhin verschwenden!

Alles Gute für alle und für Deinen Freund ganz viel nachwachsende Kraft, damit er seine Frau und Kinder noch lange um sich haben kann! Bitte ihn weiterhin alle Therpieangebote für sich zu nutzen und den Vater so weit es geht auszublenden!

Kommentar von rotesand ,

DANKE :)

Was ich weiß: Der Vater muss ungeheuer Angst um sein Image haben, man könnte über die Familie tuscheln, weil der Sohn mit knapp 50 schon in Rente ist & das auch noch aus Gesundheitsgründen.

Er war Schlosser von Beruf ("ehrbarer Handwerker der nie krank war und länger gearbeitet hat, nur damit er für 50 Jahre Gewerkschaftszugehörigkeit mit Foto in die Zeitung kam") & hat ein Leben lang bei der selben Firma gearbeitet, bis er vor einigen Jahren in Rente ging.. Er ist so wie ich ihn kenne ein Mann, der von sich in der 3. Person spricht, sich überall als Wohltäter bezeichnet ("der ..., der hat nicht auf sein Geld geguckt & alles für andere gemacht", das hat er neulich mal zu mir gesagt als ich ihn zufällig traf)--------> er weiß nicht, dass ich seinen Sohn gut kenne. Ich würde ihn als herrisch, verbohrt & unfreundlich mit Hang zur Selbstüberschätzerei einstufen.

Er hat auch die Mutter voll unter der Fuchtel & ist insgesamt eine Art Familienpatriarch, der auch im Job gern den Chef mimte, obwohl er lediglich Angestellter war. So haben es mir einige berichtet, die ihn kennen.

Die Frau meines Bekannten, seine Kinder, seine Schwiegereltern & die Brüder seiner Frau stehen übrigens voll hinter ihm! Er geht auch zu diversen Therapien.

Kommentar von auchmama ,

O oh, das beschriebene Wesen des Vaters, ist eine hochbrisante Mischung und für den erkrankten Sohn das absolute Gift!

Ich bezeichne solche Kreaturen als "Egozentriker mit übertriebenem Hang zu Selbstdarstellung" - man kann diese Menschen nicht ändern :-/

Das Thema Vater sollte er dringend auch in seiner Therapie erwähnen und den Vater versuchen zu ignorieren! Die Mutter tut mir aufrichtig leid :-(

Kommentar von auchmama ,

Danke fürs Sternchen und nur liebe Menschen in der Nähe Deines Freundes ;-)

Antwort
von kevin1905, 42

endgültig als arbeitsunfähig

Arbeitsunfähigkeit ist niemals ein Dauerzustand. Du meinst entweder Berufsunfähigkeit oder Erwerbsminderung.

Wie seht ihr das

Burn-Out und Depressionen sind Krankheiten. Und wenn diese amtsärztlich diagnostiziert wurden und er nun behandelt wird, haben die Eltern da nichts zu kamellen, schon gar nicht, wenn sie keine medizinische Fachkenntnisse haben.

Antwort
von Nomex64, 56

Das Ganze hört sich meiner Erfahrung nach stark danach an das die Eltern an dem jetzigen Zustand nicht unschuldig sind.

Hier hilft nur Abstand. Wenn die Eltern nicht zu ihrem Kind stehen hat man ihnen gegenüber auch keine Verpflichtungen mehr.

Mit den beschriebenen Krankheiten sollte er auch in psychologischer Behandlung sein. Wenn nicht dann ist das dringend notwendig. Hier kann man das Problem auch bearbeiten.

Kommentar von rotesand ,

Er ist schon in Therapie, seit einigen Jahren... es hilft ihm sehr!

DANKE :)

Antwort
von violatedsoul, 64

Das Wichtigste ist erst einmal, dass seine Frau und seine Kinder hinter ihm stehen.

Wenn der Vater deines Freundes ein Patriarch ist, dem sich die Mutter beugt, zumindest in seiner Gegenwart, müssen sie sich eben alleine treffen.

Er sollte sich nach Möglichkeit jetzt nicht von einem einzelnen Menschen runterziehen lassen, wenn mehr Menschen zu ihm und hinter ihm stehen.

Er kann das Denken seines Vaters nicht ändern. Sag ihm, er soll nach vorn schauen und sich an die halten, die an ihn glauben und wissen, dass er kein Drückeberger ist.

Alles Gute für ihn.

Antwort
von antonczerwinski, 50

Wenn ich in seiner Situation wäre, könnten mich die Eltern mal.........

Antwort
von alphonso, 42

Kennst du nur die eine Seite oder hast du auch mal die andere beleuchtet?

Kommentar von rotesand ,

Die Sichtweise des Vaters?

Den kenne ich zu wenig, aber mein Bekannter meinte, dass es seinen Vater in dessen Ehre kränken würde, wenn der Sohn mit knapp 50 Invalide ist & Angst hat, dass die Leute deswegen schlecht über ihn oder die Familie reden.

Kommentar von alphonso ,

Also kennst du nur die halbe Wahrheit....

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