Hi ich schreibe gerade eine Hausarbeit über das (potentielle) Problem der angebotsinduzierten Nachfrage im Gesundheitswesen. Ich habe hierzu ein paar grundlegende Fragen, die mir noch nicht so ganz klar sind!
Die These der angebotsinduzierten Nachfrage besagt, dass die Pro-Kopf- Ausgaben mit steigender Ärztedichte ansteigen und die Gesamtzahl der Patienten dabei konstant bleibt. Das bedeutet also, dass der Arzt, der in einer Gegend mit hoher Dichte seine Praxis hat, zunächst einmal weniger Patienten behandelt muss, da sich die Anzahl der Patienten auf mehrere Ärzte verteilt. Nun erleidet der Arzt laut der These einen Einkommensverlust, da er weniger Patienten betreuen muss und damit weniger Einnahmen verbucht. Diesen Einkommensverlust versucht der Arzt nun zu kompensieren, in dem er den Patienten, die er noch hat, zusätzliche Leistungen "verkauft". Dem Patient, der in der GKV versichert ist, ist das zunächst egal, da er ja vollversichert ist und somit nicht die Kosten zu tragen hat, die durch die zusätzlichen Therapien entstehen.
Nun bin ich in meiner Arbeit an dem Punkt der Honorierung von Kassenärzten angekommen und frage mich wie das praktisch genau ablaufen soll/kann? Das Budget ist ja innerhalb der GKV gedeckelt, also die Gesamtausgaben für das Honorar der Ärzte können ja bei steigender Ärztedichte nicht steigen!?! Aber welche weiteren Kosten entstehen denn für das Gesundheitssystem, wenn der Arzt nun, trotz weniger Patienten, an die Grenze dieser Deckelung geht? Die Kosten sind doch bereits kalkuliert und sollten nicht überschritten werden und falls sie überschritten werden sollten, dann müssen diese doch vom Arzt selbst getragen werden. Er hat also eigentlich Null Anreiz den Patienten mehr Leistungen zu verkaufen als nötig. Ich sehe nicht so ganz, wo hier die Möglichkeit zur Angebotsinduzierung bestehen soll!
Die Krankenkasse ist ja mehr oder weniger fein raus aus der Sache mit der Überweisung der Pauschalbeträge an die Kassenärztliche Vereinigung. Eine Frage wäre hier, ob die Krankenkassen bei steigender Ärztedichte diesen Pauschalbetrag, den sie an die KV überweisen, neu berechnen, also die Beiträge der Kassenpatienten erhöht werden oder ob bei steigender Ärztedichte dieser Pauschalbetrag gleich bleibt?! Es muss doch den Ärzten ein gewisser Lohn zugeschrieben werden? Dieser sollte bei konstantem Pauschalbetrag mit jedem zusätzlichen Arzt ja sinken. Diese Kosten wäre ja aber dann nicht anbieterínduziert, sondern von Systemseite hervorgerufen.
Was mir auch nicht so klar ist, warum mit steigenden Pro-Kopf- Ausgaben der Patienten und Deckelung der Kosten auf Seiten der KV, Mehrkosten im Gesundheitssystem entstehen?
Vielleicht hat jemand einen Tipp für mich ;-) Ich sehe gerade vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr! Ich glaube die Antwort ist so offensichtlich, dass sie mich eigentlich beissen sollte ;-) Aber ich komme leider gerade nicht drauf!! Wäre um jeden Denkanstoß dankbar!
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