Frage von Timbo123ABC, 89

Angeblich über rot gefahren?

Hallo, ich war gestern Abend um 22:30Uhr mit dem Motorrad unterwegs und bin auf einer Ampel zugefahren, die grün war und auf gelb umgesprungen ist. Ich bin über gelb gefahren und plötzlich war die Polizei hinter mir, hat mich angehalten und behauptet, dass ich über rot gefahren bin. Die Polizei stand im 90grad Winkel von meiner Ampel an einer anderen Ampel. Habe ich Chancen, wenn ich dagegen vorgehe? Da ich nur über gelb gefahren bin sehe ich nicht ein 200€ zu zahlen und eine Nachschulung anzutreten. Ich habe noch etwas dummes und unüberlegtes getan. Ich habe etwas unterschrieben, was ich mir nicht durchgelesen habe. Die Polizei meinte, dass ich meine eigene Aussage unterschreiben soll.

Expertenantwort
von TheGrow, Community-Experte für Polizei, 73

Hallo Timbo123ABC,

Du wirst ja in absehbarer Zeit von der Bußgeldstelle einen Anhörungsbogen erhalten.

In dem Anhörungsbogen kannst Du:

  1. den vorgeworfenen Verstoß bestreiten oder
  2. den vorgeworfenen Verstoß zugeben und Dich zusätzlich
  3. zu dem vorgeworfenen Verstoß äußern

Wenn Du den Verstoß nicht wie vorgeworfen begangen hast, würde ich logischerweise ankreuzen, dass Du den Verstoß bestreitest und Dich dahingehend äußerst, dass Du ganz eindeutig noch bei Gelblicht überquert hast und dass Dir ein gefahrloses anhalten auch nicht möglich war, da Du Dich schon unmittelbar vor der Haltelinie befunden hast, als die Ampel auf gelb umgesprungen ist.

Entweder wird die Bußgeldstelle dann das Bußgeldverfahren gegen Dich einstellen oder einen der beiden nachfolgenden Bußgeldbescheide erlassen:


Tatbestandsnummer: 137600

Tatvorwurf: Sie missachteten das Rotlicht der Lichtzeichenanlage.

Ordnungswidrigkeit gem.: § 37 Abs. 2, § 49 StVO; § 24 StVG; 132 BKat

Bußgeld: 90,00 Euro plus 28,50 Euro an Verwaltungskosten

Punkte: 1

Fahrverbot: Nein

A - Verstoß


Tatbestandsnummer: 137618

Tatvorwurf: Sie missachteten das Rotlicht der Lichtzeichenanlage. Die Rotphase dauerte bereits länger als 1 Sekunde an.

Ordnungswidrigkeit gem.: § 37 Abs. 2, § 49 StVO; § 24, § 25 StVG; 132.3 BKat; § 4 Abs. 1 BKatV

Bußgeld: 200,00 Euro plus 28,50 Euro an Verwaltungskosten

Punkte: 2

Fahrverbot: 1 Monat

A - Verstoß


Da Du Dich in der Probezeit befindest, hat der A - Verstoß in beiden Fällen zur Folge, dass ein kostenpflichtiges Aufbauseminar angeordnet wird, dessen Kosten bis zu 400,00 Euro betragen können. Zu dem verlängert sich die Probezeit um zwei Jahre.

Gegen den Bußgeldbescheid kannst Du innerhalb einer Frist von zwei Wochen Wiederspruch einlegen.

Dann wird die ganze Angelegenheit noch einmal vor Gericht behandelt, wo Du als Betroffener in einem Bußgeldverfahren und die beiden Polizeibeamten als Zeugen gehört werden.

Solltest Du den Prozess verlieren, musst Du logischerweise nicht nur das Bußgeld und  die Verfahrenskosten tragen, sondern auch noch die Prozesskosten.

Wenn Du den Prozess natürlich gewinnst, must Du gar nichts bezahlen.

Wie groß die Chancen sind, den Prozess zu gewinnen, vermag ich allerdings nicht zu sagen, denn es steht ja nicht wie Einige meinen eine gleichwertige Aussage gegen Aussage, sondern:

  1.  auf der einen Seite steht Deine Aussage als Betroffener, der erstens vor Gericht auch lügen darf und zweitens auch ein Interesse hat, sich mit der Aussage zu entlasten, denn Du willst ja um die Ahndung der Ordnungswidrigkeit herumkommen,
  2. auf der anderen Seite stehen die Aussagen der beiden (Polizisten) Zeugen, die sich erstens mit einer Falschaussage strafbar machen würden und die vor allem nichts davon haben, wenn Du für die Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße, Punkten und evtl. einem Fahrverbot von einem Monat belegt wirst.

Schöne Grüße
TheGrow

Antwort
von Timbo123ABC, 64

Ich habe mal ein Bild hochgeladen, damit ihr sehen könnt, wie es aussah. https://pl.vc/49rpz

Auf dem rot markierten Feld stand die Polizei und bei der grünen Linie bin ich lang gefahren. Wie soll die Polizei gesehen haben, dass ich angeblich rot hatte? Ich bin mir wirklich zu 100% sicher, dass ich über orange gefahren bin.


Antwort
von PainTrape, 79

Bei Gelb muss man genau so stehen bleiben, bzw. anfangen stehen zu blieben. Hier wird dir kein Gericht recht geben, und am Ende musst du dann zahlen

Kommentar von Timbo123ABC ,

Ich bin ca. 57km/h gefahren und die Ampel ist auf gelb umgesprungen, wo ich noch ca. 15m von der Ampel entfernt war. Soll ich da eine Gefahrenbremsung durchführen oder was?

Kommentar von PainTrape ,

Wenn dass so ist, ist das anders. Allerdings müsstest du diese Aussage vor Gericht auch beweisen können

Kommentar von Timbo123ABC ,

Kann ich nicht, aber die Polizei kann doch auch nicht Beweisen, dass ich über rot gefahren sein soll. Sie standen im 90grad Wnkel von meiner Ampel und konnten diese Ampel nicht sehen. Höchstens die Reflektion auf dem Boden.

Antwort
von Akainuu, 75

Waren es mehrere Polizisten?

Eine gerichtliche Auseinandersetzung mit Polizeibeamten hat wirklich selten Erfolg.

Einem Bekannten ist mal etwas ähnliches passiert.

Kommentar von Timbo123ABC ,

Es waren 2 Polizisten :(

Kommentar von Akainuu ,

Ich möchte dir hier nichts falsches sagen, ich bin kein Jurist :)

Nichtsdestotrotz hat meines Wissens nach sowas geringe Erfolgsaussichten. Es steht halt Aussage gegen Aussage und die Aussage der Beamten wird i.d.F. ganz klar höher gewertet.

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