Frage von Cupcakecoco123, 70

Anfang von Anorexie?

Ich habe Depressionen und bin mit meinem Gewicht an der Grenze zum Untergewicht. Ich hab durch die Depression paar Kilo abgenommen. Mein Arzt meint, dass das der Anfang von Anorexie sein könnte, weil ich durch die Depression weniger esse und keinen Appetit hab. Ich fand mich übrigens noch nie dick. Aber könnte das wirklich der Anfang von Anorexie sein?

Expertenantwort
von samm1917, Community-Experte für Depression, 27

Ich geb dir jetzt mal eine relativ medizinische und weniger sozialtechnische Antwort. Ich glaube dass war deine Frage.

Die Diagnosekriteren für Depressionen nach ICD-10 (Diagnosewerk der WHO) in 3 Hauptsymptome und 7 Nebensymptome gegliedert. Mehr dazu findest du hier: http://www.deprohelp.com/symptome-einer-depression/

Ein Nebensymptom bezüglich Depressionen gemäss der offiziellen Diagnosekriteren ist verminderter Appetit. Viele depressive Patienten leiden unter Appetitverlust. Bei extremen Fällen von Appetitverlust werden Antidepressiva eingesetzt, welche zu einer Gewichtszunahme führen (z.B. Mirtazapin)

Eine Anorexie hingegen ist der psychische Druck, immer schlänker auszusehen. Die betroffene Person nimmt sich (teilweise trotz ihres bereits schlanken aussehens) als zu dick wahr. Ihr Selbstwertgefühl hängt nicht von allgemeinen Leistungen (wie z.B. Hobbys oder Arbeit) ab, sondern von der Fähigkeit abzunehmen. Die Gedanken kreisen nur noch um das Thema Ernährung. Personen mit Anorexie treiben nicht selten exzessive Sport um die Gewichtsreduktion zu beschleunigen. In extremen Fällen werden auch Medikamente (wie z.B. Abführmittel) missbraucht.

Eine Diagnose stellen kann jedoch weder ich noch sonst jemand in diesem Forum. Dazu bedarf es einer Fachperson (Psychiater oder Psychologe).



Kommentar von Cupcakecoco123 ,

Aber Anorexie heißt nicht immer, dass sich die Betroffene Person zu dick fühlt. Es kann doch auch durch Konflikte in der Familie, Schule etc. verursacht werden. Einige nehmen dadurch sehr stark zu ("Frustessen") und andere essen viel weniger und vertragen essen einfach nicht. Das geht so lange weiter bis der Magen sich praktisch "zusammenzieht" und man kaum noch was essen kann. -> Anorexie 

Kommentar von samm1917 ,

Anorexie gehört zu den Essstörungen. Ein Merkmal davon ist, dass sich die betroffene Person zu dick fühlt. Lange war das deutsche Wort für Anorexie "Magersucht" und ist es auch heute noch in der Alltagssprache. Andere Essstörungen gibt es natürlich auch. So z.B. die Binge-Eating-Störung, bei der es zu periodischen Fressanfällen kommt. Eine weitere bekannte Essstörung ist Bulimie (Ess-Brech-Sucht), bei der das gegessene wieder erbrochen wird.

Also die verschiedenen Essstörungen in der Übersicht:

- Anorexie (Anorexia nervosa) ist die Magersucht. Die betroffene Person fühlt sich zu dick und denkt nur noch darüber nach wie sie abnehmen kann. Menschen mit Anorexie sind (teilweise sehr stark) untergewichtig

- Bulimie (Bulimia nervosa) ist die Ess-Brech-Sucht. Die betroffene Person erlebt Heisshungerattacken bei welchen anschliessend sogenannte "gegenregulatorische Massnahmen" (z.B. Erbrechen, exzessiv Sport, extreme Diäten etc) getroffen werden. Menschen mit Bulimie sind meist normalgewichtig, können aber auch untergewichtig oder übergewichtig sein.

- Binge-Eating-Störung ist die Esssucht Die betoffene Person verspührt periodisch enormen Heisshunger. Menschen mit dieser Störung sind übergewichtig.

- Orthorexie (Orthorexia nervosa) ist eine Krankheit, bei der die betroffene Person den ganzen Tag damit beschäftigt ist z.B. den Vitamingehalt einzelner Produkte zu zählen. Auf deutsch nennt man dies auch "krankhaftes Gesundessen". Die Gedanken kreisen mehrheitlich nur noch um Nährwerte und Inhaltsstoffe. Diese Personen sind meist leicht untergewichtig.

Frustessen ansich ist keine Krankheit. Es ist eine normale Reaktion der menschlichen Psyche. Frusstessen findet aus einem nachvollziehbaren Grund statt und wird erst dann zur Krankheit, wenn die Fressattacken täglich und nicht nur bei Frust auftauchen.

Was die Grüne für die einzelnen Erkrankungen sind, steht nochmals auf einem anderen Blatt. Anders wie beim Frustessen gibt es bei den erwähnten Krankheiten keine unmittelbare Auslöser. Die Gründe liegen meist in der Kindheit der betroffenen Person (z.B. Trauma) oder haben mit Stress etc. zu tun.

Eine Komorbidität (gemeinsamen Auftreten) von Esstörungen und Depressionen ist nicht selten. Es ist jedoch ein Unterschied ob jemand unter Appetitlosigkeit aufgrund einer Depression leidet oder wirklich an einer Esstörung.

Antwort
von WithALittleHelp, 33

Hey,

Hast du denn das Gefühl, dass du immer weniger wiegen möchtest oder das Essen verweigerst, weil du auf deine Linie achten willst?
Ich bin kein Fachmann, aber ich denke man muss zwischen dem oben genannten unterscheiden und zwischen (starkem) Untergewicht. Ich beispielsweise bin auch untergewichtig, aber ich bin von Natur aus ein schlanker Mensch, kann essen was ich möchte (viel Fastfood und Fertigzeugs, weil Anfang 20, eigene Wohnung und zu faul zum kochen) und nehme nicht wirklich zu. Stoffwechsel und Veranlagung.

Was auf dich zutrifft, weiß ich nicht. Das musst du für dich entscheiden.
Ich hoffe ich konnte helfen.

Liebe Grüße

Kommentar von Cupcakecoco123 ,

Nein, ich will nicht auf meine Linie achten, aber ich kann einfach nichts essen, weil ich keinen Appetit habe und dadurch nehme ich ab. Mein Arzt meinte halt, dass das zu Anorexie führen kann

Kommentar von WithALittleHelp ,

Ach okay, jetzt versteh ich das erst richtig.
Ich habe auch eine längere depressive Phase hinter mir und dass man da abnimmt ist halt ein Symptom dieser Erkrankung, was nicht heißt, dass jeder depressive Mensch Probleme mit dem Appetitt hat.
Ein Schnupfen gehört ja auch zu einem grippalen Infekt.
Dass das Ganze in einer Anorexie enden kann, möchte ich da nicht bestreiten, aber ich würde mich nicht darauf konzentrieren.
Versuche einen geregelten Tagesablauf zu gestalten. Dazu gehören auch kleine Mahlzeiten. Ich weiß wie schwer das ist, aber versuche dann wenigstens ein Banane oder Ähnliches zu essen. Oder auch Süßigkeiten. Du schaffst das! Ich glaube an dich!

Kommentar von Cupcakecoco123 ,

Ok. Dann weiß ich jetzt, dass es zu Anorexie führen kann und versuche es zu verhindern, dass es so weit kommt. Danke!

Kommentar von WithALittleHelp ,

Wenn du aber noch nie den Gedanken an Magersucht hattest, verschwende auch keinen daran!
Ich hoffe ich konnte dir helfen

Antwort
von LittleMistery, 7

Ich glaube nicht, dass es der Anfang von Anorexie ist.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten