Frage von jello24, 30

Anfang mit fotografie welche Kamera?

Hallo Leute,

Wie die Überschrift ja schon sagt will ich mir der Fotografie als Hobby beginnen. Habe mich bisher nur mit der Theorie bzw mit den Grundkenntnissen und Grundbegriffe auseinander gesetzt. Aber ohne Praxis bringt die beste Theorie nichts. Also will ich mir nun eine Kamera anschaffen. Meine Wahl ist auf Canon oder Nikon gefallen. Nur kenne ich mich da noch nicht so ganz aus und wollte mal fragen ob ihr Erfahrungen habt welche Kamera der beiden herstelle sich für ein Anfänger eignet? Ich möchte nicht in der Automatik fotografieren. Könnt ihr mir helfen?

Liebe grüße.

Antwort
von Airbus380, 11

Etwas allgemeiner:

Zunaechst mal ist der Markt der Digitalkameras nahezu unueberschaubar
und fast taeglich gibt es neue Modelle; die Vorgaenger sind noch lange
in den Regalen.

Um etwas "Ordnung in das Angebot" zu bringen sollte man sich zunaechst mal kritisch selbst fragen, was man ueberhaupt will und erwartet und wie viel man bereit ist zu schleppen und an Geld auszugeben..

Die ganz einfachen Kameras (50-200€) werden mehr und mehr von den eingebauten Smartphonekameras verdraengt.

Preislich im Anschluss (200-700€) kommen dann:

1.die Bridge- oder Superzoomkameras (mit kleinem Sensor)

2.hoeherwertige Kompaktkameras (mit kleinem, mittlerem oder auch APS-C-großem Sensor)

Vorteil der Bridge sind:

•der oft enorme Zoombereich,

•der Sucher

•die ueberschaubaren Kosten

•oft sehr ordentliche Makrotauglichkeit

Die Nachteile der Bridgekameras sind:

•bei wenig Licht sehr deutlich schlechtere Bildqualitaet als Kameras mit großem Sensor

•der Autofokus ist nicht sporttauglich

•schoene Hintergrundunschaerfe ist fast nur im Makrobereich oder mit Tricks und Koennen machbar

Ob man die Groeße eher als Vor- oder als Nachteil sieht ist Geschmacksache.

Kompaktkameras kauft man deshalb, weil man nicht viel schleppen will
oder darf, oder weil man unauffaellig fotografieren will. Gute
Kompaktkameras wie z.B. die Ricoh GR kosten nicht nur so viel wie eine
Systemkamera, sondern liefern auch erstklassige Bildqualitaet.
Schließlich haben sie Bildsensoren, wie sie auch in Systemkameras
verwendet werden. Weitere herrausragende Kompaktkameras kommen von
Olympus, Fuji und Sigma. Nachteile sind:

•oft kein (oder nur teurer Zubehoer-) Sucher

•nur eine Brennweite, die auch kaum erweiterbar ist

Dazwischen gibt es noch Kameras, die deutlich kompakter sind als eine
Bridge, aber auch deutlich groeßer als eine kleine Kompaktkamera.
Populaerer Vertreter sind die Canon Powershot Modele. Zoombereich und
Sensorgroeße liegen ebenso wie die Gehaesegroeße im Mittelfeld mit allen
Vor- und Nachteilen.

Kommen wir jetzt zu den Systemkameras. Auch die gibt es vereinzelt
mit winzigen Sensoren (Pentax Q und Nikon 1). Normalerweise sind aber
Sensoren verbaut, die die Groeße von mindestens 1 Daumennagel (mikroFT
und FT), 1,5 Daumennaegeln (APS-C) 3 Daumennaeglen (Kleinbild oder
Vollformat) oder 5 und mehr Daumennaegeln (Mittelformat) haben. Ein
Schaubild gibt es bei Wikipedia---> Sensorformat 

Kostenmaeßig kann sich das Hobby Fotografie als ein "Fass ohne Boden"
entpuppen, wenn man sich fuer eine Systemkamera entscheidet. Dafuer
bleibt dann auch kaum eine Aufgabenstellung unloesbar, wenn man
genuegend Wissen und Geld hat. Allerdings kann man auch gut unter 1000
Euro bleiben und gluecklich werden. Lichtstarke Objektive gehen aber bei
jedem System ins Geld (und ins Gewicht
). Außerdem wachsen die zu
schleppenden Kilos proportional zur Groeße des Sensorformats. Dabei
stellen die passenden Objektive den Loewenanteil des Gesamtgewichtes.

Benutzer der "alten" Systeme wie Canon, Nikon, Pentax und Sony
(Minolta)
koennen nicht nur auf ein großes (Pentax und Sony A_Bajonett) bis
riesiges (Canon und Nikon) Neusortiment, sondern auch auf einen riesigen
Gebrauchtmarkt zugreifen. Doch auch die neuen Systeme (Sony E-Bajonett,
Olympus und Panasonic mFT, Fuji X) bieten fuer die allermeisten
ernsthaften Fotografen genuegend "Arbeitmaterial".

Mit welchem System man letztendlich gluecklich wird, kann hier
(oder in anderen Foren) niemand entscheiden außer dem Kaeufer selbst.
Der muss entscheiden, wie viel er schleppen, wie viel er ausgeben will,
welche Geraetschaften sich in seiner Hand am ertraeglichsten anfuehlen,
welches Menue er am besten versteht, mit welchem Sucher er am ehesten
klarkommt. Man muss die Geraete gerne in die Haende nehmen. Nur dann
nimmt man sie gerne mit und die Bedienung gibt nicht jedesmal neue
Raetsel auf. Die erzielbaren Bildergebnisse liegen gar nicht so weit
auseinander und sind mehr abhaengig vom Koennen des Fotografen, dem
Licht und der Qualitaet des Objektivs als von der Wahl der Kamera
.

Der Gang in einen gut sortierten Laden oder zu einem Fotostammtisch
oder zu einem Fotoclub/VHS ist unabdingbar. Nicht um sich von
Verkaeufern oder Usern einlullen zu lassen, sondern um mal ein paar
Geraetschaften auszuprobieren und den persoenlichen Favoriten zu finden.
Kameras sind etwas sehr individuelles, aber letztlich nur ein Werkzeug.

Eigenschaften wie Sucher, Haptik, Bedienlogik, Geraeusche,
Wetterfestigkeit sollten wichtige Auswahlkriterien sein; nicht nur
Zubehoerauswahl, Image, Preis, Empfehlungen oder gar Testberichte
. Auch die Notwendigkeit von WiFi, Klappdisplay, GPS, Touchscreen usw. wird vollkommen unterschiedlich bewertet.

Wer Hallensport oder Wildlife (insbesondere kleine Voegel)
fotografieren will, hat natuerlich ganz andere Anforderungen an die
Ausruestung, sollte sich dann aber auch ueber die Kosten im Klaren sein.

Antwort
von christl10, 5

Wer Fotografieren möchte sollte die Grundlagen beherrschen.

Hierzu meine Buchempfehlung für den Anfang:

Um die Blende, Verschlußzeit und ISO näher zu bringen:

Manuell belichten mit der Digitalkamera von SAMJOST Fotografie.

Um scharfe Fotos zu bekommen:

Scharfe Fotos mit der Digitalkamera von SAMJOST
Fotografie. 

Fortgeschrittene die sich mit dem Blitzen befassen sollten das
Buch kaufen:

Heute schon geblitzt? Von Dirk Wächter.

Drei Taschenbücher, die man haben muss!!!

Grundsätzlich sollte man sich überlegen, was für eine Kamera zu
einem paßt.

Nicht für jeden ist eine Spiegelrefexkamera geeignet. Denn oft
möchte man gleich das beste haben, nutzt  aber kaum die Möglchkeiten die
sie bietet. Wer nur mit Automatik fotografieren möchte oder sich nicht mit
Freizeichnen beschäftigen möchte, der sollte sich eine Kompaktkamera kaufen.
Eine SLR ist im Vergleich zur Kompaktkamera ein Monster. Möchtest Du so ein
großes Ding auch wirklich immer mit dir rumschleppen? Wer das scheut, der hat
dann eine teure Kamera für nur zu Hause und nimmt sie nur manchmal mit. Das
macht so keinen Sinn. Daher rate ich zunächst zu einer Kompaktkamera die es
aber in sich hat und auch von Profis als Ersatz genutzt werden. Die Fuji X30
ist so eine Kamera. Man kann mit ihr auch sehr viel manuell einstellen, so daß
man in den ersten Monaten oder sogar Jahren damit gut bedient ist. Sie kostet
dafür auch genauso viel wie eine SLR-Einstiegskamera. Nämlich 440€. Vorteil: Du
kannst sie jederzeit in die Tasche stecken und hast sie problemlos immer dabei,
wenn was ansteht. Persönlich habe ich auch eine Fuji neben meiner teureren SLR.
Meist nutze ich sogar nur die Fuji, denn die Bildqualität ist super und die
Bedienung vielseitig aber sehr einfach. Ich bin mir sicher, die reicht Dir auch
um sehr gute Fotos zu machen. Lass Dich nicht von anderen Kameras wegen deren Mega-Zoom
blenden. Das geht zu Lasten der Bildqualität. Notfalls geht man dem Motiv etwas
entgegen statt zu zoomen. Daher Finger weg von günstigen Bridgekameras. 

Wer mit der Automatik fotografieren möchte, sollte sich keine
Spiegelrefelx holen, sondern eine Kompaktkamera wie die Fuji X30. Mit der kann
man aber auch sehr viel manuell einstellen, wenn es nötig ist. 

Lass Dich auch nicht von den hohen MP von anderen Kameras
blenden. Die MP haben keine Aussage über Bildqualität. Lieber etwas weniger MP
zu Gunsten der Bildqualität. Habe noch eine Kompaktkamera die sehr gut ist mit
10MP, die ist für 90% meiner Fotos ausreichend. Die Fuji X30 hat sogar 12MP,
mehr als ausreichend.

siehe Video zur Fuji X30: 

Antwort
von migebuff, 12

Beide Hersteller haben unzählige Kameras für unzählige Einsatzbereiche im Angebot.

Wenn man wüsste, was du fotografieren willst, was dir bei der Kamera wichtig ist und worauf du verzichten kannst, könnte man dir evtl ein paar Empfehlungen geben.

Kommentar von jello24 ,

hmm ja was möchte ich fotografieren. Ich denke ich würde mit Landschaften (in die ferne) aber eventuell auch mal was nahes (Gebäude, Umgebungen oder der gleichen) anfangen. nahe auf was ich verzichten kann oder was mir wichtig ist..... Das ist ja Grade meine frage. So genau kenne ich mich da noch nicht aus was die einzelnen Kameras angeht. Ich habe nur gelesen das eine Brennweite von 18-120mm gut wäre. ISO wert sollte vlt auch über 2000 einzustellen sein, da es vlt auch mal Bilder in der Abenddämmerung sein könnten. naja ich hatte gedacht für eine Einsteiger Kamera würde ich so ca 300-500€ investieren. gibt es da was? kannst du mir da helfen?

Kommentar von makesnosense ,

Also wenn du wirklich von Grund auf anfangen willst, dann würde ich dir echt zu einer Bridge-Kamera raten, da verhältnismäßig viel Zoom und Einstellmöglichkeiten für relativ wenig Geld.

Wenn du etwas anspruchsvoller bist, dann such dir am besten eine Systemkamera (z.B. die Lumix gx80), die sind von der Größe her auch noch relativ gut zum herumtragen, du musst dann allerdings ordentlich Geld für Objektive ausgeben, da liegen Bridge-Kameras echt im Vorteil.

Fazit: Für die Anfänge wirst du keine Spiegelreflex brauchen, Bridge- oder Systemkameras reichen da locker aus.

Kommentar von nextreme ,

Solang Du noch meinst dir die Welt erzoomen zu müssen, ist eine DSLR absolut das Falsche. Als guter Fotograf versuchst Du Bilder erstmal genau so zu machen, wie Du auch die Landschaft siehst, das ist weder 18mm noch 120mm Brennweite der Fall. Nur mal als Beispiel wie sehr sich die Tiefenwirkung bei unterschiedlichen Brennweiten ändert https://de.wikipedia.org/wiki/Weitwinkelobjektiv#/media/File:Weitwinkelperspekti...

Besser wäre für dich (also um Anzufangen) eine sogenannte Edelkompakte oder eine DSLR aber auch DSLM mit einer gängigen Objektivgröße also Festbrennweite zwischen 30-50mm.

Nur mal als Info, mit einer DSLR waren in der Vergangenheit immer deshalb bessere Fotos möglich, wiel man eine relativ große Sensorfläche hat und die Möglichkeit hat verschieden Objektive daran zu verwenden (Mehrzahl) für das bessere Foto brauchst aber absolut so gar keinen Spiegel in der Kamera nur den großen Sensor und Wechselobjektive, deshalb jetzt auch DSLM. Die sind nämlich kleiner und das ist ein wesentlicher Punkt: Die beste Kamera ist die, die man auch dabei hat! Für gewöhnlich sind und bleiben die interessanteren Fotos nämlich sonst vom Smartphone. ;o))

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