Frage von Honigbiene8888, 129

Androhung einer Strafanzeige Nötigung?

"Solltest du nicht aufhören Lügen über mich zu verbreiten, werde ich Strafanzeige erstatten."

Kann man dies als Drohung bzw. Nötigung sehen?

Expertenantwort
von TheGrow, Community-Experte für Recht, 77

Hallo Honigbiene8888,

eine Nötigung im Sinne des § 240 StGB erst dann erfüllt, wenn die Tathandlung des folgenden Paragraphen erfüllt wurde:

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§ 240 StGB - Nötigung 

(1) Wer einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. 

(2) Rechtswidrig ist die Tat, wenn die Anwendung der Gewalt oder die Androhung des Übels zu dem angestrebten Zweck als verwerflich anzusehen ist

(3) Der Versuch ist strafbar. 

(4) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter 

  1. eine andere Person zu einer sexuellen Handlung nötigt,
  2. eine Schwangere zum Schwangerschaftsabbruch nötigt oder
  3. seine Befugnisse oder seine Stellung als Amtsträger mißbraucht.

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Das entscheidende dabei ist, ich mit rechtswidrig mit etwas drohe.

Aber weder ist es rechtswidrig Jemanden anzuzeigen, wenn dieser eine rechtswidrige Tat begangen hat, noch ist es rechtswidrig anzudrohen, dass man Jemanden anzeigt, wenn dieser seine strafbare Handlungen nicht unterlässt.

Schöne Grüße
TheGrow

Kommentar von FrankieHH ,

Gute und richtig begründete Antwort

Antwort
von Miramar1234, 98

Das Anheimstellen einer Anzeige bei der Polizei oder der Staatsanwaltschaft stellt in keinem Fall,in keiner denkbaren Konstellation einen Straftatbestand dar.

Also klares Nein. Beste Grüße

Antwort
von NeonX, 71

Die Nötigung ist ein Vergehen nach §240 StGB. Darunter versteht man die rechtswidrige Anwendung von Gewalt oder Androhen eines empfindlichen Übels gegenüber einem anderen zwecks Erreichung einer Handlung oder Unterlassung. Die Tat ist dabei aber nur dann rechtswidrig und strafbar, wenn die Anwendung der Gewalt oder die Drohung mit einem Übel zu dem angestrebten Zweck als verwerflich anzusehen sind.

Theoretisch versucht die Person, Dich durch die Androhung einer Anzeigenerstattung zu einer Veränderung deines Verhaltens zu nötigen. Der objektive Tatbestand des § 240 StGB ist somit gegeben.


Eine Abwägung von Drohung und und angestrebten Erfolg wird allerdings ergeben, daß dies in dem geschilderten Fall nicht rechtswidrig ist. Die Drohung mit einem erlaubten Verhalten (Anzeige) zur Erreichung eines erlaubten Zieles (Stoppen der Verleumdnung gegenüber der Person, die Anzeige erstatten möchte) ist nicht verwerflich und somit nicht gemäß § 240 StGB strafbar.

Bitte beachte, dass ich darüber ein bisschen recherchiert habe, jedoch weder Jurastudent noch Anwalt bin und deshalb keinerlei Haftung für den oben geschriebenen Text übernehmen werde. Bitte wende dich am besten an ein Juraforum oder an eine entsprechende Internetseite wie http://www.frag-einen-anwalt.de

Antwort
von Interesierter, 61

Man kann es ansehen, als was man will, im strafrechtlichen Sinne ist das keine Bedrohung oder Nötigung.

Antwort
von RobertLiebling, 65

Nein. Die Drohung mit einer Strafanzeige bzw. einem Strafantrag ist gerade nicht als Nötigung anzusehen. Schließlich wird dann von den zuständigen Ermittlungsbehörden geprüft, ob der Vorwurf zu Recht erhoben wurde. Siehe § 240 StGB (und ggf. § 164 StGB).

Antwort
von dresanne, 54

Das ist keine Nötigung, sondern eine ernste Warunung, was Dir passiert, wenn Du weiter Lügen über eine bestimmte Person verbreitest. Derjenige hätte Dich auch gleich wegen Rufschädigung oder Verleumdung anzeigen können. Nimm diese Warnung ernst und halte Dich zurück. Übrigens verbreitet man überhaupt keine Lügen über andere Leute, ich würde mir das auch nicht gefallen lassen.

Kommentar von Honigbiene8888 ,

Moment mal...

Gehen wir davon aus, dass die Lügen nicht verbreitet wurden, derjenige aber davon ausgeht es wäre so.

Erstmal ist er ja in der Beweispflicht. Sonst könnte ja jeder kommen und einfach Leute anzeigen, die er nicht mag.

Kommentar von Daoga ,

Wenn er mit einer Anzeige droht, hat er vermutlich auch Beweise. Oder Zeugen. Und die muß er benennen, wenn er Anzeige erstattet.

Kommentar von Grautvornix ,

Es ist trotzdem nur eine Warnung, spielt keine Rolle ob die berechtigt ist.

Kommentar von furbo ,

Deine Argumentation mag schlüssig erscheinen, ist sie aber nicht.

Wenn jemand glaubt, dass der andere gegen ihn strafbar handelt, ist eine Anzeige immer gerechtfertigt. Auch die Drohung mit einer Anzeige wäre nicht rechtswidrig. 

Anders wäre es, wenn jemand positiv weiss, dass der andere nichts gemacht hat und dennoch mit Anzeige droht oder sogar sofort anzeigt. Dann würde er strafbar handeln. Es ist immer wieder die innere Einstellung des Täters zur Tat, die den Ausschlag gibt.

Antwort
von Kleckerfrau, 45

Nein, als klare Ansage.

Antwort
von Grautvornix, 51

Das ist eine Warnung vor Konsequenzen.

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