Frage von Edgarundboris, 89

Anderes Wort für Wirtschaftsflüchtling?

Kennt jemand ein anderes Wort für Wirtschaftsflüchtlinge, weil ich persönlich finde das Wort 'Wirtschaftsflüchtling' abwertend.

Antwort
von Minilexikon, 12

Es gibt verschiedene Definitionen im Bereich der Migration bzw. des Asylrechts. Ich versuche da mal Klarheit zu schaffen:

  • Wirtschaftsmigration: Auswandern aus dem eigenen Land (ohne eine zwingende Not zu beinhalten, kann aber dennoch dahinterstehen) und Einwandern in ein Land mit einer positiveren finanziellen Perspektive
  • Wirtschaftsflucht: Auswandern mit Not, seine Familie ernähren zu können und Einwandern in ein Land mit einer positiveren finanziellen Perspektive; Schwierig von Wirtschaftsmigration zu unterscheiden, Wirtschaftsmigration wäre eher der Oberbegriff
  • Steuerflucht: Schwarzgeldkonten in der Schweiz, Steuervermeidung in Luxemburg und dergleichen, Steueroasen; Wenn dies gleichbedeutend mit Wirtschaftsflucht ist, würde ich mich heide2012s Vorschlag "Armutsflucht" statt "Wirtschaftsflucht" zur Abgrenzung benutzen.
  • (Kriegs-)Flucht: Die uns beim Wort "Flucht" sofort in den Kopf kommende, aber nicht ausschließliche Assoziation (siehe oben)
  • Fliehen/Flüchten: Wenn man "flüchtet", läuft man vor einem Problem davon, bevor es einen erreicht; läuft man vor dem Problem davon wenn es einen unmittelbar erreicht hat, nennt man es "fliehen".
  • Asyl: "Als Flüchtlinge anzuerkennen sind Menschen, wenn sie, wie es im Artikel 1 der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 heißt, sich außerhalb ihres Heimatlandes befinden und berechtigte Furcht haben müssen, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, politischen Gesinnung oder Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe verfolgt zu werden" (Wikipedia)
  • Subsidiärer Schutz: Aufnahme wegen Wirtschaftliche Not, Naturkatastrophen, Krieg oder Armut (keine Asylgründe)

Das Wort "Wirtschaftsflucht" an sich ist nicht negativ, wird nur von Flüchtlingsgegnern gerne im negativen Kontext gebraucht.

Antwort
von ceevee, 47

"Auswanderer". So nennt man deutsche Wirtschaftsflüchtlinge, die dann bei VOX eine Fernsehshow bekommen. Oder Lutz Bachmann, den darf man jetzt auch so nennen. ;)

Antwort
von DinoSauriA1984, 41

"Wirtschaftsflüchtling" ist an sich nicht abwertend, sondern beschreibt eine bestimmte Situation. Wer in seinem Land keine Perspektive sieht, wegen hoher Arbeitslosigkeit, Armut und Elend, der versucht eben in ein Land auszuwandern, in dem er sich bessere Chancen verspricht. Daran ist doch nichts verwerfliches. So sind unter anderem auch die USA und Kanada von Europa aus "besiedelt" worden (die Ureinwohner wollten übrigens die Wirtschaftsflüchtlinge damals auch nicht).

Dass wir uns nicht in der Lage sehen, die Wirtschaftsflüchtlinge aufzunehmen, ist von dem legitimen Wunsch dieser Flüchtlinge unabhängig zu sehen und diese Ansicht ist genau so berechtigt.

Antwort
von heide2012, 42

Dieses Wort ist ja  eigentlich nicht "abwertend" gemeint, es wird leider nur oft abwertend verwendet.

Es ist eine Differenzierung und sagt nämlich aus, dass jemand aus rein wirtschaftlichen / finanziellen Gründen (um seine wirtschaftliche Lage in einem anderen Land verbessern zu können) flüchtet und nicht aus Angst um sein Leben.

Vielleicht passt "Armutsflüchtling"  besser.

Antwort
von ManuViernheim, 1

An sich kann kein Wirtschaftsflüchtling nach Deutschland einreisen, da ein Wirtschaftsflüchtling mittellos ist und die Schlepper nicht bezahlen kann.

Antwort
von TimmyEF, 59

Gastarbeiter

Antwort
von TheAllisons, 53

Das ist eben ein Wort, das abwertend ist. Denn Wirtschaftsflüchtlinge sind eben keine richtigen Flüchtlinge die aus Kriegsgebieten kommen. Die belasten unsere Wirtschaft nur unnötig.

Kommentar von SchakKlusoh ,

Das ist eine Lüge.

Wir Europäer stehlen die Fische vor Afrika. Die dortigen Fischer sind dadurch arbeitslos.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/fischfang-vor-afrikas-kueste-europa-kauft-die-m...

Wir Europäer erpressen die Afrikaner Handelsabkommen zu unserem Vorteil abzuschliessen. Dadurch zerstören wir ihre Wirtschaft.

http://www.heise.de/tp/artikel/49/49522/1.html

Deshalb flüchten sie zu uns. Das halte ich für absolut gerechtfertigt.

Kommentar von tryanswer ,

Dann sollten sich die Wirtschaftsflüchtlinge an ihre Regierung wenden, von der wir Fischereirechte pachten und die diese Abkommen unterzeichnen.

Evtl. sollten wir sie lieber Problemflüchtlinge nennen, da sie versuchen vor ihren selbstgemachten Problemen zu flüchten - was ihnen natürlich nicht gelingt. Denn wie überall gilt: Wenn man mit dem eigenen Leben unzufrieden ist, liegt es an einem selber dieses zu ändern. Daher ist auch jedes Mitleid solchen Leuten gegenüber unangebracht.

Kommentar von SchakKlusoh ,

Du meinst die Regierungen, die wir erpressen solche Abkommen zu unterschreiben? Das ist ein sehr überheblicher Standpunkt.

Wir verursachen diese Probleme, weil wir die Profite dabei machen wollen. Wir wollen unsere Hühner-Abfälle und unsere Altkleider dort loswerden.

Wir rauben diese Länder aus. Wir leben auf deren Kosten.

Deshalb ist kein Mitleid uns gegenüber angebracht.

Kommentar von PatrickLassan ,

Du meinst die Regierungen, die wir erpressen solche Abkommen zu unterschreiben?

Welche Regierung ist denn von der Bundesrepublik erpresst worden? Erpressung setzt eine Drohung voraus - womit sollte die Bundesrepublik denn drohen?

Kommentar von Minilexikon ,

Selbstgemachte Probleme? Machst du die Leute für die Entscheidungen ihrer Regierungen und die Mitwirkung unserer Regierung an dem Ganzen mitverantwortlich?

Antwort
von Rosy1974, 5

Neue Fachkräfte, Kulturbereicherer, Neubürger.

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