Frage von aweolkdie, 110

Anderes empfinden durch heroin?

Hallo, ich kenne seit über einem jahr einen mann, den ich sehr gerne habe. Wir sind nicht zusammen. Er war anfangs manchmal komisch zu mir und plötzlich wieder sehr nett und herlzlich. Irgendwann habe ich dann herausgefunden das er heroin snieft. Irgendwann ist mir dann aufgefallen das er so mett mir gegenüber ist wenn er was gezogen hat. Jetzt hat er letzte woche einen kalten entzug gemacht und gestern doch angefangen subutex zu nehmen.. Kann es sein das ein mensch der heroin nimmt einen nur mag oder sympathischer findet wenn er was nimmt bzw ändert heroin etwas am empfinden des mensches?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von RobertMcGee, 44

Heroin ist ein Opiat, also ein Betäubungs- und Schmerzmittel. Es ist kein Halluzinogen und und gehört auch nicht zu den Psychopharmaka.

Die Gefühle werden davon nicht beeinflusst, wohl aber das Verhalten an sich. Natürlich reagiert jemand auf Entzug anders, als wenn er konsumiert hat, ist schneller gereizt und kann auch unfreundlich sein. Das liegt dann aber daran, das es ihm in dem Moment selbst schlecht geht und er nicht "den Kopf frei" hat, um sich noch großartig um das Befinden Anderer zu kümmern. An den Gefühlen ändert sich duch den Konsum alleine nichts, allerdings können die damit verbundenen Umstände sehr wohl Einfluss darauf haben.

Vollständig clean zu werden ist sehr schwer, ich selbst kenne nur sehr wenige Menschen, die das wirklich geschafft haben und sich nach dem Heroin-Ausstieg nicht auf andere Suchtmittel verlagert haben.

Über Subutex habe ich bisher nicht viel Gutes gehört, angeblich soll der Subutex-Entzug schlimmer sein als der Heroin-Entzug. Allerdings kann ich da nicht aus eigener Erfahrung sprechen, nur vom Hörensagen.

Wenn du ihm helfen willst, seine Sucht in den Griff zu bekommen, er es im privaten Rahmen nicht schafft und eine Langzeittherapie für ihn nicht in Frage kommt, kannst du ihm höchstens noch die Teilnahme am Substitutionsprogramm nahelegen. Das ändert zwar nichts an der Sucht selbst -kann sie sogar verschlimmern- aber dort bekommt er seine tägliche Dosis Methadon, Polamydon oder auch Subutex und muss sich nicht mehr Sorgen darum machen, wo er Nachschub herbekommt. Die Gefahr, in die Beschaffungskriminalität abzurutschen, sinkt dadurch etwas. Außerdem wird er dort regelmäßig auf "Beikonsum" untersucht - das Substitutionsmittel wird also so gesehen als Druckmittel verwendet, um ihn vom Konsum anderer Stoffe abzuhalten. Ein weiterer positiver Effekt der Substitution wäre der einigermaßen geregelte Tagesablauf, den er zwangsläufig aufbauen muss, um die tägliche Vergabe wahrzunhemen. Nach einiger Zeit, wenn er nicht durch Beikonsum auffällt und die Termine zuverläsig wahrnimmt, besteht auch die Möglichkeit, nicht mehr täglich zum Substitutionsarzt gehen zu müssen, er bekommt dann die Dosis für mehrere Tage als "Take-Home" und wird lernen müssen, sich diese in Eigenverantwortung zu rationieren. Ein einigermaßen "normales" Leben soll dadurch wieder möglich gemacht werden - auch wenn es dabei immer wieder zu Problemen kommen kann, längere Urlaube oder spontane Reisen sind damit nicht möglich. Des weiteren kann in Absprache mit dem Arzt die tägliche Dosis Schritt für Schritt verringert werden, bis er komplett auf Null ist.

In der Szene ist die Substitution stark umstritten, einerseits wegen den teils massiven Einschnitten in die persönliche Freiheit und der ständigen Überwachung, andererseits weil der Entuzg von den Substitutionsmitteln angeblich schwerer ist, als vom Heroin selbst. Außerdem gibt es immer wieder Beschwerden, daß Substitutionsärzte ohne vorherige Absprache die Tagesdosis ändern, sie teilweise sogar erhöhen. Dazu mus auch noch gesagt werden, daß Substitutionsärzte gutes Geld mit den Süchtigen verdienen und dementsprechend die motivation, immer das Beste für den Patienten zu tun, nicht immer sichergestellt ist.

Um auf deine eigentliche Frage zurückzukommen: auch Patienten in der Schmerztherapie, Krebskranke im Endstadium, etc. stehen unter dem Einfluss starker Opiate - an deren Gefühlen für ihre Angehörigen ändert das nichts.

Kommentar von Taxidog4 ,

Sehr gut beschrieben. Es stimmt wirklich, der Entzug von z.B. Methadon dauert viel länger und ist auch schmerzhafter, da das Methadon noch monatelang im Körper bleibt und abgebaut werden muss. Ein kalter Heroin Entzug wäre ähnlich schmerzhaft, aber würde sich nicht über einen so langen Zeitraum hinweg ziehen. In der Substitution werden häufig Drogentests gemacht, falls diese positiv ausfallen, werfen sie dich raus, selbst bei Cannabis.

Antwort
von polenaa, 56

Drogen können leider sehr abstumpfen...
Kennst du das Buch "die Kinder vom Bahnhof Zoo"?
Da erfährst du viel über heroin und die Auswirkungen...
Irgendwann gehts nur noch darum den nächsten "Schuss" oder "sniff" zu bekommen und man hat nicht mehr wirklich viel Interesse an den Menschen aussenrum und auch nicht am zwischenmenschlichen Gefühlen :/  
wenn er entspannt und glücklich ist (eben nach einer neuen Dosis) fällt es ihm einfach nett freundlich sympathisch und umwerfend zu sein wenn er allerdings runter kommt und alles was zählt die nächste Nase ist dann ist das schnell verflogen :(
(Das sind natürlich jetzt die Härte Fälle!!)
Hoffe das es bei ihm noch nicht so weit ist! Viel Glück!

Antwort
von Soulfly84, 45

Nein. Nichts ist echter als deine Reize die du empfindest. Keine Droge wird je das darstellen können was du empfinden kannst. Drogen verschleiern und verdrängen nur die Realität.

Heroin ist wirklich das letzte was du dir geben solltest. Es ist so ein einfacher Ausweg aus allem und beginnt direkt zu funktionieren nachdem es genommen hast. Diese Erfahrung wird sich in dein Hirn brennen und du wirst diesen Gedanken nicht mehr los. Heroin ruiniert deine Gefühle.

Willst du den Rest deines Lebens diesem Augenblick nachlaufen nur weil dir der Kontext mit diesem Mann richtig erscheint? Die Sucht wird dich nicht an ihn binden.

Es gibt auch andere Männer die liebevoll sind, ohne das sie sich diesen Dreck in den Körper jagen. Steig aus.

Kommentar von aweolkdie ,

Ich hab nicht vor irgendwann heroin konsumieren ich hab das bisschen falsch formuliert. Meine frage war ob der freund von mir mich nur gern hat wenn er was gezogen hat. Also, ob heroin seine empfinden für mich beinflusst

Kommentar von Soulfly84 ,

Das ist reiner Zufall. Heroin brennt dir im Hirn alles weg. Du solltest nicht darauf hoffen, dass die Person noch die selbe ist, wenn sie kein Heroin konsumiert.

Was reizt dich an einem Menschen der dich zugedröhnt gut findet?
Gibt sicher auch Menschen die dich so mügen wie du bist, ganz ohne Drogen.

Antwort
von john201050, 21

einerseits geht einem auf heroin so ziemlich alles hart am a rsch vorbei, andererseits macht es auch aufgeschlossener, motivierter, kontaktfreudiger, glücklicher. (zumindest am anfang)

es beenflusst gefühle nicht, wohl jedoch das verhalten.

Antwort
von uknown, 50

Lass Bitte die Finger von ihm . Und ja , Heroin benebelt die Sinne definitiv

Antwort
von TrafalgarLawyer, 43

Ja das kann sein, da heroin/drogen die Wahrnehmung verändert und er dich dann high anders wahrnimmt als normal, d.h. Er sieht dich high in einem ganz anderem Licht...

Antwort
von aXXLJ, 13

Wer Heroin konsumiert, ist empathischer. In Abhängigkeit von der Dosis mitunter auch apathischer.

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