Frage von Loulunaa93, 18

Anarchosyndikalismus, wo genau ist dort die Herrschaft?

Ich bin jetzt schon eine weile im Linken spektrum aktiv und beschäftige mich mit den verschiedenen Alternativen zu einer Kapitalistischen Gesellschaft. Ich hsbe gelesen dass es beim Anarchosyndikalismus -im Gegensatz zur Anarchie- dennoch eine Herrschaft, wenn auch nicht wie momentan, geben soll. Wo jedoch genau ist diese Herrschaft im Anarchosynd. und wie ust diese dann umgesetzt, da es ja auch eine Staatsform ablehnt?

danke im Vorraus :)

Antwort
von ratatoesk, 11

Tja, gute Frage, aus diesem Grund klappt das auch nicht.

Der Anarchosyndikalismus ist ein Bestandteil der Anachismusbewegung.

Sozusagen eine Ergänzung der Ziele und wie sie erreicht werden wollen.

Anarchisten lehnen ja jede Herrschaft des Menschen über Menschen ab.

Die anderen Ziele decken sich mit denen der sogenannten LINKEN.

Was ja nicht schlecht ist ,wenn sie eben diese Herrschaft anerkennen würden,denn der Anarchist will frei sein und doch eine soziale Verantwortumng für die Gemeinschaft.

Was letztendlich wieder im Sozialismus endet,aber in einem Herschaftslosen,ihrer Meinung nach. Ein zwischending von Liberalismus und Sozialismus.

Das kann auf dem jetzigen Stand der Evolution nicht klappen und hats auch nirgens wo es versucht wurde.Aber immer wenn es den Leuten schlecht geht rufen sie danach und spätestens 45 jahre später wieder nach einem Kaiser. LOL

Da im Sozialismus,die Arbeiterklasse das sagen hat,also wieder einer der einen Zwang ausführt,lehnen die Anarchisten die LINKE mit diesen Vorstellungen ab.

Im Kontext stimmen beide so gut wie überein,aber nicht was das Ende betrifft.

Kommentar von DanielJ1978 ,

Da irrt der Schreiber: Es gab in der Tat in der Geschichte funktionierende anarchistische Gesellschaften. Die bekannteste - für den der sich dafür interessiert - hatte sich in Spanien, während des Bürgerkrieges gebildet (1936 - 1939). Dort flohen die regionalen Machthaber, Firmenbesitzer und Großbauern. In diesen Gebieten wurden Firmen, Verwaltung und Landwirtschaft recht schnell - mit Hilfe der C.N.T - von Arbeitern und Pachtbauern übernommen. Diese nahmen die Produktion wieder auf und gestalteten die Arbeitsprozesse in Industrie und Landwirtschaft um, um so menschenfreundlichere Arbeitsbedingungen zu schaffen. Des Weiteren wurde der Handel mit anderen spanischen Regionen, welche anarchistische Strukturen gebildet hatten, aufgenommen, ebenso gab es Handelsbeziehungen mit Regionen außerhalb Spaniens. Zu Beginn konzentrierte man sich darauf, den täglichen Bedarf der Bevölkerung zu decken, später, als Überschüsse erwirtschaftet wurden, wurden diese reinvestiert um die Produktivität der Betriebe zu steigern, neue Geräte anzuschaffen und die Arbeitszeit zu verkürzen, ohne daß die Beschäftigten Einbußen hinnehmen mußten. Geregelt wurde das durch Räte, welchen Delegierte aus allen Bevölkerungsschichten angehörten. Diese Delegierten wurden auch nicht - wie in der parlamentarischen Demokratie - auf eine Amtszeit gewählt, sondern bei Bedarf. D.h.: Jeder Delegierte wurde nur für dieses spezielle Anliegen gewählt. Ging es also um landwirtschaftliche Belange, dann bestand ein solcher Rat zum Großteil aus Fachleuten aus diesem Gebiet. Bei medizinischen Fragen, wurden z.B. Ärzte delegiert. Dabei ging es in erster Linie um Fachkompetenz und nicht um Einfluß oder Beziehungen. So konnte ein Delegierter, der den Interessen z.B. seiner Dorfgemeinschaft zuwiderhandelte recht schnell und ohne Probleme durch diese wieder abberufen werden. Das funktionierte deshalb, weil es ein Parlament in der uns bekannten Form nicht gab, sondern alle Abgeordneten nicht einer Partei oder Regierung, sondern immer und zu jeder Zeit einzig der Gemeinschaft zur Rechenschaft verpflichtet waren, welche sie delegiert hat. Dieses System funktionierte so gut, daß, als die Großbauern und -industriellen nach Ende des Bürgerkriegs zurückkehrten Diese feststellen mußten, daß die selbstverwalteten Betriebe deutlich besser organisiert, produktiver und moderner waren als zu dem Zeitpunkt an dem sie von ihnen verlassen wurden. Dieses Gesellschaftssystem wurde durch den Vormarsch der Franco-Faschisten mit Hilfe der deutschen Faschisten aber auch durch Angriffe von parteikommunistischer Seite zerschlagen, weil man auf parteikommunisticher als auch auf faschistischer Seite in dieser Idee eine Gefahr für die Ambitionen der kommunistichen und faschistichen Führer sah. Zehntausende Anarchisten wurden eingesperrt oder hingerichtet.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community