Frage von MakunaMatata, 28

Analoge Messgeräte?

Warum könnte es bei der Verwendung eines analogen Messgerätes manchmal sinnvoll sein, Messung mit nur einer einzigen Messbereicheinstellung durchzuführen?

Antwort
von Bellefraise, 11

bitte schau auch in meinen Kommentar bei Kermit.

Ich kenne jetzt den Zusammenhang nicht, in welchem diese Aussage gemacht wurde. Kermit hat schon den Sicherheitsaspekt genannt und das Herantasten erwähnt.

Ich vermute, dass die Aussage in deiner Frage auf Auswerteaspekte hinzielt. Nehmen wir an, wir haben ein Instrument der Fehlerklasse 1%. Dann heisst das, dass wir im gesamten Meßbereich mit 1% Fehler, bezogen auf den Endausschalg rechnen müssen.

Werten wir nun eine Versuch aus und messen z.B. einmal 200 V und einmal 50V, beides im Meßbereich 200V, dann erhalten wir für jede Ablesung +/- 2V Fehler, also

200 V +/- 2 V und 50 V +/- 2V, sind es sehr viele Meßwerte, dann kann alle einfach in einen Fehlerkorridor heinlegen, also ein Band von +/- 2V um die Meßwerte.

Schaltet man die Meßbereich öfters um, muss man bei jeder Messung den Meßbereich mit protokollieren und die Fehlerkorridore sind etwas aufwändiger zu zeichnen. Allerdings: beim Umschalten erhält man eine höher Genauigkeit.

Nehmen wir an, die o.g. 50V würden wit mit dem Meßbereich 100V messen, dann erhalten wir nur eine Abweichung von 50V +/- 1V

Antwort
von SirKermit, 14

An und für sich ist es alles andere als sinnvoll, da nur im oberen Drittel der Skala eine halbwegs ausreichende Genauigkeit besteht.

Aber wenn du an eine unbekannte Größe heran gehst, dann nimmt man den höchsten Messbereich und tastet sich solange mit der Messbereichsumschaltung vor, bis man einen brauchbaren Anzeigebereich erwischt hat. Aber das passt nicht zu deiner Frage.

Ansonsten sehe ich wenig Sinn in der Vorgehensweise. Im letzten Drittel (Richtung 0) wird der Messfehler gigantisch groß. Zumindest gilt das für die analogen Zeigerissinstrumente.

Anders: erzähle du mal, unter welchen Umständen das so gesagt wurde.

Kommentar von Bellefraise ,

Hallo - - im Ansatz ist das richtig, allerdings gibt es im Detail etwas zu ergänzen.

Grundsätzlich sind analoge Meßgeräte nicht ungenauer als digitale. Selbst wenn beim digitalen 2 oder 3 Nachkommastellen angezeigt werden, muss das noch lange kiene hohe Genauigkeit sein. Von Bedeutung ist die physikalische Meßgenauigkeit und nicht di Anzeigeauflösung.

Kommentar von Bellefraise ,

Analoge Instrumente werden in ihrer Geauigkeit in % des Endausschlags angegeben.... z.B. ist aufggederuckt 0,5%. Haben wir z.B. einen Meßnereich von 200 V dann kann die Abweichung überall in diesem Meßbereich 0,5% von 200 V sein.

Ja, wenn man am "ende" der Skala misst, ist der Wert mit weniger Fehler behaftet, als wenn man ganz unten misst . . .  der Fehler steigt jedoch nicht ins "Gigantische". wenn du bei diesem Beispiel mit dem 200V Meßbereich und 0,5% Fehler nur 20V misst, dann hast du im ungünstigen Fall 20V +/- 1V. Die 1 V sind die 0,5% von 200V

Kommentar von SirKermit ,
"wenn du bei diesem Beispiel mit dem 200V Meßbereich und 0,5% Fehler nur 20V misst, dann hast du im ungünstigen Fall 20V +/- 1V. "

Nehmen wir mal realistische Zahlen an, als da wäre eine Genauigkeitsklasse von 2,5 ( https://de.wikipedia.org/wiki/Genauigkeitsklasse ). Bei 100 Volt macht das einen Fehler von absolut 2,5 Volt (vom Endwert gerechnet). Die zu messende Spannung beträgt 1 Volt. Dann kannst du eine Anzeige von 3,5 oder -1,5 Volt erhalten.

Bekommst du 3,5 Volt angezeigt bei realen 1 Volt sind das 250% Abweichung. Okay, gigantisch mag das vielleicht nicht erscheinen, aber es ist schon ein echter Brocken. Und sag nicht, das kommt nie vor.

Leider ist meine Erfahrung so, dass aufgrund der modernen digitalen Anzeige eine Genauigkeit vorgegaukelt wird, die eines Taschenrechners würdig wäre, aber real so nicht zwangsläufig existiert und das dann auch auf analoge Zeigerinstrumente übertragen wird. Und die sind nun mal ziemlich ungenau.

Mal von den typischen Ablesefehlern und der ungenauen Nullpunkteinstellung mal ganz abgesehen. Typisch nutzt man das obere Drittel einer Skala aus. Und wenn das nicht geht, dann muss man gut rechnen und ablesen.

Antwort
von weckmannu, 6

Sinnvoll ist es z.b. an einem Messplatz, wo noch eine Justage vorgenommen wird.

Man kann mit einer analogen Anzeige viel leichter erkennen, ob ein Messwert-Maximum erreicht oder überschritten wird.

Bei numerischer Anzeige rasen die letzten Ziffern unleserlich durch. Deshalb ist auch im Auto ein analoger Drehzahl-Messer leichter und sicherer abzulesen.

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