Frage von PurpleSm0ke, 49

An wen muss ich mich wenden, wenn der Vater keinen Unterhalt zahlen will?

Hallo,

Ich bin 22 Jahre alt und habe noch keine Ausbildung abgeschlossen. Die Erste habe ich krankheitsbedingt abgebrochen und die Zweite, weil mein Vater(pensionierter Beamter) meine Psychotherapie nicht mehr unterstützen will und ich nun eine betriebliche Ausbildung beginnen möchte, um nicht mehr länger privat unter ihm mitversichert zu sein.

Ich wohne mit meiner kleinen Schwester(18), die gerade ihr Fachabi nachholt und mit meiner Mutter( Hausfrau) in einer Eigentumswohnung, die von ihm finanziert wird, aber unter dem Namen meiner Mutter gemeldet ist. Er selbst lebt in einer Mietwohnung, die bislang nicht unter seinem Namen gemeldet war, weil er in unserer Wohnung gemeldet war.

Seit meine Schwester in der FOS ist, hat er sich und meine Mutter in seinem Wohnsitz gemeldet, damit meine Schwester den Höchstsatz an Bafög bekommt.

Weil ich nun zum 2. Mal abgebrochen habe, hat er sich folgendes für unsere Zweckgemeinschaft überlegt:

1.Er will keine Kosten mehr für unsere Wohnung übernehmen. 2.Ich soll beim Jobcenter einen Antrag auf Wohngeld stellen 3.Meine Mutter soll nun auch physisch in seine Wohnung ziehen, die er weiterhin zahlt. 4. Er zieht ins Ausland und lässt sich dort nieder.

Ich weiß, dass es rechtlich gesehen schlecht für mich aussieht, aber würde ich überhaupt den Antrag auf Wohngeld genehmigt bekommen?

An wen kann man sich bei solchen Rechtsfragen wenden?

LG

Antwort
von DerHans, 49

Das ganze hört sich ziemlich illegal an. Er meldet sich in einer Wohnung an, in der er gar nicht lebt, um Leistungen zu erschleichen, die deiner Schwester ansonsten gar nicht zustehen würden.

Das ist eigentlich eine Sache für die Staatsanwaltschaft. In eurem Fall würde es aber auch ein Rechtsanwalt ins rechte Fahrwasser bringen können.

Antwort
von hertajess, 15

Was ist darunter zu verstehen dass Dein Vater die weitere fachliche Behandlung Deiner Erkrankung nicht mehr unterstützen will? Mir scheint ohne zu wissen ob er Dich aktiv daran hindert die angemessene fachliche Behandlung Deiner Erkrankung fortführen zu können oder nicht kann eine vernünftige Antwort auf die Unterhaltsfrage nicht gegeben werden. Denn wenn Du nur aufgrund seines Wunsches die Behandlung abbrichst ist es Deine Entscheidung. Kannst Du aber nachweisen dass er Dich aktiv daran gehindert hat ist es seine Verantwortung und er kommt aus seiner Unterhaltspflicht nicht heraus. Im letzteren Fall wäre auch zu klären ob er nicht eine anzeigepflichtige Straftat begangen hat. 

Ansonsten scheint Ihr eine Gemeinschaft von Sozialtransferleistungsbetrügern zu bilden. 

An Deiner Stelle würde ich zur Absicherung der eigenen Zukunft beim örtlichen Amtsgericht nachschauen online wann wo die nächste sogenannte kostenlose Rechtsberatung unter welchen Umständen angeboten wird. Da gehe bitte hin. Sei bitte ehrlich. Gehe so schnell als möglich da hin. 

Denn wenn der Vater bisher seine Familie zu diesem Sozialbetrug aufgefordert hat, womöglich dazu versucht hat zu erpressen kommst Du relativ gut davon. Hinzu kommt: 

Es geht uns hier nicht mal ein Staubkorn an wegen welcher Erkrankung Du behandelt worden bist. Aber Deine Fachkraft kann womöglich und für mich gut vorstellbar gerichtsrelevant feststellen dass Du aus benennbaren Gründen bisher keine Chance hattest gegen das kriminelle Verhalten Deines Vaters aktiv zu werden. 

Nun gut. Soll er eben versuchen ins Ausland zu ziehen. Deutschland hat mit fast allen Staaten auf der Welt Abkommen geschlossen, unter anderem Auslieferungsabkommen aber auch andere Abkommen die eine Strafverfolgung, die Durchsetzung von Ansprüchen ermöglichen. Die dadurch entstehenden Kosten darf er dann natürlich auch alleine tragen. 

Unter dem Strich erscheint mir für Dich dringendst geraten Dich komplett emotional von diesem Subjekt zu lösen. Hilfreich ist hier täglich von Hand auf Papier Tagebuch zu führen. Mindestens eine halbe Stunde vor dem einschlafen ist empfehlenswert. 

Kommentar von PurpleSm0ke ,

Erstmal vielen Dank für die ausführliche und ermutigende Antwort :)

Ich bin bei meinem Vater bei der HUK mitversichert und brauche sein Einverständnis in Form einer Unterschrift, die er bei einer Antragstellung einer Psychotherapie geben muss. Ich habe ihn mehrfach darum gebeten, aber er will nicht und bis jetzt hat es auch niemand aus meiner Familie geschafft ihn umzustimmen.

Deshalb war es mein Plan, eine betriebliche Ausbildung zu beginnen, um in die Gesetzliche wechseln und schnellstmöglich in eine eigene Wohnung ziehen zu können.

Das mit dem Amtsgericht werde ich aufjedenfall machen und meine Mutter will auch aussagen. Seine Schikanen treiben mich in den Wahnsinn und die Tatsache, dass er mir ständig Steine in den Weg legt raubt mir zusätzlich Kraft.

Ich war schwer depressiv und habe eine schizoide Störung. Durch die Therapie hat sich die Depression gebessert. Jetzt bin ich wieder in einer Phase, in der es mir nicht so gut geht. Aber sicherlich werde ich bald wieder den Silberstreifen am Horizont sehen können.

Ja, ich habe mich bereits von ihm emotional distanziert :) Es hat etwas gedauert, aber ich habe erkannt, dass es mir nicht gut tut. Er kennt mich bis heute nicht ansatzweise und schätzt mich total negativ ein. Früher dachte ich wirklich, dass es an mir lag. Ich wäre absolut erleichtert, wenn er komplett aus meinem Leben verschwindet.

Kommentar von hertajess ,

Nein. Dein Vater kann nicht einfach Deine fachliche Behandlung verweigern denn dann macht er sich strafbar. Dieses Thema ist also auf jeden Fall über die kostenlose Rechtsberatung zu klären. Da wird sicherlich meine Auffassung bestätigt. Dann fragst Du gleich nach Prozesskostenhilfe. Hast Du die in der Hand brauchst Du noch einen Anwalt für Familienrecht der sich in solchen Fällen für Deine Seite einsetzt. Denn bedenke bitte: Es gibt jeweils für beide Seiten spezialisierte Anwälte. Also rufe da jeweils an nachdem Du die Online-Seite des Rechtsanwalts genau angesehen hast. 

Es macht keinen Sinn an eine Ausbildung auch nur zu denken so lange Deine fachliche Behandlung es nicht erlaubt. So einfach. Und so lange ist er nun mal in der Unterhaltsschuld. Denn kein Mensch sucht sich seine Krankheit aus. 

Deshalb ist es auch falsch davon auszugehen dass Du einfach so eine zweite Ausbildung abgebrochen hast. Hier liegt das Verschulden ja eindeutig beim Vater. 

Gehe bitte einen Schritt nach dem anderen. Es gibt ein altes chinesisches Sprichwort:

Der größte Umweg ist oft der kürzeste Weg. 

Also kümmere Dich zunächst darum dass Du tatsächlich stabil eine Ausbildung aus Gesundheitsgründen durchstehen kannst. Verändere Deine Umwelt entsprechend. Sorge für angemessenen Umgang der Dir gut tut. Kümmere Dich um ein Hobby, um regelmäßige Kontakte zu normalen anständigen Menschen. Frage bei ProFamilia nach ob sie Rat wissen. Besorge Dir den Ausweis der öffentlichen Bibliothek. Dort erforsche welche Hobbys es gibt, frage nach Büchern die in gut verständlicher Form Lebensläufe vermitteln. 

Antwort
von passaufdichauf, 27

Der Grund des ersten Ausbildungsabbruchres ist durchaus nachvollziehbar und hat keinen Einfluß auf seine Unterhaltspflichten, der zweite Abbruch aber durchaus.

Es kann sehr gut sein, dass du dein Recht auf Unterhalt durch diesen Abbruch verwirkt hast.

Ein Anwalt kann dir weiterhelfen.

Allerdings würde ich, wenn er keinen Unterhalt mehr zahlt, ihm auch nich mehr die Wohnung finanzieren. Such dir was eigenes, was du dir auch leisten kannst.

Antwort
von TreudoofeTomate, 23

Um die Frage aus der Überschrift zu beantworten, an das Familiengericht.

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