An welcher Stelle kommt die Pauschalsteuer nach § 37b EStG zum Tragen?

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2 Antworten

Bei Geschenken bis 35.- € netto pro Empfänger fällt keine Steuer (auch keine pauschale) an und der Vorgang ist voll als Betriebsausgabe abziehbar. Problematisch wäre es nur, wenn die Kunden in dem Jahr schon einmal ein Geschenk von dir erhalten haben und somit insgesamt die 35 € Grenze überschritten wird.

Die Anmeldung erfolgt mit der Lohnsteueranmeldung (denn die pauschale Steuer nach § 37b ist eine besondere Form davon, ist ja auch für Mitarbeiter anwendbar). Insofern du bereits Mitarbeiter beschäftigst, gibst du es bei der monatlichen Lohnsteueranmeldung mit an. Ansonsten musst du eine gesonderte Lohnsteueranmeldung vornehmen. Vielleicht kontaktierst du in dem Fall das Finanzamt im Vorfeld, damit die Anmeldung dort nicht als fehlerhaft ausgewiesen wird.

Ob die pauschale Steuer bei der EÜR als Betriebsausgabe abzugsfähig ist, weiß vielleicht einer der Experten hier im Forum, ich bin mir da gerade nicht ganz sicher ;)


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Kommentar von Infomercial
23.11.2016, 19:46

In seinem Fall - da Kleinunternehmer - gilt der Bruttoeinkaufspreis.

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Kommentar von chris030
23.11.2016, 19:55

Vielen Dank für die ausführliche Antwort!

In der ersten Aussage sehe ich aber einen Widerspruch zu den Infos, die ich bisher gelesen habe (vielleicht, weil ich es nicht richtig verstehe :-))....

Unter http://www.finanztip.de/geschenke-an-geschaeftsfreunde/ heißt es: 

"Der Beschenkte muss das Geschenk wie eine Einnahme behandeln: Er muss den Wert verbuchen und versteuern. Wer seinen Geschäftspartner nicht durch diese erzwungene Ausgabe verärgern will, kann das Präsent vorab pauschal mit 30 Prozent des Kaufpreises versteuern – Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer kommen noch dazu. Auch die pauschale Steuer können Sie als Betriebsausgaben ansetzen, wenn die Geschenke weniger als 35 Euro kosten."

Heißt das, dass ich dann also schon versteuern müsste (über eine Lohnanmeldung), dann aber die Steuern wiederum als Betriebsausgaben geltend mache und in Endeffekt - wie du geschrieben hast - keine Steuern zahle?

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§4 (5) EStG 1Die folgenden Betriebsausgaben dürfen den Gewinn nicht mindern:

1.Aufwendungen für Geschenke an Personen, die nicht Arbeitnehmer des Steuerpflichtigen sind.

2Satz1 gilt nicht, wenn die Anschaffungs- oder Herstellungskosten der dem

Empfänger im Wirtschaftsjahr zugewendeten Gegenstände insgesamt 35 Euro
nicht übersteigen;

Wieso kommst du zum 37b?

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Kommentar von chris030
23.11.2016, 19:42

Genau über die von dir zitierte Norm... Satz 2 :-)

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