Frage von GiCiZ2000, 68

An welchen Staat Steuern zahlen?

Mal angenommen, jemand arbeitet in einem Staat außerhalb der EU (z.B.: Schweiz; Russland; Türkei) und ist dort auch gemeldet, ABER hat noch die deutsche Staatsbürgerachaft, da die Türkei, Schweiz, usw. noch nicht die jeweilige Staatsbürgerschaft gegeben hat.

Meine Frage wäre jetzt, an welchen Staat man denn jetzt Steuern zahlen muss?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von juergen63225, 41

Solange du Deutscher Staatsbürger bist und noch einen Wohnsitz hier hast, bist du auch in Deutschland steuerpflichtig, auch wenn der gewöhnliche Aufenthalt und Hauptwohnsitz im Ausland war. 

Das mit dem Wohnsitz wird sehr streng gesehen, ein Zimmer bei den Eltern ist einem gewissen Boris Becker mal zum Verhängnis geworden, als er in Monaco gelebt hat .... man muss also wirklich auf Dauer weg sein. 

Gibt man die Staatsbürgerschaft ab, dann ist man in Deutschland nur voll Steuerpflichtig, wenn man hier mehr als die Hälfte des Jahres 183 Tage verbringt. 

Voll Steuerpflichtig heisst, man muss in dem Land wo man wohnt, sein gesamtes Welteinkommen versteuern. Im Land in dem man Einkommen erzielt, ist man beschränkt steuerpflichtig, d.h. man versteuert nur das was man dort verdient hat.

Damit es nicht zur doppelten Besteuerung kommt, haben die meisten Staaten untereinander Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen .. Ist aber kompliziert und nicht für alle Einkünfte gleich: habe ich z.B. Kapitalanlagen im Ausland, und dort auch Kapitalertragsteuer bezahlt, kann ich die von der in Deutschland errechneten Steuerschuld abziehen, ggfs sogar erstattet bekommen. Habe ich aber Erwerbseinkünfte im Ausland bezogen, und war dort beschränkt steuerpflichtig, musste also dort auch eine Erklärung abgeben und Steuern zahlen, dann unterliegen diese Einkünfte hier dem Progressionsvorbehalt .. d.h. man muss sie Angeben, zahlt aber keine deutsche Steuer auf z.B. das Arbeitseinkommen dass man in der Schweiz oder der Türkei erzielt hat. Progressionsvorbehalt heisst, dass ich dann aber die Einkünfte die ich hier erziele (Mieten, Arbeit hier) mit dem Steuersatz versteuern muss, der dem Gesamt (Welteinkommen) entspricht. Also nicht: hier 2 Monate arbeiten, und dank Freibetrag Null Steuern zahlen, und 10 Monate im Ausland.




Kommentar von GiCiZ2000 ,

Nunja, mein Plan wäre es in der Schweiz zu arbeiten und auch gemeldet zu sein (also dort zu wohnen). Einen deutschen Wohnsitz hätte ich dann nicht mehr.

Ledeiglich die deutsche Staatsbürgerschaft, da man die Schweizer u.a. erst nch 12 Jahren aufenthalt bekommt.

Kommentar von GiCiZ2000 ,

Aber ein herzliches Dankeschön für die lange und ausführliche, informative Antwort :-)

Kommentar von Petz1900 ,

Die Antwort ist einfach nur falsch, sorry

Kommentar von GiCiZ2000 ,

Machs besser

Kommentar von Petz1900 ,

Hab ich.
Aber das du ausgerechnet die falscheste Antwort als die hilfreichste  auszeichnest, sagt alle.

Antwort
von Petz1900, 37

Die Staatsbürgerschaft spielt überhaupt keine Rolle.
Unbeschränkt steuerpflichtig ist man in der Regel da, wo man seinen Wohnsitz hat.
Man kann aber auch in einem Jahr in zwei Staaten unbeschränkt steuerpflichtig sein, wenn man während des Jahres seinen Wohnsitz verlegt.
Und es gibt Doppelbesteuerungsabkommen, wo geregelt, wenn zwei Staaten gleichzeitig das Besteuerungsrecht haben.

Kommentar von GiCiZ2000 ,

Naja deine Antwort ist nicht besser als die, die du kritisiert hast

Kommentar von Petz1900 ,

dann  ist ja gut, wenn du das beurteilen kannst. dann hat sich dein Problem ja erledigt.

Antwort
von maxi6, 16

Ganz einfach: Du zahlst da Steuern, wo Du wohnst und Dein Geld verdienst, die Staatsbürgerschaft spielt dabei keine Rolle.

Antwort
von JBEZorg, 14

Du zahlst Steuern dort wo du Geld verdienst generell. Feinheiten und etwaige Doppelbesteuerungsansprüche regeln zwischenstaatliche Doppelbesteuerungsabkommen. Also bei jedem Länderpaar einzeln ansehen.

Antwort
von Karl37, 8

Staatsbürgerschaft spielt keine Rolle. Eine Rolle spielt das Wohnsitzprinzip und das Quellsteuerprinzip. Wenn hier Unterschiede auftreten, dann muss man das genauer anschauen.

Wohnst du in Deutschland und arbeitest in der Schweiz, dann bist du sowohl in der Schweiz mit einer Quellsteuer und in Deutschland mit einer Einkommenssteuer steuerpflichtig. Hier kommt dann das DBA zum Zuge. Im Deutsch/Schweizerischen DBA wird dir der schweizerische AG eine Quellsteuer vom Gehalt abziehen und dem Fiskus überweisen. In Deutschland kannst du in der EST-Erklärung diese Quellsteuer geltend machen und mit deiner deutschen Steuerschuld verrechnen.

Antwort
von pegro2, 30

An den Staat in dem man arbeitet und das Geld verdient . 

Kommentar von GiCiZ2000 ,

Danke für die sehr schnelle Antwort :-)

Antwort
von Vlaad, 11

In  Deutschland unterliegt jede

- natürliche Person(jeder lebende Mensch von Geburt bis zum Tod)

- mit Wohnsitz/gewöhnlicher Aufenthalt im Inland(Dt. Staatsgebiet)

- somit unbeschränkt Eikommensteuerpflichtig

Wenn du ja in Russland ider Türkei arbeitest, dann hast du im Normallfall auch dort einen Wohnsitz. Somit musst du dein Einkommen in diesen Länder versteuern.

Staatsbürgerschaft ohne Bedeutung.

Bsp: Viele Türken, die hier in D. keben und arbeiten, müssen ja auch hier in D. ihr Einkommen versteuern.

Antwort
von jottlieb, 15

Ganz klar: Wenn du in der Schweiz arbeitest und dort auch wohnst (also deinen Wohnsitz bzw. Aufenthalt hast), dann bist du nur dort steuerpflichtig.

Antwort
von rukkk, 42

Für gewöhnlich ist man dort steuerpflichtig, wo das Geld erwirtschaftet wird.

Kommentar von GiCiZ2000 ,

Danke für die schnelle Amtwort ^-^

Kommentar von WasNetteres ,

Das stimmt nicht. Der gewöhnliche Aufenthalt zählt. Daher verlegen viele Superreiche ihren Hauptwohnsitz nach Monaco beispielsweise oder ziehen in die Schweiz, auch wenn sie ihre Firmen und damit Ihr Einkommen aus Deutschland haben. 

Kommentar von rukkk ,

Es  geht auch andersrum, dass man in Deutschland wohnt, das Land nie verlässt, ein Unternehmen an einem Standort mit keinen/kaum Steuern gründet und die Firma über das Internet betreibt. Steuern an den deutschen Staat würden in diesem Fall nur für die nach Deutschland transferierten Gelder erhoben...

Mit "für gewöhnlich" meinte ich den Arbeitnehmer der als Angestellter für einen längeren Zeitraum im Ausland arbeitet. Das ist sicher der häufigste Fall, und ich denke so hatte der Fragesteller es auch gemeint.

Aber du hast Recht, es gibt einfach eine vielzahl an Faktoren die beachtet werden müssen und daher ist es auch schwer/unmöglich eine allgemeingültige Antwort zu geben, ohne dass man alle Vorraussetzungen kennt.

Kommentar von Hefti15 ,

Dein erster Absatz stimmt so pauschal nicht. Gerade in Deutschland gilt das Welteinkommensprinzip. Da spielen die "nach Deutschland transferierten Gelder" eine sehr geringe Rolle.

Das dieser Grundsatz u.a. durch diverse DBA durchbrochen wird, ist eine ganz anderes Sache.

Auch ihren zweiten Absatz würde ich nicht so pauschal zustimmen. Weil gerade die Arbeitnehmer die für einen längeren Zeitraum im Ausland arbeiten oft ja Grenzgänger sind.

Antwort
von WasNetteres, 47

Die Steuerpflicht begründet sich praktisch immer im gewöhnlichen Aufenthalt und nicht in der Staatsangehörigkeit oder wo man sein Geld verdient. 

Es gibt Ausnahmen, aber in der Regel gilt, dass Du da steuerpflichtig bist wo Du Dich mehr als 183 Tage im Jahr aufhältst.

Kommentar von GiCiZ2000 ,

Vielen Dank, für die auführliche und schnelle Antwort 😊

Kommentar von Petz1900 ,

Die Antwort ist leider so nichtz richtig.

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