An welchem Demokratie Modell orientiert sich die afd?

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5 Antworten

Die AfD fremdelt mit den moderneren Demokratie-Modellen und bevorzugt die Identitätstheorie. Letztlich soll die Mehrheit über die Minderheit bestimmen. (WIR sind das Volk ...) Die neue Rechte hat rassistische Erklärungen vorsichtshalber durch identitäres Gedankengut ersetzt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Identit%C3%A4re_Bewegung

Abweichungen von der Mehrheit, Homosexuelle, Subkulturen und was von den Anhängern noch so als "Fremd" angesehen wird soll ausgegrenzt werden. Pluralismus und Konkurrenz stören nur diejenigen, die ihre Anhänger für das VOLK halten. Deshalb auch das Beharren auf Volksbefragungen. Die Mehrheit soll über die Minderheit bestimmen.

Aber bitte keine Volksbefragungen über üppige Subventionen von Dunkeldeutschland. Und das die Mehrheit die AfD nur doof findet ist natürlich die Folge von bösartigen Verschwörungen der Lügenpresse.

Also - gerade nach der Identitätstheorie würde die AfD als Minderheitsvertretung mit Recht ausgegrenzt. In einer pluralistischen Gesellschaft sind aber auch dumme politische Überzeugungen erlaubt.

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Kommentar von MrsScarface
09.03.2016, 17:49

Echt ein großes Danke an dich!jetzt verstehe ich auch den Zusammenhang und die Ideologien dahinter.

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Wenn man mal die ganze ideologisch belastete Darstellung der AfD weglässt, die im Wesentlichen auf inhaltliche Werte und Wertschätzungen abstellt, dann ist das Demokratieverständnis oder Demokratiemodell der AfD rein sachlich mit dem der Schweiz vergleichbar. Danach möchte die AfD die Distanz zwischen Bürgern und seinen parlamentarischen Vertretern, wie sie im rein repräsentativen Demokratiemodell in Deutschland gegeben ist, verringern und mit mehr Volksabstimmungen die Bürger bei wichtigen Fragen einbeziehen. So beklagt die AfD, dass zum Thema Europa die Deutschen als einzige in Europa mit keiner Volksabstimmung gefragt wurden, ob sie die Regelungen möchten, mit denen Europa immer mehr zentralisiert wird. Es ist doch seltsam, dass die Griechen gefragt wurden, ob sie Kredite annehmen wollen aber die Deutschen nicht, ob sie Kredite geben wollen.

Es gibt keinerlei Äußerungen der AfD, dass Minderheitsrechte des Grundgesetzes eingeschränkt werden sollen. Was die AfD ablehnt ist, dass in der öffentlichen Repräsentation und politischen Entscheidungen manchen Minderheiten (Lesben, Schwule) eine größere Beachtung zukommt als dem Normalbürger. Da die AfD sich zu einem betont konservativen Menschenbild wie einem stärkeren Nationalbezug bekennt, ist das allerdings nicht überraschend. Dass das Leuten mit anderer Grundeinstellung nicht gefällt, ist auch nicht überraschend. Doch von einem freien Meinungsaustausch über diese Werte lebt die Demokratie. Wenn, wie hier zu lesen ist, nur noch als demokratisch durchgeht, wenn man einer linkspopulistischen Meinung anhängt, scheint mir das Demokratiedefizit eher dort angesiedelt.

In der Vergangenheit war meines Wissens die AfD immer positiv eingestellt, wenn es darum ging, Bürgerbefragungen durchzuführen, auch wenn die Inhalte nicht aus national-konservativer Richtung kamen. Der Vorwurf durch die AfD, dass sich die repräsentativ ermittelten Parlamentarier immer mehr vom Bürger wegbewegen, ist sicher ein Grundgefühl vieler Bürger, warum sie jetzt evtl. nur aus Protest die AfD wählen. Ich fürchte, dass sich das trotz allem Anti-AfD-Trommeln der Medien auch am Wochenende bei den drei Landtagswahlen zeigen wird.

Beim Überschlagen der oben genannten Demokratiekonzepte, ist wohl das pluralistische Demokratiekonzept von Ernst Fraenkel dem Grundkonzept der AfD am nächsten. Die z.Zt. vorherrschende repräsentative Demokratie mit der Vormachtstellung der Parteien strebt im Verbund mit der EU immer mehr einer vom Bürger abgehobenen Staatsdemokratie zu, wobei die Bürger die Wahl zwischen unterschiedlich schönen und farbigen Wahlplakaten und Prospekten haben, um hinterher festzustellen, dass nichts von den großmundigen Versprechungen von den gewählten Vertretern eingehalten wird. Die dadurch entstehende Politikverdrossenheit führt dann zu Wahlbeteiligungen von unter 50% und unterhöhlt ein lebendiges Demokratieverständnis. Neben den AfD-Protestwählern signalisieren vor allem die wahluninteressierten Fernbleiber, dass mit unserer Demokratie langsam etwas nicht mehr stimmt. Immer mehr Bürgern ist die Spruchblasenalternative zu wenig und zuwider, wenn hinterher selbst von den Spruchblasen nichts erkennbar umgesetzt wird. Hier ist modellbezogen mit Max Weber zu fragen, welche institutionellen Selbstläufer aus dem Ruder gehen und letztlich das demokratische Konzept gefährden.

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Kommentar von earnest
10.03.2016, 12:14

Seltsam, berkersheim: Wo auf dieser Seite ist denn zu lesen, dass nur demokratisch sei, was "linkspopulistischer Meinung" anhängt? 

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Hallo zusammen, dann geh doch direkt zum AfD Büro in deiner Stadt und frag sie dort. Erkläre Ihnen deine Aufgabe und ob Sie dir dabei helfen können. Gegebenenfalls kannst du denen auch eine e-Mail schreiben. Die beißen nicht, einfach fragen.
LG Carnival

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Am Demokratie-Modell Ungarns unter Orban?

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Kommentar von MrsScarface
09.03.2016, 16:49

Wie oft noch...mir ist Demokratie und afd auch ein Rätsel,aber trotzdem muss ich ein Modell zugeordnet bekommen.wär schon wenn jemand sich mal Mühe geben könnte und das richtig durchzulesen...

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Walter Ulbricht sagte,als er nach dem Krieg aus Moskau kam. zu seinem Genossen:Leonhard: "Es muß demokratisch AUSSEHEN ...."

Bei der AfD geht die geistlose "Zeitreise" zügig von 2016 nach 1933 ....

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