An Rechtsexperten: Wird dieses Strafurteil zu halten sein?

... komplette Frage anzeigen

14 Antworten

Wenn man das mit dem Fall Edathy vergleicht, scheint das natürlich nicht verhältnismäßig, aber man weiß nicht, was wirklich hinter dem Geschehen steht. Der von dir verlinkte Artikel ist nur wenig hilfreich.

Wichtig wären für mich vor allem die Klärung der Fragen, ob sich der Täter die Bilder und Filme auch regelmäßig angesehen hat, oder ob er nur einen Sammeltick hatte. War (ist) der Täter heterosexuell, homosexuell oder bisexuell? Welche Sexualität lebt der Täter im realen Leben? Wie alt waren die Kinder? Stellen die Aufnahmen auch Gewalt, Vergewaltgung, Prügel ... dar, oder nur nackte Kinder? Wurde ein psychologischer Sachverständiger vom Gericht bestellt? Falls ja, wie hat der Täter mit diesem zusammen gearbeitet, was sagt der Gerichtssachverständige über den Fall aus? ...


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von SoDoge
04.02.2016, 14:10

mMn eine sehr gute Antwort, da braucht man schon sehr viele Details über den Prozess, ohne diese lässt sich das Gerichtsurteil nur schwer bewerten.

1
Kommentar von Havenari
04.02.2016, 15:55

Justitia ist bekanntlich blind - es ist ihr (oder sollte es zumindest sein) vollkommen wurscht, zu welchem Geschlecht sich der Täter hingezogen fühlt und mit wem oder wie oft er poppt. Auch was er mit den Bildern oder Filmen macht, ist unerheblich - der Besitz steht unter Strafe.

0

Aus dem Artikel geht nicht hervor, dass der Verurteilte in Berufung gehen wird. Warum sollte sich das LG dann damit befassen?

Bei der Menge von Fotos sollte der Täter aber schon eine merkbare Strafe bekommen. Hinter jedem Foto steht ein missbrauchtes Kind, deshalb nicht "nur" Kinderpornografie.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Nur Kinderpornos. Nur. Das hätte irgendwann nicht mehr gereicht und er hätte sich ein Kind geschnappt. Die müßten alle so hart bestraft werden

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Die harte Strafe erfolgt vermutlich wegen des Amtes und in Lehrer gesetzte Vertrauen (Garantenstellung gegenüber Kindern). Von Lehrern wird ein vorbildliches Sozialverhalten erwartet. Sie haben u.a. eine Vorbildfunktion. Lehrer haben eine spezifische Schutz- und Obhutspflicht gegenüber Kindern und Jugendlichen. Somit muß er aufgrund von Entscheidungen des BVerwG auch mit härteren Strafen rechnen. Sofern er auch noch beamteter Lehrer ist/war, erwartet ihn zusätzlich noch ein Disziplinarverfahren.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ob dieses Urteil zu halten ist, ist schwer zu sagen. 

Auf der einen Seite haben wir keine Vorstrafen. Auf der anderen Seite haben wir 120.000 Bilder und 150 Filme. Das ist enorm und lässt auf einen langen und intensiven Gebrauch schließen.

Die Einlassung, dass der Täter zwar eine Neigung aber keinen Trieb hätte, ist anhand der schieren Menge nicht glaubhaft. Steuern kann der Täter das sicherlich nicht.

Weiter geht aus dem Artikel nicht hervor, ob der Täter auch Bilder und/oder Filme weitergegeben hat.

Warum genau die Strafe nicht zur Bewährung ausgesetzt wurde, wäre dann vielleicht der Urteilsbegründung zu entnehmen.

Anhand der hier vorliegenden Daten ist keine wirkliche Beurteilung möglich.

Du musst dir aber schon vergegenwärtigen, dass zur Erstellung dieser Bilder und Filme Kinder missbraucht werden und dass derjenige, der das erwirbt der zahlende Auftraggeber dieses Missbrauchen ist. Um ehrlich zu sein, erachten ich das Strafmaß von 3 Monaten bis 5 Jahren als recht wenig.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Wer sich kinderpornos reinzieht macht sich auch zum Täter, dreimal darfst du raten warum das Zeugs produziert wird...

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Schon eine Riesen Schweinerei, wenn ein Lehrer mit soetwas in Verbindung steht! Hauptsache, er darf nie wieder beruflich mit Kindern zu tun haben. Wenn man jedoch andere Urteile ansieht, ist das übertrieben hart. In der nächsten Instanz würde das Urteil wohl abgemildert.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

NUR ein Kinderporno. Wenn es nach mir gehen würde, würde der Kerl für den Rest seines Lebens in der Psychiatrie sitzen.  

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ohne den genauen Inhalt des Urteils zu kennen kann man die Frage nicht beurteilen. Das der Angeklagte "pädophil und latent gefährlich" sei, hat sich das Gericht wohl nicht so eben mal aus den Fingern gesogen. Möglicherweise gibt es dazu ein entsprechendes Gutachten.

Zudem hat sich der Angeklagte durch sein Verhalten (falsche Angabe über seine derzeitigen berufliche Tätigkeit) selbst in kein gutes Licht gestellt.

Das Gericht kann eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren zur Bewährung aussetzen, es muß das aber nicht. Man wird sehen was beim Landgericht herauskommt, wenn der Angeklagte Berufung einlegt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

> "nur"

Glaube mir, exakt dieses idiotische "nur" ist es, warum dafür "nur" eine Bewährungsstrafe verhängt wird. Es sind "nur" Bilder von Kindern, die unsäglich gefoltert werden.

Es ist unfassbar, alleine dieses Wort "nur" in diesem Zusammenhang zu denken.

Ich zitiere den Angeklagten laut Spiegel: "Ich habe eine pädophile Neigung, aber keinen Trieb. Ich kann mich sehr gut steuern."

Das kann keiner steuern. Es ist ein Alptraum, diesem Menschen auch nur zuzuhören. Er hat nämlich nicht gesteuert.

Die Opfer leiden ein Leben lang darunter, die Täter kommen mit einem kleinen "Du Du Du, Du bist aber auch böse gewesen" aus der Nummer heraus.

Die Möglichkeit zu härteren Urteilen sollte hier in ganzem und vollem Umfang ausgesprochen werden. Resozialisierung ist hier nicht möglich, indem man nur (ganz bewusst nicht in Anführungszeichen) ein paar Tage im Gefängnis verbringt bekommt.

Diese Kiki-Mini-Winzig-Lachnummern-Strafe wird am Ende bestätigt, aber leider nicht verschärft. Es werden weitere Opfer in Kauf genommen, nur damit dieses Ar***lo** nicht so lange wegkommt, bis wirklich keine Opfer mehr zu befürchten sind.

Wie gesagt, die sind nicht wirklich therapierbar, alles andere sind Experimente von Psychologen und Psychiatern mit den Opfern.

Ich habe hier Null Toleranz. Null.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von KnockinHeaven
04.02.2016, 06:54

Ich geb dir Recht, jedoch muss man auch bedenken, dass viele solcher Täter in der Kindheit/Jugend selber Missbrauchs-erfahrungen erlitten haben.

1
Kommentar von neredboyHD
04.02.2016, 07:04

wenn er sich steuern könnte hätte er es auch anders kanalisiert... was das "nur" angeht: in unserem Land werden anscheinend Eigentumsdelikte härter bestraft als Gewalt gegen Menschen

1

Zu einer Urteilsfindung werden viele unterschiedliche Faktoren herangezogen, deren Ergebnis wir nicht kennen. Daher ist es auch müßig zu spekulieren, ob das Urteil gerecht ist oder nicht.

Mit Sicherheit gibt es da negative Einflüsse, die zu diesem Urteil geführt haben. Der Richter wird schon seine Gründe haben, wenn er feststellt, dass dieser Mann gefährlich ist.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von nurlinkehaende
04.02.2016, 06:23

Urteile sind nicht gerecht.

Urteile befinden, was Recht ist.

Recht und Gerechtigkeit sind zwei voneinander unabhängige Dinge, auch wenn beide ein paar Buchstaben gemeinsam haben.

4

Einem Angeklagten kann man nicht allein auf das Fehlen von einschlägigen Vorstrafen die Strafe zur Bewährung aussetzen. Hier ist das Verhalten vor Gericht ausschlaggebend und auch tätige Reue wird berücksichtigt.

Wenn dem Angeklagten die Aussetzung der Haftstrafe  auf Bewährung verwehrt blieb, dann waren Gründe dafür vorhanden.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?