Ich hatte vor meinem Pferd schon mehrere Reitbeteiligungen!
Die Besitzer hatten manchmal mehr und manchmal auch weniger Verantwortungsbewußtsein!
Ich konnte so also sehr unterschiedliche aber immer lehrreiche Erfahrungen sammeln!
Mein eigener Anspruch an den Umgang mit einem Pferd hat sich so gefestigt!
Ich habe sozusagen eine ganz eigene Moral entwickelt, die mich in meinen Entscheidungen leitet!
Und mein erstes eigenes Pferd hat mich trotzdem total überrumpelt, ich wollte gar keins kaufen, ich war auf der Suche nach einer neuen Reitbeteiligung!!!
Und zwar wollte ich einen 1.30m Araber-Berber probereiten...
Aber die Frau mit dem Tinker brauchte dringender jemanden!
Tinker fand ich eher doof...
Ich dachte die wären faul und träge...und ich hatte mich einfach auf diesen kleinen Berber Hengst gefreut...!
Naja, dann habe ich halt den Tinker ausprobiert!
Auf dem Weg zur Wiese, war ich aber total hingerissen, von dem Tier..., ich dachte die ganze Zeit nur, das ist meiner!
Für diesen größenwahnsinnigen Gedanken habe ich mich total geschämt, die Pferde haben immer eine sehr innige Bindung zu mir aufbauen können aber so besitzergreifend bin ich vorher noch nie an eine neue Reitbeteiligung gegangen!
Also, auf die Wiese und gestaunt, wie schön das Pferd ist, er ließ sich ganz brav aufhalftern, nachdem er wiehernd zu uns kam...
Aber dann wars vorbei mit den Manieren!!!
Als das Tor aufging, zog der Bursche mich Richtung Stall, äh..., ist der immer so?
ER hatte bloß Hunger!
War ja auch ganz logisch, nach 8 Std. Weide...!
Also diese gefühlten 800kg Pferd hatten keine Ahnung, wie ein Reitpferd sich benehmen sollte und waren auch locker 200kg zu viel!
Oje und ich hatte einen Narren gefressen an dem irren Zossen...
Boxer ließ sich dann auch unterm Sattel weder die Richtung noch die Gangart vorgeben und ich bat um 6 Wochen Bedenk und Probezeit, ob ich denn überhaupt einen Weg zu dem Tier finden könnte...
Wir sind dann fröhlich durch den Wald gepanzert und haben alles ausdiskutiert, ich verlor in dieser Zeit etwa 7kg Gewicht...
Auf jeden fall waren erste Ansätze von Anstand zu erkennen, als die damalige Besitzerin mir beichtete, sie könnte ihn wegen der Trennung von ihrem Mann nicht mehr finanzieren...
Der holländische Kutscher wollte den schon lange haben aber wir waren uns einig, daß der ihm das Benehmen wohl einprügeln wollen würde...
Ich bekam einen 9jährigen Tinker zu einem Spottpreis und habe heute, nach ganz viel Arbeit und ganz vielen Reitstunden einen sanften Riesen als Freund...
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