Frage von zeraphina2304, 82

Erhält man an Krankheitstagen weniger Arbeitstunden als Sollarbeitszeit?

Hallo zusammen. Folgende Situation:

Mein Mann arbeitet in einem Pflegedienst in Vollzeit, veranschlagt sind 7,8 Std./Tag. Er war nun vier Tage krank. Auf seinem Stundenzettel sah er, dass er für diese Tage nur 6,5 Stunden zugestanden bekam. Die Begründung der Leitung war, dass an diesen Tagen jemand für ihn einsprang und diese Person für seine Tour nur 6,5 Stunden gebraucht hätte. Meiner Meinung nach dürfen aber an Tagen, an denen man ein ärztliches Krankheitsattest vorlegt, keine Minusstunden entstehen.

Hat jemand Erfahrung damit?

Danke für eure Antworten im Voraus!

edit: Es geht nicht um die Bezahlung, hierbei handelt es sich um Festgehalt. Es geht "nur" um das Stundenkonto, welches dann natürlich mit Minusstunden belastet werden würde.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht, 29

Durch Krankheit/Urlaub dürfen weder Plus- noch Minusstunden entstehen.

Ein AN der krank wird muss so behandelt werden als hätte er gearbeitet. Wenn im Arbeitsplan für die Krankheitstage 7,8 Stunden eingeplant wurden, müssen auch diese 7,8 Stunden gerechnet werden.

Wie lange ein anderer MA braucht, spielt keine Rolle und ist uninteressant. Mit dem Entgeltfortzahlungsgesetz hat das nichts zu tun. Der AG soll mal belegen auf welcher Rechtsgrundlage er hier zu wenig Stunden rechnet.

Kommentar von Hexle2 ,

Danke fürs Sternchen

Antwort
von DanBam, 42


Ist soweit ich das sehe eine Frage des Arbeitsvertrages u. Tarifvertrages, s. Absatz 4

Höhe des fortzuzahlenden Arbeitsentgelts

(1) Für den in § 3 Abs. 1 oder in § 3a Absatz 1 bezeichneten Zeitraum ist dem Arbeitnehmer das ihm bei der für ihn maßgebenden regelmäßigen Arbeitszeit zustehende Arbeitsentgelt fortzuzahlen.

(1a) Zum Arbeitsentgelt nach Absatz 1 gehören nicht das zusätzlich für Überstunden gezahlte Arbeitsentgelt und Leistungen für Aufwendungen des Arbeitnehmers, soweit der Anspruch auf sie im Falle der Arbeitsfähigkeit davon abhängig ist, daß dem Arbeitnehmer entsprechende Aufwendungen tatsächlich entstanden sind, und dem Arbeitnehmer solche Aufwendungen während der Arbeitsunfähigkeit nicht entstehen. Erhält der Arbeitnehmer eine auf das Ergebnis der Arbeit abgestellte Vergütung, so ist der von dem Arbeitnehmer in der für ihn maßgebenden regelmäßigen Arbeitszeit erzielbare Durchschnittsverdienst der Berechnung zugrunde zu legen.

(2) Ist der Arbeitgeber für Arbeitszeit, die gleichzeitig infolge eines gesetzlichen Feiertages ausgefallen ist, zur Fortzahlung des Arbeitsentgelts nach § 3 oder nach § 3a verpflichtet, bemißt sich die Höhe des fortzuzahlenden Arbeitsentgelts für diesen Feiertag nach § 2.

(3) Wird in dem Betrieb verkürzt gearbeitet und würde deshalb das Arbeitsentgelt des Arbeitnehmers im Falle seiner Arbeitsfähigkeit gemindert, so ist die verkürzte Arbeitszeit für ihre Dauer als die für den Arbeitnehmer maßgebende regelmäßige Arbeitszeit im Sinne des Absatzes 1 anzusehen. Dies gilt nicht im Falle des § 2 Abs. 2.

(4) Durch Tarifvertrag kann eine von den Absätzen 1, 1a und 3 abweichende Bemessungsgrundlage des fortzuzahlenden Arbeitsentgelts festgelegt werden. Im Geltungsbereich eines solchen Tarifvertrages kann zwischen nichttarifgebundenen Arbeitgebern und Arbeitnehmern die Anwendung der tarifvertraglichen Regelung über die Fortzahlung des Arbeitsentgelts im Krankheitsfalle vereinbart werden.




Antwort
von knofinchen, 34

Wenn er krank war,war er krank,Punkt. Ihm stehen die Stunden zu,unerheblich davon wie lange der Ersatz gebraucht hat die Arbeit zu erledigen.

Kommentar von zeraphina2304 ,

Genauso dachte ich mir das auch. Danke für deine Antwort!

Antwort
von Elaysa, 49

Nein, das ist so nicht richtig. Er muss seine im AV festgelegte Arbeitszeit bezahlt bekommen.

Kommentar von zeraphina2304 ,

Danke für die Antwort!
Die Bezahlung steht außer Frage, er bekommt Festgehalt. Es geht lediglich um die Stunden, die aufgeschrieben werden, immerhin geht das von den Überstunden natürlich ab.

Kommentar von Elaysa ,

Auch das darf nicht so geschrieben werden, er arbeitet ja sonst auch immer in VZ die Runde ab. 

Wer sagt denn dass der Ersatzmann seine Arbeit auch ordentlich gemacht und die nicht die Hälfte weggelassen hat?

Kommentar von Nightstick ,

Hinter den Stunden steckt auch eine Bezahlung - deshalb ist es richtig, zuwenig notierte Stunden zu bemängeln!

Kommentar von Elaysa ,

Hinter den Stunden steckt auch eine Bezahlung......sag bloß, hätte ich gar nicht gedacht....

Kommentar von Nightstick ,

Was soll dieser dumme Kommentar?

Kommentar von Elaysa ,

Das hätte ich auch fragen können...zu Deiner Antwort, die war auch dumm.

Kommentar von Nightstick ,

Nein das stimmt nicht!

@zeraphina2304 hatte geschrieben (Zitat): "Die Bezahlung steht außer Frage, er bekommt Festgehalt. Es geht lediglich um die Stunden, die aufgeschrieben werden, ..." (Zitat Ende).

Darauf hatte ich meinen Kommentar geschrieben!

Ich glaube, Du hattest es einfach nicht verstanden, @Elaysa!

Kommentar von Elaysa ,

Doch, hab ich, und eben deshalb....

Kommentar von Nightstick ,

Träume weiter...

Kommentar von Elaysa ,

Glaub was du willst, aber Du musst nicht glauben mir Lohnzahlung erklären zu müssen...

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