Frage von zahlenguide, 49

An Juristen: Muss es bei einer 1:1 Situation nach einer Vergewaltigung neben der Aussage des möglichen Opfers auch einen Objektivbeweis für ein Urteil geben?

https://www.gutefrage.net/frage/thema-vergewaltigung-koerperuntersuchung-bei-mut...

Ontario meint bei dieser Fragestellung, das es bei einem Vergewaltigungsprozess mindestens einen objektiven Beweis geben muss (nach deutschem Recht), ansonsten wird der mutmaßliche Täter nicht verurteilt? Stimmt das oder reicht auch eine Aussage ohne dass das mutmaßliche Opfer sich selbst widerspricht?

Ich bin bisher davon ausgegangen, dass man als mutmaßliches Opfer seine Aussage einfach nur immer wieder mit allen Details wiedergeben muss und dann der mutmaßliche Täter als überführt gilt?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Coriolanus, 20

Ein objetiver Beweis bei einer Vergewaltigung (z.B. eine medizinische Untersuchungsfeststellung) kann helfen, den Täter zu überführen. Ein solcher Beweis ist aber nicht zwingend erforderlich. Es kommt immer auf die Umstände des Einzelfalls an und wie der Richter diese Umstände bewertet. Für einen Richter ist so etwas recht schwierig. Aber im Zweifel gilt der aus dem römischen Recht übernommene Grundsatz "in dubio pro reo" (im Zweifel für den Angeklagten), falls der Richter nicht voll von seiner Schuld überzeugt ist.

Antwort
von jerkfun, 11

Es ist bekannt das sehr gutes Lügen ausreichen kann,ein Gericht davon zu überzeugen,einen Menschen zu verurteilen.Wenn dann noch eine intelligente Verteidigung des Verdächtigen fehlt,kann ohne jeden objektiven Beweis ,vor allem im Sexualstrafrecht ,ein Fehlurteil gesprochen werden.Gerade im Bereich Ehestreitigkeiten,anschwärzen beim Finanzamt,werden schon mal Anzeigen wegen Vergewaltigung gemacht.Deshalb ist die Strafe auch recht hoch,wenn der Schuß nach hinten losgeht und im Ausschlußverfahren eine Unschuld bewiesen werden kann.() Beste Grüße

Kommentar von jerkfun ,

Man lese über den Prozeß Kachelmann.

Kommentar von zahlenguide ,

stimme dir bei deinen ersten Sätzen zu - aber ich finde nicht, dass die Strafen für eine solche Falschaussage hoch sind. Es sind oft für diese Leute lächerliche Geldstrafen und höchstens eine kurze Bewährungsstrafe. Ich finde, man sollte 1 Jahr ins Gefängnis für sowas gehen.

Kommentar von jerkfun ,

Ich denke,Frauen die überführt wurden,wegen falscher Verdächtigung,vor allem wenn der Beschuldigte schon einsitzen musste,verurteilt war,hat es schon Freiheitsstrafen gegeben.

Kommentar von zahlenguide ,

denke, dass das eher selten der Fall ist, vielleicht wenn die Frau noch die Richter beleidigt hat oder halt andere Straftaten dazu kamen. Selbst 1 Jahr Gefängnis ist ja noch wenig dafür, dass du das Leben eines Menschen kaputt gemacht hast (hat keine Familie mehr, seine Karriere ist beendet, bestimmte Jobs kann er gar nicht mehr machen, ein Verdacht bleibt auch noch, und man selbst fragt sich vielleicht noch "Habe ich was falsch gemacht?") - hier sollte es eine feste Strafe geben. Egal, ob die Frau, das aus Rache, aus Spaß, aus Langeweile, aus Hass, aus Eifersucht... gemacht hat - sie kommt bei mir in den Bau.

Kommentar von jerkfun ,

Ja,da kann man dann evtl.noch durch die Schadenersatzklage etwas machen.Presse(gegen)darstellungen verlangen,etc.Hast Recht.Gerad hat ein 10 jähriger eine Entführung vorgetäuscht.Auch der sollte vlt.schon Bekanntschaft mit der Psychiatrie machen.

Antwort
von BVBDortmund1909, 14

Ja,ein Objektivbeweis wäre hilfreich,aber nicht unbedingt nötig.Das Opfer kann zum Beispiel lügen und hat den Missbrauch vorgetäuscht,um jemandem eins "auszuwischen".In dem Fall wäre der Täter ungerecht behandelt,also liegt die Tendenz bei mindestens einem Objektivbeweis.

Liebe Grüße

Antwort
von CAPTAlN, 25

Ich bin zwar keine Juristin, aber das kann ich mir so ganz ohne Beweis nicht vorstellen. Sonst könnte ja jeder alles behaupten und selbst wenn es sich als unwahr herausstellt, der Ruf ist ruiniert

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