Frage von charismaticus, 83

An diejenigen, die von der Astrologie überzeugt sind: Macht Euch der Ursprung dessen nicht grundsätzlich misstrauisch?

Vorweg: Ich bin kein prinzipieller Astrologie-Gegner. In meinem Familienkreis gibt es beispielsweise zwei Personen, die von der Plausiblität und Wirkung der Astrologie überzeugt sind.

Was mich aber - neben all jenen typischen pro und contra Argumentationen und angeblichen wissenschaftlichen Befunden dafür oder dagegen - misstrauisch macht: Astrologie gibt es ja schon seit der Antike. Mit anderen Worten stammt die Idee, dass es einen Zusammenhang zwischen den Positionen und Bewegungen von Planeten und Sternen und irdischen Ereignissen geben könnte sowie der Fähigkeit, daraus konkrete Deutungen abzulesen, aus reinem Bauchgefühl. Zur damaligen Zeit hatte man nicht annähernd den Wissenstand, derartige Vermutungen auch nur im Ansatz zu erklären. Man hatte auf diesem Gebiet schlichtweg ein primitives und sich einzig der Phantasie bedienendes Denkvermögen. Versteht ihr, was ich meine? Es macht für mich einen Unterschied, ob man eine Theorie aus Erkenntnissen ableitet oder aus reinen Gedankenspielen. Was veranlasst euch dazu, dieses aus nichtvorhandenem Wissenstand entstandene Gedankenkonstrukt wieder aufzugreifen? Oder im Umkehrschluss gefragt, was lässt euch der Existenz anderer vergleichbarer Gedankenkonstrukte, wie Himmel und Hölle, der Reinkarnation oder Geistern zweifeln, wenn ihr doch eine aus gleicher Quelle entstandene Vorstellung für plausibel empfindet?

Des Verständnisses noch einmal: Mir geht es nicht darum, zu provozieren oder irgendwen zu bekehren, sondern ich möchte einfach nur die Denkweise von Menschen, die von der Astrologie überzeugt sind, nachvollziehen können.

Danke für ehrliche und konstruktive Beiträge!

Antwort
von Naiver, 23

hallo charismaticus..,
anders als die Fachleute hier, werde ich dir nicht sagen können, was IST (wie vermessen wäre dieser Anspruch überhaupt? ;), sondern kann dir gerne belegen wie ich zu meiner Erkenntnis dazu kam...

Zum Ersten vielleicht die Unterscheidung von "Wissenschaft" und Astrologie. Natürlich ist Astrologie NICHT wissenschaftlich...! Die Wissenschaft der Astronomie, tut das, was alle Wissenschaften tun: Sie stellt Istzustände fest, ggf auch vergangene und überprüft sie unter den genau immer wieder gleichen Gegebenenheiten. Das kann man als kausal, linear und in jedem Fall zwingend determinierbar (voraussehbar) bezeichnen <= Saubere Wissenschaft, digital und immer zuverlässig nachvollziehbar.
Prof. Lesch dazu: "Wissenschaft kann das Papier einer alte Originalschrift bis in die Bestandteile der Druckerschwärze hinein genauest untersuchen, ...aber der "Sinn und die Bedeutung" eines Goethetextes wird sich ihnen dadurch nicht erschließen! Sinn ist keine wissenschaftliche Einheit."

Astronomie (trennte sich übrigens erst vor ca 500 Jahren von der Astrologie) erfasst die Wege und Massen der Himmelsobjekte, Astrologie dagegen den Sinn und die Bedeutung => Was bedeuten die Konstellationen für uns? Astrologie ist analog und kann gar nicht konkret in die Zukunft sehen. Das behaupten nur immer uninformierte Astro-Gegner (Woher diese Gegnerschaft?). Zukünftiges kann allerdings durchaus (nicht zuletzt aufgrund von Lebenserfahrung und "Logik") daraus gedeutet werden.
Okay, manch einfache Geister mögen jetzt grölend abwinken und bei "...Sinn, LOL, und Be..deuuutung..." fast zusammenbrechen - na klar, sie verstehen es ja auch nicht!
Wenn sie jetzt aber fragen, "Ja, wie funktioniert das denn dann?" Muss ich sie auf das umfangreiche Selbststudium der Astrologie verweisen, dreißig Forenzeilen genügen nicht dafür.

Aber zur schnellen Erklärung: Ziemlich genau vor 4600 Jahren datieren die ältesten Hinweise auf gezielte astrologische Studien im Zweistromland. Die ältesten Gestirnsbeobachtungen und entsprechende Höhlenmalereien und Knochenritzungen sind sogar 31000 Jahre alt! Man hatte damals erkannt, dass da offenbar Gestirnsstellungen (zuerst die Mondphasen) mit Gegebenheiten hier auf der Erde übereinstimmten.

Das beoachtete man weiter und notierte diese Erfahrungen => "Empirisches Wissen", charismaticus, kein Bauchgefühl oder Gedankenspielereien, hm? Astrologie ist als analoge Entsprechung, als ein "Verständniscode" des Lebens final zu begreifen, nie und nimmer als flache kausalwissenschaftliche Mengenzählung. ...und das mit nunmehr unwidersprochenen Erfahrungen aus viereinhalb Tausend Jahren. Das erwähne ich, weil man schon schließen könnte, dass wenigstens eiiin Schlauer die Astrologie seit damals widerlegt hätte, wenn sie denn widerlegbar wäre.

Natürlich verstehe ich, wenn jemand etwas nicht versteht und übereinstimmend nachvollziehen kann, dass er dann erst einmal Distanz einnimmt. Der Schlaue würde weiter danach schauen und es zu verstehen versuchen, ein Narr aber schlicht grölt... Schlaue lernen viel und studieren es, Narren wissen immer gleich alles besser! ;- ))
Ich frage mich häufig, woher diese Aggressivität jener Astrokritiker kommt... Sie brauchen doch keine Angst zu haben, Astrologie ist ganz und gar nichts Magisches...! *beteuer*

Antwort
von dirtybobic, 4

Hallo,

mir geht es ähnlich wie dir. Der Plausibilität der Astrologie ist weniger rational, sondern eher psycho-dynamisch zu begründen. Keine Studie konnte die Astrologie bisher beweisen, die logisch-wissenschaftlichen Argumente mal ganz außen vorgelassen. Sehr interessant fand ich dazu diesen Artikel: http://one-mind.net/warum-wir-uns-der-typologie-bedienen/

Antwort
von LothardeDecker, 44

charismaticus,

Sie schreiben: "Mir geht es nicht darum, zu provozieren oder irgendwen zu bekehren, sondern ich möchte einfach nur die Denkweise von Menschen, die von der Astrologie überzeugt sind, nachvollziehen können." 

Warum ist Ihnen denn die Denkweise anderer Menschen so wichtig? Die kann falsch oder richtig sein - oder aber auch irgendwo dazwischen. Halten Sie sich an die Quelle - und nicht an die Abwässer: Studieren Sie die Astrologie, dann werden Sie feststellen, was Sie davon zu halten haben - und zwar aus eigener Anschauung.

Kommentar von charismaticus ,

"Warum ist Ihnen denn die Denkweise anderer Menschen so wichtig?"

Welchen Grund sollte es geben, weshalb mich die Denkweise anderer Menschen nicht interessieren sollte? Das ist doch ein Teilaspekt von Empathie. Mir persönlich ist es wichtig, dass ich Menschen in ihrem Denken und Weltbild verstehen kann.

"Die kann falsch oder richtig sein - oder aber auch irgendwo dazwischen."

Um richtig oder falsch geht es mir bei dieser Frage ja auch gar nicht.

"Studieren Sie die Astrologie, dann werden Sie feststellen, was Sie davon zu halten haben - und zwar aus eigener Anschauung."

Auch das ist keine Antwort auf meine Frage.

Insofern: Danke, dass Sie mir überhaupt eine Antwort geschrieben haben, obgleich diese ziemlich an meiner Frage vorbeigeschrieben ist und einen eher ausweichenden Charakter hat. Wieso beantworten Sie mir (Sie als individueller Mensch, ohne den Anspruch, globaler Vertreter der Astrologie zu sein) nicht einfach meine Ausgangsfrage?

Kommentar von LothardeDecker ,

charismaticus,

was sollte ich dagegen haben, dass Sie sich mit anderen austauschen? Und Ihr Interesse an der Denkweise anderer Menschen will ich Ihnen auch nicht nehmen. Insofern mag hier ein Missverständnis vorliegen. Ich habe Ihnen quasi alternativ den Vorschlag gemacht, sich mit der "hermetischen Wissenschaft Astrologie" auseinanderzusetzen. Das meinte ich mit der "Quelle".

Kommentar von uteausmuenchen ,

sich mit der "hermetischen Wissenschaft Astrologie" auseinanderzusetzen

Es wird aus einer feststehenden, von ihren Anhängern nie seriös hinterfragten und getesteten Lehre keine Wissenschaft.

Und auch dann nicht, wenn man sie immer und immer wieder als solche bezeichnet - um sie besser verkaufen zu können.

Kommentar von CastiWeber ,

Diese chauvinistische Denkweise, nichts von anderen verstehen zu wollen, ist mitverantwortlich für Fremdenfeindlichkeit und Sexismus und sollte als eigene Haltung dringend überdacht und überprüft werden.

Antwort
von nowka20, 35

die astrologie ist heute zur berechnung verkommen

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