Frage von TrueLarsl, 59

An die Ostdeutschen: Seid ihr mit dem vereinten Deutschland zufrieden so wie es sich entwickelt hat?

Nennt doch nach Möglichkeit auch positive Aspekte und nicht nur negative, das vergisst man ja immer schnell :)

Antwort
von Woropa, 17

Natürlich gibt es einiges, was einem nicht so gefällt, z.B. das Leute, die gar keinen Fernseher oder kein Radio besitzen, trotzdem die Rundfunkgebühr bezahlen müssen. Oder das die Meinungsfreiheit sogar in unserem Land ihre Grenzen hat, wie man am Fall Böhmermann sehen kann. Im Grossen und Ganzen bin ich aber sehr zufrieden mit dem vereinten Deutschland und  auch mit meinem Leben, das sich seit der Wiedervereinigung positiv entwickelt hat. Mir gefällt vieles in diesem Land : das riesige Warenangebot (wer die DDR -Zeit miterlebt hat, wo es selbst die einfachsten Sachen wie Apfelmus oder ein Glas Kirschen oder Ketchup nicht immer zu kaufen gab, weiss das um so mehr zu schätzen), das soziale Netz, die freien Medien , auch die Reisefreiheit. Das sind fast alles Sachen, die einem DDR-Bürger vorenthalten wurden.

Antwort
von Sonnwin, 3

Positiv im Vergleich zur DDR: Reisefreiheit, Redefreiheit, Pressefreiheit, weniger politischer Druck in den Schulen. In der DDR waren die Köpfe der Heranwachsenden schon sehr zweigeteilt. Man hat sich genau überlegt, was man wo sagte, und zwar jeden Tag, jede Stunde hat man darüber nachgedacht. Ein ehrliches Wort konnte einem die Aussichten auf einen Studienplatz versauen (musste nicht unbedingt, aber manchen ist es passiert). Und Lügen auf Dauer verengt den Charakter.

Negativ: Anfangs habe ich die Meinungsfreiheit im Westen genossen. Aber die etablierten Medien haben mich in den letzten Jahren, vor allem seit 2013 ganz schön enttäuscht.  Die staatlichen Radiosender sind mir zu propagandistisch geworden. Ich weiß meisten vorher schon, was sie gleich sagen werden. So wars in der DDR auch. (Aufgrund der Pressefreiheit gibt es paar kleine Zeitungen oder You-Tube-Kanäle, die was anderes erzählen, als die großen Medien. So wird etwas Pluralität gewahrt. Das ist ganz positiv.)

Sehr negativ: Obdachlose Menschen in einem so reichen Land. Als DDR-Kind wusste ich, dass die Kinder in Afrika hungern. Aber vor meiner Haustür hat keiner gehungert. Als meine Geografie-Lehrerin mir in den 80ern erzählte, dass in der BRD Menschen auf der Straße schlafen, habe ich das für billige Anti-West-Propaganda gehalten. Die Reisefreiheit hat mich schlau gemacht.

Neutral: Dass das Warenangebot jetzt besser ist, ist mir total egal. Für Ketschup oder Bananen oder Jeans hätte ich nie meine Heimat aufgegeben. (Aber für Reisefreiheit und Redefreiheit war ich bereit, meine Heimat aufzugeben.)

Antwort
von beangato, 43

Ich kann aber keine positiven Aspekte erkennen.

Ich wurde arbeitslos und landete schließlich in ALG II.  Was soll daran positiv sein?

Antwort
von kjklol, 46

Ja kann mich nicht beschweren, hier lässt es sich gut Leben.

Kommentar von TrueLarsl ,

Eine Begründung wäre hilfreich, danke.

Kommentar von beangato ,

Lies mal seine Fragen - er verar... Dich nur.

Antwort
von PhilippKes, 6

Ich möchte die DDR wieder haben.

Antwort
von 666Phoenix, 26

Gegenfrage an die Wessis: Seid Ihr denn zufrieden mit uns Ostdeutschen? Hattet Ihr Euch uns so vorgestellt? Konntet Ihr erahnen, dass wir nicht auf Bäumen lebten und uns nicht mit Bärenfellen kleideten? Hattet Ihr das Gefühl, dass fast nur Stasileute hier lebten? 

Bis heute gibt es schätzungsweise immer noch 40% der Westdeutschen, die noch nie auf dem Territorium der ehemaligen DDR waren!

Nennt doch nach Möglichkeit auch positive Aspekte und nicht nur negative, das vergisst man ja immer schnell :)

Du unterstellst, dass wir Ostdeutschen nur herummeckern und nur negative Aspekte sehen! Shame on you! Wir müssen ja nicht unbedingt daran denken, dass es auf ostdeutschem Territorium immer noch ca. 20% geringere Einkommen und ca. 10% weniger Rente gibt! Und dass die absolut meisten Kommandohöhen in Politik und Wirtschaft von Wessis besetzt sind! 

Vergiss nicht, dass wir es waren, die 1990 dem westdeutschen "Wirtschaftswunder" einen gewaltigen Aufschwung gaben!

Zitat aus „metall“ - IG Metall 1993: die Zerschlagung der DDR – Industrie durch die Treuhand war „wohl die größte Vernichtung gesellschaftlichen Reichtums zu Friedenszeiten“.

1991 Verurteilung von H. Tisch (eine der fiesesten Figuren der ehemaligen DDR - Elite) zu 1,5 Jahren Knast wegen nicht richtiger Begleichung irgendeiner Rechnung in einem FDGB – Heim; die Affären der U. Schmidt (Stichwort Mercedes-Spanien), des Herrn von Guttenberg (Stichwort
Beauftragung amtsfremder Juristen zur Erarbeitung von Gesetzesvorlagen), die Finanzierung der Geburtstagsfeier für Hrn. Ackermann im Bundeskanzleramt, nur als kleine Beispiele, und die Verprassung von Steuergeldern dabei wurden dagegen nicht mal ansatzweise ernsthaft prozessiert.

Soldaten aus dem Osten, die ins Ausland geschickt wurden, bekamen weniger Entschädigung bei Tod oder Verletzung.

...

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Es gibt heute bedeutend mehr Wessis als Ossis, die sich die Mauer wieder herbei wünschen!

Also echt! Genauso hatte ich mir die Wiedervereinigung (die ja gar keine war!) vorgestellt!

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