Frage von VanillaHorse, 102

An die Grammatikexperten: Heißt es "eines Tsunamis" oder "eines Tsunami"?

Guten Abend liebe User! Ich muss morgen meine Facharbeit zum Thema der La Palma- Tsunamitheorie abgeben und entsprechend oft nutze ich dadurch das Wort Tsunami. Ich würde rein vom Klang her sagen, es heißt Die Folgen eines Tsunamis, meine Grammatikverbesserung hätte es aber lieber, wenn ich Die Folgen eines Tsunami schreibe.. Genau so verhält es sich auch, wenn ich die Mehrzahl nutze. Im Internet finde ich dazu keine genauen Angaben, die mich entscheidend weiterbringen, also frage ich hier. Wäre ja bitter, wenn ich durch die ganze Arbeit hinweg den gleichen Grammatikfehler habe :D

Expertenantwort
von adabei, Community-Experte für Grammatik, Schule, deutsch, 46

Ich bin da auf der Seite deiner "Grammatikverbesserung".

"die Folgen des Tsunami / die Auswirkungen des Tsunami" hört sich meines Erachtens besser an und man findet es so auch in den meisten Artikeln bei Google:

https://www.google.de/#q=%22die+Auswirkungen+des+Tsunami%22

Ich denke, da es sich hier um einen Eigennamen handelt, ist man an die normalen Gesetze des Genitivs hier nicht gebunden.

Jetzt habe ich doch noch etwas gefunden. Ich lag mit meiner Begründung wohl richtig:

http://www.deutsch-als-fremdsprache.de/austausch/forum/read.php?4,45761

Kommentar von Deponentiavogel ,

Das ist schlicht falsch. Genitiv bei starken Maskulina immer mit -s. Auch bei Eigennamen.

Dudens Aussagen zum Genitiv halten keiner Überprüfung stand, weiß Peters Verstand.

Kommentar von earnest ,

Hält Peters Verstand der Überprüfung stand?

Deine recht unbescheiden vorgetragenen Äußerungen sind reine MEINUNGSäußerungen.

Ich bin froh, dass wir hier keinen Sprachpapst haben. Und noch froher, dass er nicht "Deponentiavogel" heißt.

;-)

Kommentar von adabei ,

Warum gar so apodiktisch? Man kann es durchaus anders sehen und ich sehe das hier anders und halte beides für möglich und richtig.

http://www.personal.uni-jena.de/~x1gape/Wort/Wort_NP_Genitiv_Besonderheiten.pdf

Kommentar von earnest ,

Das ist viel vornehmer ausgedrückt als mein Kommentar, trifft aber den Kern der Sache noch besser.

Zu bestimmten Äußerungen auf dieser Seite: Wie sagte doch mein hier schon mehrfach zitierter niedersächsischer Ur-Oppa - "Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr."

Bleiben wir also bei der "zulässigen Varianz": BEIDE Varianten sind möglich.

;-)

Antwort
von flaglich, 38

Schau mal in den Duden, der lässt beides zu, weil Tsunami sowohl männlich (Genitiv Tsunamis) als auch weiblich sein kann (Genitiv der Tsunami) Entscheide dich für ein Geschlecht und bleib dabei. Dann ist alles ganz einfach.

Kommentar von adabei ,

Ich kann nicht wirklich nachvollziehen, was der Duden hier schreibt. Immer hat er wohl auch nicht recht.

http://www.duden.de/rechtschreibung/Tsunami

"die" Tsunami - auch wenn der Duden das propagiert - sagt wirklich kein Mensch.

Kommentar von flaglich ,

oje, da lag ich aber daneben. Im Beispiel müsste es dann ja heißen "die Folgen einer Tsunami". Asche auf mein Haupt.

Antwort
von Samelee, 47

Also auf Wikipedia ist die Mehrzahl von Tsunami Tsunamis also würde ich schon das s anhängen. Das Selbe beim Fall mit dem Genitiv (glaube es ist Genitiv :D)

Kommentar von Jawafred14 ,

Es handelt sich hierbei um den Genitiv, das hat also nichts mit der Mehrzahl zu tun. Zudem kann die Mehrzahl von Tsunami auch Tsunami sein.

Kommentar von Samelee ,

Danke :) und mir war bewusst dass es sich um einen Fall handelt ich wusste nur nicht um welchen. 

Und sie hat noch etwas von wegen "das Selbe mit der Mehrzahl" geschrieben, deshalb habe ich dies auch erwähnt :)

Kommentar von Jawafred14 ,

Ok :)

Kommentar von Deponentiavogel ,

Das ist nicht möglich. Im Deutschen erhalten starke Maskulina, die auf einen Vokal auslauten, ein -s in der Mehrzahl.

Kommentar von Samelee ,

Versteh ich jetzt nicht genau?

Kommentar von earnest ,

Musst du auch nicht.

Hier hat lediglich jemand eine Meinung bezüglich des angesprochenen Problems geäußert, allerdings im Tatsachengewand.

Antwort
von Jawafred14, 32

Genitiv, also eines Tsunamis

Antwort
von Deponentiavogel, 28

Wiktionary und der Duden liegen falsch, wenn sie die Empfehlung abgeben, Tsunami im Genitiv auch ohne -s zu verwenden.

Die Beugung von Substantiven existiert seit den frühsten Anfängen des Urindogermanischen vor über fünftausend Jahren. Das ist die Ursprache, von der Deutsch abstammt und deren Sprachfamilie mit über 3 Milliarden Sprechern die größte auf unserem Planeten ist. 

Seit dem Ursprung der Deklination gibt es keinen Beleg dafür, dass man einmal anders verfahren wäre und Substantive nicht gebeugt hätte. 

Der Genitiv wird bei allen starken männlichen Substantiven mit einem -s gebildet. Wer von den Folgen des Tsunami spricht, hat einen Sprachfehler oder spricht motiviert falsch, weil er zu lange über den Genitiv nachgedacht hat oder zu oft in Wiktionary und Duden geblättert hat.

Es ist der Reifen des Autos, der Zorn des Mannes und die Folge des Tsunamis. Wer von den Folgen des Tsunami spricht, muss konsequenterweise auch von den Reifen des Auto und dem Zorn des Mann sprechen.

_______

Ich gebe dir den guten Rat, in Grammatikfragen immer das auszuwählen, was besser klingt. Denn wenn etwas in deinen Ohren falsch oder unschön klingt, teilt dir dein Sprachzentrum mit, dass die Zeichen deines Zeichensystems (deiner Sprache) falsch angewandt wurden.

Kommentar von earnest ,

Aber DU liegst natürlich richtig?

Für MICH klingt übrigens "eines Tsunami" besser.

Und was machen wir NUN?

Kommentar von earnest ,

Nach deiner - in meinen Augen krausen - Logik müsste dann (anderes Beispiel) "wegen dem Tsunami" korrekt sein, denn:

Das "Sprachzentrum" vieler GF-User hat sicherlich inzwischen beschlossen, dass der Dativ dem Genitiv sein Tod sei ...

Kommentar von Deponentiavogel ,

›Wegen dem Tsunami‹ ist auch tatsächlich korrekt. Nicht nur von der Beleglage, sondern auch vom System her. Der Genitiv steht (bereits sprachwissenschaftlich nachgewiesen) nie nach echten Präpositionen. Adverbien: außerhalb, südlich, anlässlich, …

Kommentar von Deponentiavogel ,

System geht im Zweifelsfall vor Empfinden. Ansonsten würden die meisten Leute ›eines Tsunamis‹ schreiben.

Kommentar von Deponentiavogel ,

Es gibt dann noch das Phänomen, dass man sich falsche Formen antrainiert oder sie durch häufige Verwendung richtig klingen. 

Beispiele: wegen des Autos, der Pontifikat, die Ängste des Wladimir Putin, …

Expertenantwort
von earnest, Community-Experte für Grammatik & deutsch, 10

Ich halte hier BEIDES für möglich, würde aber "eines Tsunami" vorziehen.

Hier möchte ich ausdrücklich vor "Sprachpäpsten" warnen, die doch recht missionarisch agieren. 

Gruß, earnest

Antwort
von randanana, 35

eines Tsunamis

Antwort
von cornflaky, 33

Die Folgen eines Tsunamis würde ich sagen... Viel Erfolg mit deiner Facharbeit

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