Frage von JulianaAv, 84

An der RUB Koreanistik studieren?

Diese Frage geht an alle die an der Ruhr-Universität Bochum Koreanistik studieren:
Also lernt man da die Sprache (halt alles was man wissen muss also so wie wir Englisch in der Schule lernen) oder ist man da sehr auf sich allein gestellt und wieviel lerne ich über die Geschichte und Kultur Koreas ?

Antwort
von M1603, 55

An der Uni ist man mehr oder weniger immer auf sich alleine gestellt. Vorlesungen, Uebungen und Seminare sind Hilfstellungen, um ein Geruest zu geben, auf dem man weiter aufbauen kann.

Ja, man lernt die Sprache intensiv, aber wie ueberall (wenn man vorhat damit arbeiten zu wollen), muss man mindestens das doppelte der Zeit in Vor- und Nachbereitung stecken und auch einen mindestens einjaehrigen Aufenthalt im Land anstreben. Grammatik, Uebungen und Hanja wurden zu meiner Zeit von einer Deutschen gemacht, die auch das entsprechende Buch verfasst hat. Sprachaktivierungskurse wurden von einer Koreanerin gemacht, die aber (falls es immer noch die Gleiche ist) nicht sonderlich gut war.

Ansonsten ist das Studium im Sprachbereich ganz, ganz stark auf alte Sprachformen fixiert, mit Schriftkoreanisch, klassischem Chinesisch, etc. In den Geschichtskursen und dem weiteren Angebot sollte es aehnlich aussehen.

Du solltest nicht vergessen, dass Koreanistik eine Wissenschaft ist. Damit man ueberhaupt vernuenftig mit seinem Fach arbeiten kann, muss man in kuerzester Zeit zu brauchbaren Koreanischkenntnissen (= ich kann damit arbeiten und wissenschaftliche Literatur lesen) kommen und auch Themen der modernen Kultur wird man sich wissenschaftlich anschauen und nicht, weil die TV-Serie so interessant ist. Hinkt man einmal hinterher, wird man das so schnell nicht wieder aufholen koennen.

Die Studierendenzahlen sind ueberschaubar und ein nicht gerade kleiner Teil besteht aus adoptierten Koreaner, die in Deutschland aufgewachsen sind, sich aber dazu entschlossen haben, ihre Sprache und Kultur naeher kennenzulernen. Zu meiner Zeit waren es knapp ein Dutzend, die das mit mir zusammen angefangen haben.

Der Zusammenhalt ist also mehr oder weniger gegeben und man hat auch so viel zusammen unternommen.

Als vernuenftiger Ostasienwissenschaftler sollte man sich spaetestens im dritten Studienjahr Grundkenntnisse (oder klassische Kenntnisse) in einer anderen ostasiatischen Sprache aneignen. Aufgrund der kulturellen Einfluesse bietet sich hier Chinesisch an (was teilweise auch im Lehrplan ist).

Ich hab es seinerzeit abgebrochen, weil es nicht mit meinem anderen Fach harmonierte und ich keinen Bezug zu Sprache und Land hatte. Moechtest du spaeter damit arbeiten, solltest du zu den Besten deines Jahrgangs gehoeren (dazu gehoeren insbesondere Sprachkenntnisse auf dem Niveau eines aehnlich zu beurteilenden Muttersprachlers). Das, schaffen am Ende aber nur sehr wenige. ; )

Ansonsten geh halt einfach mal bei der Fakultaet vorbei: http://www.ruhr-uni-bochum.de/skk/index.shtml

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