Frage von TheTrueSherlock, 68

An Depressive: Wie fühlt ihr euch am Abend, wie geht ihr mit dem Abend / die Nacht / den Morgen um?

Bei mir ist das so, dass ich abends meine Ruhe haben will und wenn ich alleine bin, dann geht es erst richtig los. Ich will so viel machen und das und das noch am PC machen und am Besten auch noch ne Serie schauen. Und ja, dann ist es sehr spät nachts.

Ich habe das Gefühl, dass ich gar nicht ins Bett gehen will. Das ist natürlich dadurch noch verstärkt, dass ich momentan nicht früh aufstehen muss.

Am Morgen das selbe, ich will nicht aufstehen. Früher zu depressiveren Zeiten war das schlimmer, da bin ich echt einfach nur liegen geblieben.

Habt ihr das genauso? Das mit dem Liegenbleiben wollen kenne ich und das haben viele Depressive, aber auch das mit den Gefühlen am Abend? Ist ja eigentlich ein Gegensatz.. man will nicht schlafengehen, aber bleibt trotzdem am nächsten Morgen bis Ultimo im Bett.


Meine Depression ist professionell diagnostiziert und ich bin in Therapie. Möchte darüber keine Kommentare lesen ;)

Antwort
von Einstein2016, 28

Ja, ich kann das anhand längjährigen wiederkehrenden Depressionen so bestätigen. Ich bin sogar wg. der Krankheit (als mittlerweile "Ü-50") leider in Frühberentung geraten.

Bei mir ist es so, dass ich bis Mittags meistens erhebliche Antriebsprobleme mit großer Müdigkeit verbunden spüre (was aber auch an meist erheblichen Schlafstörungen sowie meiner täglichen Medikamenteneinnahme  liegt).

Je später der Tag desto mehr steigt der Antrieb und das aktive eigenständige Tun. Ab dem späten Nachmittag entwickle ich bei meinem einfachem Tun wie z.B. Spazierengehen oder Schwimmen/Sauna, TV, Computer oder auch ungezwungenen Gesprächen mit der Familie durchaus wohltuende Freude.

Den Abend versuche ich meistens daher auch bewusst etwas auszudehnen und übe seit kurzem zudem eine geringfügige Nebentätigtkeit als Zeitungsbote aus. Das klappt sogar !

Man sollte es mit dem Wachbleiben ansonsten nicht übertreiben, um wenigstens in einem einigermaßen normalem Wach-/Schlafrythmus zu bleiben - auch wenn es schwerfällt.

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Danke für deine Antwort. Gut, dass ich nicht alleine damit bin.
Anscheinend hat es echt damit zu tun, dass man am Morgen das erdrückende Gefühl hat von der-Tag-steht-noch-vor-mir und am Abend dagegen weiß ich-habe-den-Tag-überstanden.

Erstaunlich wie ich dieses Denken verinnerlicht habe und ich das nach wie vor fühle, obwohl ich nicht akut depressiv zur Zeit bin.. :/

Hm, wieder was über sich und seine Krankheit gelernt :)

Kommentar von Einstein2016 ,

Die morgendliche Antriebslosigkeit ist sehr typisch bei depressiven Menschen, unabhängig davon was der Tag noch von einem fordert.

Bei dabei noch "normal" arbeitenden Menschen kann das natürlich den reinsten "Horror" bedeuten und geht daher meistens auch nicht mehr lange gut, was eben oftmals zu einem totalen "Burnout" führen kann.

Antwort
von Heldinnen, 27

Also eigentlich hab ich nie Lust irgendwas zu machen, aber ich Versuch mich halt immer wieder aufzubauen und so mach ich zum Glück jedes WE irgendwas und in der Woche ist das bei mir abends so, dass ich einschlafen kann, aber ich wache halt oft in der Nacht auf und kann dann nicht mehr schlafen wegen Gedanken.
Tagsüber in der Schule bin ich gut drauf, zumindest siehts aus so aus und wenn ich nach Hause komme leg ich mich sofort ins Bett und schlaf entweder oder fang an zu heulen, aber bei mir gibt es eigentlich keinen Tag wo ich nicht weine 😅

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Oh nein :( Das tut mir echt leid für dich.. ich hoffe, dass du schon Hilfe bekommst und es besser wird!

Hatte auch Schlafstörungen, aber ist i-wie besser geworden. Das mit den vielen Gedanken kenne ich.

Kommentar von Heldinnen ,

Ja bekomme ich, aber ist auch egal. Sind die von alleine weggegangen?

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Seit dem ich zu meinem Freund gezogen bin, geht es mir besser, bin weniger depressiv, ich muss zurzeit auch nicht arbeiten oder in die Schule gehen, hatte also lange Pause und dadurch ging es mir besser. Und ich gehe nun mehr raus und unternehme was.

Kommentar von Heldinnen ,

Das hört sich gut an. Rumliefen ist schlecht und fördert Depressionen.

Antwort
von WalterE, 44

Ja, das ist typisch: Abendhoch - bei manchen geht das dann dahin dass sie Party machen können und das manchmal auch tun, mitunter auch mit Alkohol und wohl auch anderen Drogen. Und dann bis Mittag geht nichts, und danach brauchts noch viel Kaffee. Wobei die gute Stimmung für mich manchmal etwas unechtes hat. Alkohol lasse ich aber üblicherweise Abends, ich bin da kein großer Freund davon - generell nicht. Und Alkohol macht das Morgentief noch schlimmer, da reichen schon in geselliger Runde genossene vier Weißbier a la Waldemar Hartmann ;) Die wenigen Neurotransmitter die uns zur Verfügung stehen sind dann eben auch noch weg. 

Antwort
von Micromanson, 17

Hi TheTrueSherlock.

Wenn ich morgens aufgestanden bin, war das schon eine schlimme Überwindung. Was ich aus der Zeit immer noch habe ist, dass ich bis zu 45 Minuten zum Aufstehen brauche, was sich natürlich auf die Schlafenszeit auswirkt.

Ich war komplett down und wollte am liebsten den ganzen Tag verschlafen.

Abends wollte ich immer nur alleine sein (auf heute oft noch so).
Ich wollte, wie du, nicht wirklich zu Bett gehen. Oft habe ich teilweise 2Stunden oder mehr Musik gehört. Und wenn man damit gegen 23.00 anfängt, kann man sich die Zeit ausrechnen.

Aber ich konnte generell nicht gut schlafen, deswegen war ich nach vielen Monaten/Jahren so müde, dass ich überall eingeschlafen bin, wo ich ruhig saß.

Nächte habe ich oft durchgemacht, um den Albträumen zu entgehen.
Und wenn ich es wirklich versuchte, bin ich nach maximal 2 Stunden schon wieder aufgewacht.

LG.

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Ohje :'s

Hoffe dir geht es nun besser!

Antwort
von jojowannaknow, 9

Also bei mir ist es anders. Ich liege meist den Tag in meinem dunklen Zimmer (Rollos sind unten) und merke meist nicht, wenn es Abend wird da mein Zeitgefühl sich verändert hat. Nachts fällt es mir oft schwer, zu schlafen. Ich drehe mich tausend mal um und es ist als würde die Nacht kein Ende nehmen.
Morgens fällt es mir schwer, aus dem Bett zu kommen

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Auch interessant ja.

Antwort
von JohnnyGhost, 32

Naja da du ja nicht fragst wie man damit umgehen SOLLTE.... Ich beschäftige mich mit computerspielen oder irgenwas lesen was mich interessiert und nicht allzu selten trink ich mir dabei einen.

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Das passt zu einer Frage, die ich parallel gestellt habe: "Warum bin ich so suchtanfällig für Medien" ^^ Witzig, obwohl es eigentlich recht traurig ist..

Kommentar von JohnnyGhost ,

Naja wenn man mit sich selbst nicht klar kommt, dann sucht man sich eben ablenkung. Ob das Völlerei ist oder Mediensucht, Drigen alkohol sex ... da gibts vieles und das machen sogar geistig gesunde menschen in extremen situationen so. Der Mensch hat halt ein enormes Fluchtpotetial ... vor allem mental

Antwort
von MickyFinn, 30

Ehmm... das hört sich viel eher danach an, das man nicht ausgelastet ist... wie wäre es mit arbeiten, oder ein Hobby?

...Bist du überhaupt berufstätig?

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Momentan nicht, aber ich fange ein langes Vollzeitpraktikum am 01.11 an.

Kommentar von MickyFinn ,

Perspektive im Leben ist der Schlüssel aus dem ,,Sumpf". Durch Arbeit steigt das Selbstwertgefühl, sowie die moralische und lebensbejahende Einstellung.

Übrigens... auch ich habe nach der Schule erst einmal  ein Langzeitpraktikum (40 Std./Woche, Dauer: 6 Monate) absolviert und das ist schon mal der richtige Weg.  

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Mhm, das ist interessant. Wie erging es dir beim Praktikum? Eventuell kannst du mir Mut machen :)
Bei mir ist es auch sehr lange.. bis zum Ausbildungsanfang am 1.08.2017.

Kommentar von MickyFinn ,

Wenn ich ehrlich bin... es war schon hart... hatte Pech mit den Vorgesetzen und die Fahrtzeit betrug täglich 3 Std. (1,5 hin und zurück)... aber ich bin eine Kämpfernatur und ziehe durch was ich beginne ;)

Der größte Vorteil war, das mein Lebenslauf dadurch recht gut aussah und ich aufgrund dieses Praktikums eine Lehrstelle in einem anderen Betrieb bekam... tja.. der Praktikumsbetrieb wollte mich ebenfalls als Azubi... aber ich lehnte ab (die waren echt sauer^^).

Ohne dieses Praktikum (da bin ich heute noch sicher), würde ich nicht dort stehen wo ich heute bin.

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