Also, kaum jemand macht Ostfriesentee wirklich hundertprozentig wissenschaftlich korrekt, aber die Methode geht eigentlich so:
Man braucht:
2 Teekannen
Flache Teetassen! Keine Kaffeepötte.
Sehr guten Ostfriesentee. Ich finde den Ostfriesentee Premium von Paul Schrader aus Bremen ziemlich konkurrenzlos. Bünting und der ganz Billig-Schiet rockt die Tasse nicht.
Sahne. Früher hat man den Rahm von der Milch genommen, aber man bekommt ja keine Milch mehr, die aufrahmt.
Kluntje-Kandis. Der braune Kandis ist nicht 100%ig tradtionell.
Dann wärmt man beide Kannen vor. In die erste Kanne kommen pro Person/bzw. Tasse ein Löffel Tee und einer für die Kanne (das ist wissenschaftlich umstritten. Man kann es auch nach Gusto machen). Dann wird heißes Wasser aufgegossen, aber nur soviel, dass der Tee sich entfalten kann. Nach vier bis fünf Minuten wird die restliche Kanne mit heißem Wasser aufgegossen und der fertige Tee in die zweite Kanne umgefüllt. (Weniger wissenschaftlich und fast genauso gut geht es auch mit einem Teefilter und einmaligem Aufgießen der ganzen Kanne).
In jede Tasse kommt ein Stück Kluntje, der dann beim Eingießen des Tees schön knistert. Über einen Löffel wird ein "Wölkje Rom", als ein Wölkchen Sahne auf den Tee gesetzt. Nicht umrühren! Der erste Schluck soll die Süße der Sahne zum Vorschein bringen, in der Mitte dominiert der herbe Tee, und der letzte Schluck soll süß vom Kandis sein. Der Kandis bleibt für die zweite Tasse in der Tasse. So geht das.
Am wichtigsten sind gutes Wasser und guter Tee. In Berlin muss ich das Wasser filtern, weil es zu hart ist, in Ostfriesland und Bremen ist das nicht nötig. Der Tee sollte wenigstens eine ordentliche Blatt-Mischung sein, möglichst kein Broken, definitiv keine Beutel.
und dazu die Regeln:
Man bekommt immer eine Tasse angeboten. Wenn man keine zweite Tasse angeboten bekommt, heißt das: "Du musst nicht wieder kommen".
Die zweite und dritte Tasse - wenn angeboten, MUSS man annehmen, alles andere wäre unhöflich. Nach der dritten Tasse weiß man, dass man wieder kommen darf (und "darf" heißt in Ostfriesland "muss").
Ob das heute noch so streng gehandhabt wird, weiß ich nicht - ich bin schon länger "weg".