Frage von DesmondDescole, 126

An alle Hochbegabten - wie sieht's bei euch aus?

Hallo, also ich habe mal eine Frage an die Hochbegabten. Ich finde das Thema hochbegabung sehr interessant, daher habe ich mal eine etwas ungewöhnliche bitte an euch:

Könnt ihr mir mal beschreiben wie euer Leben so war: also wie ihr die Kindergartenzeit, die Grundschulzeit und alles weitere empfunden habt und wie es für euch war, als eurer Hochbegabung entdeckt wurde, und wie es entdeckt wurde... Sowie wie ihr mit weniger intelligenten freunden umgeht, da sie euch ja soweit ich gelesen habe nicht so gut verstehen können sollen

Vielen Dank im Voraus!

PS:Falls euch interessiert, warum ich frage, schreibe cih euch das gerne! :)

Antwort
von einfachichseinn, 66

Ich war im Kindergarten ziemlich oft alleine. Ich bräuchte damals einfach keine Freunde. Ich hatte ein paar Kinder, die mal mit mir gespielt haben, aber die waren alle älter, als ich. Ich war auch extrem eifersüchtig, als mein Bruder zur Schule durfte und ich nicht. Er ist allerdings auch zwei Jahre älter.

In der Grundschule ging es mir eigentlich ziemlich gut. Ich hatte immer noch keine richtigen Freunde, war oft alleine und wurde öfters mal geärgert.

Ich hatte nie Hausaufgaben, weil ich immer sehr schnell mit meinen Aufgaben fertig war und so.

In der Anfangszeit vom Gymnasium wurde ich ein bisschen gemobbt. Ich war immer etwas anders.

Irgendwann musste ich zur ADHS-Diagnostik. Dabei ist ein IQ-Test Standard. Ich war ziemlich happy, als ich erfahren habe, dass ich offiziell hochbegabt bin. Diese Freude hielt allerdings nur wenige Tage an. Ich dachte lange Zeit eine Erklärung für alle meine Besonderheiten zu haben. Doch eine Erklärung ist noch lange keine Lösung.

Heute weiß ich, dass der IQ ziemlich Schnuppe ist. Im Leben zählt er an keiner Stelle!

Meine Freunde sind zum Teil sehr intelligent. Der andere Teil meiner Freunde hat einfach ähnliche Interessen.

Ich war auch mal bei so einem Mensa Treffen für Jugendliche. Das war ehrlich gesagt nicht so toll.

Ich brauche einfach Freunde, die ähnliche Interessen haben, keine die einen ähnlichen IQ haben.

Antwort
von Menuett, 69

Mein Großer war in der Schule unterfordert, was desöfteren zu Schwierigkeiten führte.

Dem war halt fad. Auf der Privatschule hat man dann halt Lehrer gehabt, die wirklich individuell unterrichteten und da verhielt er sich auch ganz anderes.

Mit seinen Freunden hatte er nie Probleme, er fand welche und konnte die auch halten. Auch ein hochbegabtes Kind/Jugendlicher ist immer noch ein Kind/Jugendlicher.

Kommentar von Menuett ,

Noch ein Nachschlag.

Als Baby/Klein- und Kindergartenkind war nicht auffällig. Wenn man davon absieht, dass er es verstand, von wirklich jedem Ort zu flüchten.

Und einmal hat er als 8 Monate altes Baby Bausteine so sortiert, wie es eigentlich viel ältere Kinder tun.

Aber sonst war er völlig normal.

Kommentar von DesmondDescole ,

Vielen Dank für den interessanten Erfahrungsbericht!

Antwort
von SaphiraNight, 8

Die Kindergartenzeit war ziemlich langweilig, ich war die meiste Zeit allein, hab viel gezeichnet, gelesen und Fragen gestellt, die mir niemand beantwortet hat. Ich glaub, die anderen fanden mich komisch, ich hatte aber auch nie wirklich das Bedürfnis, viel mit anderen Menschen zu reden^^

Die Grundschule hat mich ziemlich enttäuscht, da ich mich sehr darauf gefreut habe: Ich hatte so dieses typische Schulbild von früher vor meinen Augen. Als alle Lehrer so freundlich waren und alles ewig erklärt haben, war ich übelst drauf. Da ich das Meiste schon im Kindergarten konnte, hab ich mich ziemlich gelangweilt und mir war morgens vor der Schule oft schlecht, weil ich einfach keine Lust hatte.

Irgendwann meinte dann eine Lehrerin zu meiner Mutter, dass es sein könnte, dass ich hochbegabt sei, also haben wir einen IQ Test gemacht, der im nachhinein auch nichts gebracht hat, weil soviel hat sich nicht geändert. Meine Mutter versuchte zwar, mir mehr Fragen zu beantworten und sowas, aber ich fing dann einfach an, durchgehend Bücher über Astrophysik, Chemie und an sich einfach über Naturwissenschaften zu lesen. Dadurch verlor ich jeglichen Kontakt zu meinen "Freunden", die ich in der Grundschulzeit gefunden hatte.

Auf dem Gymnasium lief dann alles besser - Ich bin wirklich in eine tolle Klasse gekommen, die mich alle so akzeptierten, wie ich bin^-^ Sie haben mir geholfen, wenn ich geärgert wurde und ich fing an, mich "normaler" zu fühlen.

Lernen musste ich bis jetzt noch nichts, um gute Noten zu haben, weil ich mir das Gehörte im Unterricht immer schnell merke und wenn ich mal keine Lust hab, aufzupassen, les ich mir den Hefteintrag einfach kurz vor der nächsten Stunde durch und dann passt das.

Mehr ist auch noch nicht wirklich passiert  - mittlerweile interessiere ich mich auch sehr für "normale" Themen, z.B. Fußball und Sport^^ Wobei für mich Astrophysik etc. ebenfalls ein vollkommen normales Thema ist, wenn man sich für sowas interessiert =)

Antwort
von pianist300, 75

Meine schule war schreklich ich war aussenseiter und fühlte mich von niemandem verstanden es war mir sehr langweilig ich fühlte mich unterfordert als ich erfahren hab das ich hochbegabt bin wollte ich es nicht glauben ich zweofle immernoch dran aber was solls freunde hab ich keine weil ich mich von keinem verstanden fühle .

Kommentar von WiterLP ,

ja, ich zweifle auch daran, dass du hochbegabt bist

Kommentar von DesmondDescole ,

Und ich zweifle an der Angemessenheit des obrigen Kommentares... ;)

Kommentar von nickbunyun ,

ich auch

Kommentar von nickbunyun ,

rechtschreibung nicht dein ding oder? du hochbegabter ;)

Kommentar von DesmondDescole ,

Hochbegabung korreliert zwar mit guter Rechschreibung, hat aber im Grunde genommen nichts damit zu tun - es gibt sogar hochbegabte Legastheniker.

Antwort
von anja199003, 65

Das Thema Hochbegabung wird heute in ähnlicher Weise inflationär behandelt wie ADHS. Es ist eine Krankheit unserer Zeit und des vorherrschenden Mainstreams zu versuchen, alle Menschen über einen Kamm zu scheren und Mittelmaß zum Standard zu erheben. Du kannst es an der Zahl der Abiturienten ablesen. Kinder sind in den letzten 50 Jahren keineswegs schlauer geworden, es wird nur möglichst jeder bis zum Abitur durchgeschleppt. 

Um diejenigen, die sich nicht durchschleppen lassen nicht zu stigmatisieren, hat man sich  eine "Krankheit" ausgedacht, nämlich besagtes ADHS. Nun müssen sich Eltern keine Gedanken mehr machen, wenn ihr Sprössling missraten ist oder schlicht geistig unterbelichtet. Niemand kann etwas dafür, weil krank.

Genau so geht man mit der Gegenrichtung um. Diejenigen wenigen, die vor 50 Jahren zum Abitur zugelassen wurden (üblicherweise nicht mehr als 3-4 pro Klasse) gehen heute entweder in der gleichgeschalteten Masse unter oder werden als Hochbegabte auffällig. Die meisten von ihnen sind natürlich keine wirklich Hochbegabten, man findet nur keinen Bildungsrahmen, in dem diese Kinder richtig förderbar sind und verschleudert deren Potential in der Masse der Gleichförmigkeit. Mehr noch: Sollte sich eine elitäre Identität entwickeln wird diese bekämpft und "resozialisiert".

Letztlich gibt es natürlich noch einige wenige wirklich geniale Menschen. Das sind diejenigen, die das Zeug zu Spitzenwissenschaftlern haben. Für Normalbürger ist es unheimlich schwer diese zu erkennen. Das liegt daran, dass wir durchaus etwas erkennen können, was dümmer ist als wir, eine höhere Intelligenz wird jedoch für jemanden, der nicht darüber verfügt, nur über deren Wirken sichtbar. 

Nun versuche Dich selbst einzuordnen und die Gründe für die Effekte zu erkennen, die Dich zur Frage oben inspiriert haben. Wenn Du intelligent bist, findest Du die Antwort. 

Kommentar von Menuett ,

Versehentlich habe ich Pfeil hoch gedrückt.

Der sollte runtergehen.

ADHS ist keine erfundene Krankheit. Ich habe selbst ADHS.

Vor 50 Jahren ging- genau wie heute - die ganze Klasse zum Abitur.

Fürs Abi mußte man noch nie hochbegabt sein.

Das, was hier als Intelligenz bezeichnet wird, das ist meßbar.

Und als hochbegabt gilt, wer in diesem Test regelmäßig 135 und mehr Punkte erreicht.

Kommentar von DesmondDescole ,

Abgesehen von meinem ironischen Kommentar und dem hier sei noch hinzuzufügen, dass Hochbegabung sich aus mehr als nur dem Intelligenzquotienten zusammensetzt, wie man anhand rascher Recherche leicht herausfinden kann.

Kommentar von Menuett ,

Anhand von völlig durchschnittlicher Recherche kann man feststellen, das man von einer Hochbegabung spricht, wenn in einem standardisierten Intelligenztest in zwei Teilen über dem Mittel liegt.

Nein, für Hochbegabung zählt rein der Intelligenztest.

Kommentar von DesmondDescole ,

Ein überaus aufschlussreiche Antwort!

Kommentar von datectd ,

Oh Gott ist die Antwort geil xD

Antwort
von HappyHund, 29

Kindergarten und Schulzeit nur rumgegammelt, nichts gelernt trotzdem mit einem 2er Schnitt durch Abitur und Studium. Hab mich mit 30 testen lassen, das Ergebnis war keine große Überraschung und hat mein Leben auch nicht verändert. Hab eine handvoll gute Freunde. Es ist zwar politisch unkorrekt zu sagen, aber ich tue mich schwer mit weniger intelligenten Menschen zu interagieren.

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