Hallo :) Ich interessiere mich sehr für Geschichte und in dem Zusammenhang auch mit meiner Familiengeschichte und würde gerne einen historischen Stammbaum meiner Familie erstellen, habe dergleichen aber noch nie gemacht. Sowas wie Urgroßeltern und Ururgroßeltern und sowas bekommt man ja noch hin, aber wie geht es weiter? Wo kann man suchen um etwas zu finden? Ich bin dankbar für jeden guten Tipp, vielen, vielen Dank schonmal :)
An alle, die sich schonmal mit historischen Stammbäumen beschäftigt haben
Antworten (4)
-
3Hilfreichste Antwort ausgezeichnet vom FragestellerAntwort von
heffenbergheffenberg
1.Phase: Alles suchen
Geh los und such alles zusammen, was Dir bei Deiner Forschung helfen kann: Alte Urkunden, Postkarten, Fotos, Verträge, Testamente, Briefe,Zeugnisse usw., geh auf den Dachboden, in den Keller, in den Schuppen.
2.Phase: Alles aufschreiben
Nimm Dir zwei A-4-Blätter.
Das erste legst Du waagerecht vor Dich hin und schreibst unten Deinen vollständigen Namen (sämtliche Vornamen) sowie wann und wo Du geboren und wann und wo Du getauft bist. Darüber schreibst Du auf der einen Seite die Daten Deiner Mutter: Wann und wo geboren, wann und wo getauft, wann und wo geheiratet, wann und wo gestorben, wann und wo beerdigt; auf der anderen Seite über Deinem Namen notierst Du ebenso die Daten Deines Vaters. Nun schreibst Du über den Daten Deiner Mutter die Deiner Großeltern mütterlicherseits usf. so weit wie Du kommst. Ich schreibe gern auch noch die anderen Kinder der Leute dazu (also z.B. unter meine Großeltern väterlicherseits neben meinen Vater noch seine Geschwister), aber das ist natürlich weniger Ahnenforschung und mehr Familienforschung. Interessant finde ich es trotzdem (und manchmal auch hilfreich, falls man auf direktem Wege nicht weiterkommt).
Auf das andere A-4-Blatt schreibst Du in Prosa alles, was Dir sonst noch zum Thema einfällt, aber nicht in Deine systematische Übersicht passt: "Opa erzählte, er sei im 1. Weltkrieg im Lazarett gewesen (gibt es darüber Unterlagen? Wo?)" usw.
Schreibe alles auf. Das mag Dir jetzt noch überflüssig erscheinen, aber glaube mir, es wird sehr bald unübersichtlicher, und alles, was Du aufgeschrieben hast, kannst Du durch geduldige Suche wiederfinden - was Du vergessen hast, ist weg. (Deine 2 Blätter werden nicht lange reichen. ;-))
3.Phase: Alle fragen
Eltern, Großeltern, Onkel, Tanten, Geschwister, Cousins und -sinen, Freunde oder Nachbarn oder Mitschüler oder Arbeitskollegen Deiner Eltern, alte Ärzte, Lehrer, Pfarrer, Anwälte. Frag sie schnell. Je älter sie sind, um so mehr können sie Dir erzählen, aber um so wahrscheinlicher ist es auch, daß sie Dir morgen gar nichts mehr sagen können. Diese Phase ist ganz anders als die anderen: Normalerweise bekommt man nur Daten, Zahlen, Orte. Aber wenn alte Leute erzählen, bekommt man Geschichten, das ist ganz wunderbar. Und man merkt hier sehr deutlich, daß die Menschen alles, was sie wussten, ihre ganze Welt und das was von ihren Mitmenschen noch in ihnen lebte, mit in den Tod nehmen. Deswegen mach schnell.
Falls Du eine ergiebige Quelle findest, zapfe sie mehrmals an. Frag, ob Du das Gespräch aufzeichnen darfst (es gibt ganz kleine mp3-Rekorder, die sind sehr praktisch dafür). Lass sie erstmal frei reden. Wenn ihnen nichts mehr einfällt, stell Deine Fragen. Zeig ihnen dann Deine Systematik und bitte um Ergänzungen und Korrekturen. Trag zu Hause alles neue in die Systematik ein und melde Dich dann nach ein oder zwei Wochen noch mal, zeige, was Du eingetragen hast und frage, ob das so stimmt.
Frag auch alle Deine Verwandten nach Unterlagen, Fotos etc. (siehe Phase 1).
4.Phase: Standesämter
Seit 1876 (in Preussen seit 1874) gibt es in ganz Deutschland Standesämter. Die Zuständigkeit richtet sich danach, wo jemand geboren wurde, geheiratet hat oder gestorben ist; wo man gemeldet ist, ist egal (Kirchenbücher dagegen richten sich nicht nach Geburt und Tod, sondern danach, wo man getauft und beerdigt wird).
Bitte jeweils um eine beglaubigte Kopie (Nicht Abschrift!) des Eintrags im Personenstandsregister inklusive evtl. Hinweise und Randvermerke (sonst decken die womöglich beim Kopieren die Ränder ab und Du bekommst eine jungfräulich aussehende Kopie mit blütenweißem Rand ohne die ganzen interessanten Informationen, die evtl. im Laufe der Jahre auf diesem Rand notiert wurden).
Besorg Dir erstmal eine Kopie Deines eigenen Eintrags im Geburtenregister und dann mach weiter mit Tod, Eheschließung und Geburt Deiner Eltern usw. so weit Du kommst.
5.Phase
Wenn Du dann weitermachen willst (Kirchenbücher, Mormonen, WASt usw.), frag noch mal nach. Wenn Du hier oder in einem anderen Forum dazu Fragen stellst, stell sie möglichst konkret. Also nicht "Woher kommt mein Uropa?" sondern "Mein Großvater Fritz Müller hat am 1. April 1898 in Kleinkleckersdorf geheiratet. Lt. Eintrag im Eheregister des Standesamtes Kleckersdorf war er zu diesem Zeitpunkt 95 Jahre alt, evangelisch und Sohn des verwittweten einarmigen Karussellbremsers Franz Müller aus Großkleckersdorf. Wie kann ich herausfinden, wo Franz Müller geboren wurde?" Eine gute und kostenlose Software zum Verwalten Deiner Daten kannst Du übrigens bei den Mormonen herunterladen: PAF (Personal Ancestral File) auf
http://www.familysearch.org/eng/default.aspKommentar von
derdorfbengelderdorfbengel Im Alter von 95 Jahren geheiratet. LOL - den findet man sicher überall als grosse Kuriosität;-)
-
2Antwort von
XtraDryXtraDry
Als erstes mal die Familie ausfragen, nach Eltern, Großeltern etc. (Namen, Geburtsnamen, Ehepartner, Kinder, Geburtsdaten, Geburtsorte). Danach die Standesämter der jeweiligen Geburtsorte. Alle Daten vor 1875 werden dann schwieriger, da es zuvor keine Standesämter gab, die jeweiligen Daten findet man dann in den Kirchenbüchern der jeweiligen Gemeinden. Das ist zunächst der Anfang...
Kommentar von
fraeleinxfraeleinx danke :)
-
1Antwort von
wolfgang11wolfgang11
Die Tips mit den Pfarrämtern und Standesämtern wurde dir ja schon gegeben. Auch mit der Frage bei den Vewandten.
Ich habe im 3.Reich einen Stammbaum angelegt. Der war damals sehr gefragt, wegen des arischen Nachweises. Wenn ich an einer Linie am Ende war, gab es von dem Altvorderen in der Regel einen Geburtsort und dort eine Geburtsurkunde. In der Geburtsurkunde steht, Tochter oder Sohn von ........., aus........Damit hast du die Eltern von Dem- oder Derjenigen. In dem Ort oder den Nachbarorten, der bei denen angegeben ist, sucht du wieder nach deren Geburtsurkunde. So kannst du, wenn du Glück hast, von einer Generation zur andreren kommen. Viel Glück beim Suchen.
Kommentar von
fraeleinxfraeleinx alles klar, danke, ich hoff auch das es klappt :)
-
-
1Antwort von
Josefka63Josefka63
Kirchbücher. Früher wurden Sterbefälle und Geburten (=Taufen) vom Pfarrer registriert. Und Stadtarchive, wegen der Akten der Einwohnermelde und Standesämter... Oder hier:
http://www.welt.de/print-welt/article572175/MormonenhelfenbeiderAhnenforschung.h...
Kommentar von
fraeleinxfraeleinx danke :)
danke für Deinen langen Kommentar, ich denke, da kann ich mich erstmal gut dran halten :)