moccajoghurt am 09.04.2009 um 0:13 Uhr
Ich stehe vor einer sehr wichtigen Entscheidung. Vor einem Jahr habe ich das Abitur hinter mich gebracht und habe seitdem 1 Semester Informatik studiert, welches ich aber nach wenigen Wochen nicht mehr besucht habe, weil kein Interesse mehr bestand.
Das kommende Wintersemester muss ich ein neues Studium beginnen und diesmal muss es das richtige sein, weil mich mein Vater nur finanziell unterstützt, wenn ich es auch durchziehe.
Mein Interesse ist sehr vielfältig und es fehlt mir sehr schwer mich festzulegen. Was ich ausschließen kann sind jegliche Ingeneurs und Wirtschaftsstudiengänge.
Nach längerem überlegen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass das Studium in Richtung Natur gehen soll. Also ein "Grüner Studiengang". Leider war ich in der Schulzeit kein guter Naturwissenschaftler und auch nie ein "Naturbursche". Trotzdem lockt mich dieses Gebiet seit einem halben Jahr mehr als alle anderen Richtungen.
Bis zum 15. Juni muss ich mich bei den Unis beworben haben mir bleibt also nicht mehr viel Zeit.
Was hat euch bei der Entscheidung eures "Weges" Sicherheit gegeben?

als ich mich gefragt habe, was ich studieren will, habe ich mir überlegt, wo der rote faden in meinem leben ist. d.h. was hat mich schon immer interessiert, ist also ein dauerhaftes interesse. dabei habe ich allerdings hobbies ausgeschlossen (so was wie fotografie o.ä.) denn das hobby zum beruf zu machen, ist ein zweischneidig schwert. dabei kann man dann auch das interesse an dem hobby verlieren. - weil man das ganze dann tagtäglich machen muß + geld verdienen auch noch damit. es steht also eine menge druck dahinter. für die meisten hobbies ist aber der druck das ausschlußmoment.
das gehört also auch noch dazu zu der überlegung: die frage, ob man sich für sein ganzes leben diese arbeit vorstellen kann. oder zumindest als grundlage für alles weitere. den wenigsten wird es gegeben sein, noch einmal ein zweites studium zu machen. somit ist mit der studienwahl mindest die grundsätzliche richtung festegelegt.
es ist also eine weitreichende entscheidung. die man sich nicht zu leicht machen sollte. aber auch nicht zu schwer. so lange man jung ist, kann man noch dies und jenes korrigieren an der richtung (wenn man älter ist vom prinzip her auch noch, nur dann lassen sie einen nicht mehr und man hört dauernd den spruch: in ihrem alter? dabei ist das völliger unfug)
aber das wichtigste für mich war die frage, was hat mich dauerhaft von klein auf interesssiert. die frage, die ich mir (leider) nicht gestellt habe, die aber heutzutage sehr viel wichtiger geworden ist, als zu meiner entscheidungszeit, ist diejenige nach dem verdienst und ob man davon überhaupt leben kann. bei mir hat sich das als pferdefuß erwiesen. aber es war dazumal nicht absehbar. darum rate ich dringend dazu, sich zu überlegen, ob man sich vorstellen kann, auch selbständig zu arbeiten und ob man damit eine lebensgrundlage hat. bei den klassischen studienrichtungen (medizin, jura) rate ich dazu, daß man ein wirklich echtes interesse daran haben sollte. denn diese fächer sind total überlaufen. und sie haben jährlich eine unglaublich hohe absolventenanzahl. von denen jeder gerne davon leben möchte. bei gleichzeitig schon jetzt zu hoher dichte an juristen und medizinern (diese zumindest in einigen bereichen, in anderen ist eher knappheit, die von ausländischen ärzten aufgefüllt wird, insb. aus osteuropa. und die werden schlechter bezahlt, haben mehr arbeit und mehr streß etc. sollte man sich also überlegen - und schlau machen)
ich rate seit jahren außerdem dazu: finger weg von jeglichem job im sozialbereich!!! dieser ist zwar unglaublich interessant und kann spaß machen, wenn man ein händchen dafür hat. aber er hat auch gerade in den letzten ajhren eine sehr starke abwertung erfahren. hier sehe ich seit einigen jahren fast ausschließlich prekäre arbeitsverhältnisse, trotz hochqualifizierung und hoher verantwortung. man kann davon kaum leben, der verschleiß ist frühzeitig sehr groß. und ich sehe auf absehbare zeit auch nicht, daß sich das ändern wird - obwohl es dringlichst nötig ist. auch hier immer mehr einstellungen aus osteuropa, entsprechend schlechte arbeitsbedingungen und so schlechte bezahlung,d aß man eigentlich auf sozialhilfeniveau bleibt, trotz arbeit. dafür lohnt sich der riesenaufwand eines studiums nicht, wenn man dies nicht aus reiner spaß an der freude macht und es sich leisten kann.
ansonsten akademikerarbeitslosigkeit nimmt zu. keiner kann dir heute sagen, mit welchem studium du heute auf der sicheren seite bist. ausgenommen pädagogik, also lehrer. wenn du das jetzt anfängst, kann es sein,d aß du noch in den genuß eines sicheren arbeitsverhältnisses kommst, wegen der vielen lehrer, die in diesen jahren die schulen in rente verlassen. aber dann mußt du schnell studieren. sonst ist auch dieser zug abgefahren.
viel glück!!!

Bis dahin Vorlesungen der verschiedenen Fachrichtungen mal besuchen.
Warum versuchst Du es nicht mal mit einem Praktikum? Du könntest Dir die Berufe mal ansehen, etwas reinschnuppern