An alle die Ahnung von deutschem Recht haben. Dürfen in Deutschland Steuern nochmals mit einer Steuer belegt werden?

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4 Antworten

Es ist rechtens.
Gemäß § 10 UStG ist die BMG das Entgelt.
Entgelt ist alles was der Leistungsempfänger aufwendet.
Aus dem Entgelt ist die USt (und nur diese) auszuscheiden.

Beim innergemeinschaftlichen Erwerb sind die gezahlten Verbrauchsteuern zum Entgelt zu addieren.

Die "Steuer auf die Steuer" ist iM wohl ein beliebtes Thema

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Ja, es gibt zB in der Versicherungsbranche auch Situationen bei denen auf brutto-Entgelte (also mit MwSt.) noch Versicherungssteuer erhoben wird (also auch doppelt Steuer abgerechnet wird). Der Clou ist, die Versicherungssteuer ist seit Jahren eigentlich zufällig immer genau so hoch wie die MwSt. Also zur Zeit 19%.

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Kommentar von wurzlsepp668
15.11.2015, 15:04

1. es gibt unterschiedliche Versicherungssteuersätze ..

2. bitte mal Situationen zeigen, wo auf Brutto-Entgelte noch die Versicherungssteuer drauf kommt ....

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Kommentar von Bluestory
15.11.2015, 15:11

1. ich ging vom allgemeinen Steuersatz aus
2. es gibt die Vorfälle. Wäre aber zu komplex diese hier darzustellen, zumal es nicht der Frage dienlich ist.

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Nur am Rand, es heißt in Deutschland Umsatzsteuer und nicht Mehrwertsteuer.

Ansonsten wurde es dir ja schon richtig erklärt. Eine Steuer auf eine Steuer ist selbstverständlich erlaubt. Man muss nur in die entsprechende Vorschrift schauen und sich dann die Bemessungsgrundlage anschauen.

Auch wenn der typische "Stammtischmenschen" da sich aufregt, sollte man es entspannt sehen.

Eine Steuer erfüllt ja einen Zweck, z.B. Lenkungsfunktion. Aber i.d.R. dient eine Steuer dazu, dass Einnahmen erzielt werden. Wenn also eine "neue" Steuer "erschaffen" wird bzw. eine Steuer erhöht wird, dann wird die Mehreinnahme ja immer insgesamt ausgerechnet (Also, auch der Effekt Steuer auf Steuer). So erreicht man dann die gewollten Mehreinnahmen.

Würde man dieses System nun ändern, dann würde es noch komplizierter. Aber es würde ja nichts billiger. Der Staat braucht ja immer noch die Steuereinnahmen x. Würde man den Effekt Steuer auf Steuer abschaffen, müsste der Staat zwingend die Steuern erhöhen um diese Minderausnahmen auszugleichen.

PS. Jetzt keine sinnfrei Diskussion anfangen, ob der Staat mit weniger Geld auskommen könnte. Das ist nicht das Thema. Hier geht es darum einen Effekt im Rahmen des Steuersystems zu erklären.

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Ja, leider ist das legal; bei Produkten, in denen z.B. Alkohol oder Tabak verarbeitet ist, ist es ja genauso.

Und wenn Du Dir überlegst, dass Privatleute die MWSt auf den mineralölsteuerhaltigen Benzinpreis aus ihrem bereits einkommenversteuerten Nettogehalt zahlen müssen, wird es richtig gruselig....

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Kommentar von Hefti15
15.11.2015, 19:39

Was soll denn daraus "gruselig" sein?

Sie kaufen Benzin und bezahlen dafür mit ihrem "versteuerten" Geld. Bei diesem Rechtsgeschäft fallen Steuern an (z.B. USt). Der Tankstellenbesitzer macht (u.a. mit ihren Einnahmen) einen Gewinn. Er zahlt Gewerbesteuer bzw. Einkommensteuer. Von diesem "versteuerten" Geld geht er zum Bäcker...

Anstatt von "gruselig" zu schreiben, sollten sie einfach "nachdenken". Wenn man bedenkt, dass i.d.R. die Unternehmer einen Vorsteuerabzug haben, dann ist doch klar, dass die USt zum allergrößten Teil "vom" den Endverbrauchern gezahlt wird. Anderseits verfügt ja der Endverbraucher i.d.R. "nur" über "einkommenversteuertes" Geld.

So nun sind wir beim nachdenken: Entweder müsste man die Einkommensteuer abschaffen oder die Umsatzsteuer, damit sie es nicht mehr "gruselig" finden würden?

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