Frage von lisaschweiz, 58

An alle Borderliner?

Ich bin inzwischen 25 J alt, habe keine Freunde mehr (mit allem kam ich nicht mehr klar, konnte sie einfach nicht "ertragen"), muss deshalb wieder zu der Frau (Mutter) zurück ziehen die die Krankheit verursacht hat (wohnte seit ich 17 war immer allein oder beim Freund), nun habe ich noch nie wirklich lange gearbeitet (alles immer abgebrochen)..also echt sch*** Lebenslauf....Therapie ob Station oder ambulant liefen nie gut.... Komme mit mein Leben nicht mehr klar, egal was ich tue ich renne gegen die Wand und ich habe Angst, Angst bald obdachlos zu sein, Angst irgendwann mein Leben zurück blicken und sagen müssen es war es einfach nicht wert überhaupt gelebt zu haben.. Aber was soll ich nur tun, habe dieses Jahr (war bisher das schlimmste Jahr) bis auf eine Woche Probe Arbeit, einfach nichts machen können, war das Jahr so depressiv, das ich einfach nichts geschafft hab, aber ich will nicht noch mal solch ein Jahr... ich brauche Tipps von Borderlinerinnen die ihr Leben gepackt haben, was tut ihr um stabil zu sein und zu bleiben?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von marla80, 58

Arbeiten ist ganz wichtig. Ein strukturierter Tagesablauf mit geplanten Ruhepausen. Ich beziehe EM-Rente und gehe 4h am tag arbeiten. Ich hatte vor kurzem auch eine Krise und wollte die Arbeit hinschmeißen...aber ich habe mich wieder gefangen.
Ich mache auch immer noch Therapie...seid mittlerweile 20 Jahren.

Ich habe so schlimme Zeiten hinter mir, dass die Ärzte mich schon aufgegeben hatten und damit rechneten demnächst auf meiner Beerdigung zu sein.

Letzten Endes bringt es nix darauf zu warten bis dich jemand aus der sch..... zieht...das kannst du nur alleine...lediglich Hilfestellungen können dir gegeben werden😉

Es gibt aber auch Wohnprojekte für psychisch kranke Menschen, auch betreutes wohnen, dann musst du wenigstens nicht zu deiner Mutter zurück.

LG

Expertenantwort
von DottorePsycho, Community-Experte für Angst & Psyche, 38

Leider gehört es zum Krankheitsbild bei Borderline, dass Therapien aus Sicht und im Erleben des Patienten nichts bringen. So wie Du Schwierigkeiten mit Deinen sonstigen Beziehungen hast, so hast Du sie auch mit Deinem Therapeuten ... und dann gibst Du auf, setzt den anderen ins Unrecht und ziehst Dich zurück (wenn Dir Dein Gegenüber nicht zuvor kommt). So oder so ähnlich läuft es üblicherweise ab.

Der einzige Weg, der Dir helfen kann, dass es allmählich besser werden kann, ist der Weg über die Therapie - EGAL wie es sich anfühlt oder ob Du an einen Therapie-Erfolg glauben willst.

Warum Du zurück zu Deiner Mutter ziehen MUSST, erschliesst sich mir nicht. Hier gibt es unter Garantie andere Lösungen. Dein kübftiger Therapeut kann Dir hier weiterhelfen. Wenn Du derzeit keinen Therapieplatz hast, geh zum Hausarzt und besprich mit ihm das weitere Vorgehen.

Antwort
von Marigoldi, 19

Ein klein wenig unterstüzend ist in diesem Fall eine homöopathische Therapie. Dadurch wird man emotional belastbarer und kann vieles besser und schneller verarbeiten. Ein Schwachpunkt beim Borderliner ist ja das er zulange braucht um bestimmte Situationen zu verarbeiten. Dadurch reagiert er nicht angemessen und mit der Zeit sammeln sich viele komplizierte unverarbeitete  Vorgänge an und der Borderliner ergreift dann die Flucht. Deshalb hat der Borderliner kein Durchhaltevermögen.

Es gibt auser den vielen schulmedizinischen Terapien noch die Möglichkeit einer begleitenden homöopathischen Behandlung. Es gibt mitlerweile viele gestzliche Kassen die das ganz oderteilweise bezahlen, wenn es von einem homöopathischen Arzt gemacht wird. Bei der Terminvereinbarung sollte man sich aber vorher erkundigen ob der entsprechende Arzt eine Kassenzulassung für Homöopathie hat.

Manchmal findet der homöopathiscche Arzt sofort das passende Medikament was dann innerhalb kurzer zeit eine Erleichterung bringt. Leider kommt es auch vor das man einige Zeit braucht um das passende homöopahtische Mittel zu finden. Da ist es für einen Borderliner doppelt schwer Geduld zu haben. Ich wünsche dir alles Gute und schnellen Erfolg bei der homöopathischen Terapie.

Antwort
von Riverside85, 12

Wie schon erwähnt, Struktur und feste Gewohnheiten sind extrem wichtig. Ein "in den Tag hineinleben" bekommt keinem BLer. Wenn es (erst mal) nicht die Arbeit ist, dann suche dir andere Dinge, mit denen du deinen Tag strukturieren kannst. 

Dann ist es wichtig, daß du deinem Leben einen Sinn gibst. Das kann man z.B. über Hobbys/Interessen. Finde etwas, das dir Spaß macht, am besten was, wo du dich immer weiterentwickelst und ständig kleine Fortschritte machen kannst (z.B. ein Instrument lernen), das motiviert. 

Fokus weg vom Negativen aufs Positive. Am Anfang wirst du denken, da findest du nichts, aber das Problem ist nicht, daß da nichts ist, das Problem ist, daß man es meist nicht mehr sehen kann. Freue dich über alles positive in deinem Leben, sei es noch so klein und banal. BLer hängen sich gerne an jeder negativen Kleinigkeit auf und übersehen so alles andere. Davon muß man langfristig wegkommen. 

Lerne dich selbst kennen. Nur wenn du nach deinen inneren Bedürfnissen handelst, kannst du auf Dauer zufrieden sein. Wilde Partys sind nicht dein Fall, aber deine Freunde wollen dich ständig mitschleifen? Laß es, mach lieber das, was du wirklich machen willst. Es ist dein Leben und du entscheidest, was du damit machst.

Übernimm Verantwortung für dich selbst. Therapeuten und alles sind gut und wichtig, aber die Verantwortung für dich selbst hast am Ende nur du. Fange in kleinen Schritten an selbständiger zu werden und freue dich über jede gelungene Kleinigkeit. Verlaß dich nicht darauf, daß andere die Dinge schon richten werden. Das ist deine Aufgabe. 

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