Frage von bandi88, 55

Amtssprache vs EU-Sprache: wann darf eine Deutsche Behörde eine Übersetzung verlangen?

Obwohl in Deutschland die Amtssprache Deutsch ist, kommt es in vielen Fällen vor, dass einige Behörden (z.B. Familienkasse) keine Übersetzung der Unterlagen verlangt. Andere Behörden (z.B. Versorgungsamt) verlangen doch Übersetzungen.

Meine Fragen: Welche EU-Richtlinien/-Verordnungen/-Gesetzte gibt es, die vorschreiben ob die Deutsche Behörden die Übersetzungen von den Bürgern auf ihre Kosten verlangen dürfen oder nicht? Wie ist es geregelt? Gibt es Fälle in denen es EU-weit die Übersetzung auf Kosten der Bürger nicht erlaubt sind, und in allen anderen Fällen schon erlaubt?

Bitte auch die entsprechende Gesetzgebungen nennen, sowohl die Deutsche als auch die EU-Rechte.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von fernandoHuart, 33

http://www.europarl.europa.eu/brussels/website/media/Lexikon/Pdf/Amtssprachen.pd...

Ein erste Referenz.

Antwort
von ramay1418, 22

Nun, ein Gesetz kann ich nicht nennen, da müsste ich genauso nachforschen wie Du auch. 

Eine Behörde liefert doch eine Dienstleistung nach deutschem Recht. Also gibt es für nahezu jeden Verwaltungsakt auch eine Gebührenordnung. 

Dabei gilt: Wer etwas will, muss auch die Belege dafür beibringen. Und die sind eben in deutscher Übersetzung einzureichen, egal, ob Schulzeugnisse, Arbeitszeugnisse, Versicherungsnachweise, Lizenzen, Berechtigungen oder was auch immer. 

Ich kenne es nur so, dass die Antragsteller immer die Kosten für die Übersetzungen selbst getragen haben. Natürlich kann man die auch mit auf die Steuererklärung setzen, wenn die Übersetzung zwingende Notwendigkeit war.  

Meine Kenntnis beruht aber nur auf dem beruflich bedingten Umgang mit dem Luftfahrt-Bundesamt. Dort werden Unterlagen grundsätzlich nur akzeptiert, wenn sie in deutscher oder englischer Sprache abgefasst sind. Alle anderen Berechtigungen mussten ausländische Kollegen auf eigene Kosten übersetzen und umschreiben lassen. 

Ich habe auch Ausländer in meinem Bekanntenkreis, die z. B. Universitätsabschlüsse auf eigene Kosten haben übersetzen lassen. 

Das alles war und ist so selbstverständlich, dass niemand so etwas infrage gestellt hat. Insofern ist meine Sicht vielleicht etwas einseitig. Allerdings käme ich auch nie auf die Idee, z. B. eine italienische Behörde zu fragen, ob sie die Kosten für eine Übersetzung übernehmen würde, sondern hätte diese auf meine Kosten hier in Deutschland machen lassen. 

Aber vielleicht gibt es wirklich eine EU-Richtlinie, welche die Behördengänge in den einzelnen Mitgliedsländern regelt.

Antwort
von Petz1900, 14

Erst einmal kommt es drauf an, wie gut der Bearbeiter der ausländischen Sprache mächtig ist. Versteht er nicht, was dort steht, kann er natürlich auf ein beglaubigte Übersetzung bestehen, wie sonst soll es gehen.

Zum Beispiel hier steht, dass die Amtssprache deutsch ist:

https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__87.html

Antwort
von Falkenpost, 14

Wenn du etwas möchtest und hierfür Belege vorlegen musst, obliegt es an dir, die Dokumente so einzureichen, dass diese verstanden werden.

Antwort
von jens79, 9

Das ist in der Geschäftsordnung der jeweiligen Behörde geregelt. Wenn es dort einen Passus gibt: "Amtssprache ist deutsch." dann kann der Bearbeiter auf eine Übersetzung bestehen.

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