Zu der ersten Frage:
Das ist so nicht ganz richtig. Für das Buch gibt es ein FSK18 -Freigabe, offiziell. In der Praxis ist es mit den Büchern immer etwas anders, bei den meisten wird es nicht so streng genommen. Außerdem möchte ich wohl anmerken, dass dieses Buch im Jahre 1991 bis 2001 auf den Index steht. Die Mordszenen sind sehr brutal und grausam, da widerspreche ich dir nicht, allerdings halten sich dafür die Anzahl die (Mord)Szenen in Grenzen. Das Buch umfasst ca. 540 Seiten,ich habe insgesamt keine 10 Mordszenen gezählt.
Es enthält zudem praktische Tipps für den Alltag, zum Beispiel wie mit man einem angreifenden Hund fertig wird, wenn man gerade zufällig einen gut 20 cm langen Messer bei sich hat.
Ich tippe die Stelle mal hier ein:
Kapitel "Toter Hund", Seite 233. "Mit einer geschickten Bewegung schnappe ich den Hund beim Hals und halte ihn mit meinem linken Arm, presse ihn gegen die Straßenlaterne, während er nach mir schnappt, in meinem Handschuh zu beißen versucht, die Zähne gefletscht, aber unter meinem festen Griff, der die Kehle umschließt, kann er nicht bellen, und ich kann hören, wie meine Hand seinen Kehlkopf zerquetscht. Ich stoße ihm die gezackte Klinge in den Bauch und schlitze in einem Schwall braunen Bluts blitzschnell den Unterleib auf, die Beinchen zucken und kratzen nach mir, dann quellen blau-rote Innereien hervor, und ich lasse den Köter auf den Gehweg fallen,"
Und sieh mal einer an, der Patrick Bateman ist mit dieser Aktion bei mit dem Fahrstuhl der Sympathie auf der Sympathie-Skala mindestens 5 Punkte nach oben gefahren.
Jetzt mal ein bisschen ernster, die ganzen Mordszenen sollen nicht das Hauptthema des Buches darstellen, dass Hauptthema ist die gnadenlose und unverblümte Gesellschaftskritik von Breat-Easton Ellis. Dieses Buch hält der westlichen Gesellschaft den Spiegel vor, die nur auf Konsum, Oberflächlichkeiten, Luxus und (beruflichen) Erfolg fixiert ist, es kritisiert gnadenlos unser System, die kleine Patrick Batemann's produziert. Bateman ist arrogant, eitel, egoistisch und total rücksichtslos, doch dieses ganze Konzept wird auch in der Realität großartig belohnt. American Psycho wird somit unrecht getan, wenn es nur auf die Mordszenen reduziert wird. Es ist eine Gesellschaftssatire - vielleicht lassen sich die Mordszenen mit dieser Gedanke besser verdauen.
Der Autor hat übrigens sogar teilweise Morddrohungen bekommen, insbesondere haben sich viele Frauen über dieses Buch sehr aufgeregt, was ja auch nicht nicht unverständlich ist. Doch jetzt kommt der größte Witz an der ganzen Sache, wer hat das Buch im Jahre 2000 Verfilmt? Mary Harron, eine Frau.
Zu der zweiten Frage:
Das würde mich auch interessieren, noch mehr als die fehlerhafte Rechtschreibung stört(e) mich allerdings öfters die fehlerhafte Grammatik. Meine Vermutung: Schlichtweg schlampig gearbeitet.
Das dürfte dann auch wahrscheinlich erklären, warum die Freundin von Bateman mal Courtney und mal Cortney heißt.
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