Frage von josh1971, 84

Am 1. Arbeitstag fiel ich hin, riss mir das Kreuzband, musste nach 4 Std. den Dienst abbrechen.Muss die Firma mich für den Tag zur Sozialversicherung melden?

Expertenantwort
von RHWWW, Community-Experte für Krankenkasse, 61

Hallo,

die Berufsgenossenschaft anrufen und den kompletten Sachverhalt schildern (inkl. Aussagen von Arbeitgeber und Arzt) und Verletztengeld beantragen. Wichtig ist, dass Krankenkasse und BG lückenlos die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen erhalten (Nachweise über den Zugang dort aufbewahren!). 

M.E. besteht Anspruch auf Verletztengeld (wenn der Unfall während der beruflichen Tätigkeit eingetreten ist).

Gruß

RHW

Antwort
von KlausM1966, 82

Selbstverständlich!

Außerdem ist deine Beschäftigung nicht zwangsläufig durch den Sturz beendet. Zusätzlich handelt es sich wohl um einen Arbeitsunfall und somit ist die Berufsgenossenschaft erstmal in der Pflicht.

Sollte dir deswegen gekündigt worden sein, solltest du dich dringend mit einem Anwalt in Verbindung setzen.

Kommentar von kevin1905 ,

Sollte dir deswegen gekündigt worden sein, solltest du dich dringend mit einem Anwalt in Verbindung setzen.

Was soll das bringen?

Kommentar von KlausM1966 ,

Das geht dabei um die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall

§ 8 Ent­gelt­fort­zah­lungs­ge­setz (EFZG)

Viele Arbeitgeber meinen sich durch Kündigung der Pflicht der Entgeltfortzahlung entziehen zu können.

Kommentar von DrCyanide ,

Entgeltfortzahlungsanspruch durch den AG hast Du aber erst nach 28 Tagen Beschäftigung. Und gegen eine Probezeitkündigung zu klagen ist Zeit und Geldverschwendung.

Kommentar von KlausM1966 ,

Diese 28 Tage Regelung ist eine kann Regelung. Der AG kann sich darauf berufen, muss es aber nicht.

Bei der ggf. anzustrebenden Klage geht es nicht um eine Anfechtung der Kündigung, sondern um Einhaltung der Kündigungsfrist und der daraus resultierenden 14 tägigen Beschäftigungsdauer, verbunden mit den erforderlichen Meldungen zur Sozialversicherung und Sicherung der Ansprüche aus dem Arbeitsunfall.

Außerdem bedeutet ein Anwalt zu rate ziehen nicht zwangsläufig eine Klage einzureichen.

Antwort
von aribaole, 74

Die Firma MUSS dich ( geht auch Rückwirkend ) ab dem 1. Arbeitstag Sozialversichern. Ganz besonders bei einem Arbeitsunfall.

Antwort
von wayko, 84

Wenn Du einen Arbeitsvertrag hast, dann ja.

Und gesetzlich unfallversichert bist Du über Deinen Arbeitgeber auch. Wichtig ist, daß er eine Unfallanzeige an die zuständige Berufsgenossenschaft schickt, auch wegen evtl. Folgeschäden.

Kommentar von josh1971 ,

Ein Arbeitsvertrag bestand. Eine Unfallanzeige wollte man nicht schreiben, da mir gesagt wurde, die würde eh erst ab dem 4. Tag eintreten. Die Firma hat mir sofort die Kündigung geschickt (14-tägige Frist). 1. Arbeitstag und gleich krank, das war natürlich nicht in derem Sinne (in meinem auch nicht) Die Meldung an die Sozialversicherung ist merkwürdigerweise auch erfolgt, wurde aber lt Krankenkasse wieder von der Firma storniert, da ich angeblich nicht gearbeitet hätte. Irgendwas ist doch da faul oder?

Kommentar von KlausM1966 ,

Da bin ich wieder beim Anwalt. Hier versucht man offensichtlich dich zu hintergehen.Vorsichtig ausgedrückt.

Kommentar von KlausM1966 ,

Die Firma versucht es so aussehen zulassen, als hätte es niemals einen Arbeitsvertrag gegeben bzw. als wäre er durch Nichtantritt nie zustande gekommen und sich so aus der Verantwortung zu ziehen. Dem widerspricht allerdings die schriftliche Kündigung mit Frist.

Wenn ich es richtig verstehe, bist du ja noch 14 Tage nach dem Unfall beschäftigt. Das widerspricht dann auch der Stornierung der Meldung an die Sozialversicherung!

Kommentar von wayko ,

Die Berufsgenossenschaft tritt ab dem ersten Tag ein. Wenn Du beim Arzt warst, ist sofort eine Unfallanzeige vom Arbeitgeber zu erstellen, der BG kommt anstelle der Krankenkasse für die Arztkosten auf.

Das mit ab dem 4. Tag gibt es zwar auch, ist für Deinen Fall aber vollkommen ohne Belang.

Versuche die BG direkt zu informieren, dann ist der Fall schon mal gemeldet. Wenn Du die BG nicht weißt, sag mir doch mal die Branche, in der die Firma tätig ist. Dann kann ich Dir vermutlich die zuständige BG nennen.

Ich denke auch, die Firma versucht Dich ganz übel zu linken. Meine Meinung ist auch, daß ein Anwalt wohl sinnvoll wäre.

Kommentar von kevin1905 ,

Wenn Du einen Arbeitsvertrag hast, dann ja.

Jeder der Arbeitszeit gegen Geld eintauscht hat einen.

Antwort
von Bauigelxxl, 68

Wichtig ist das du beim Arzt sagst das es ein Arbeitsunfall ist.

Wieso die Frage? stellt sich die Firma quer?

Meines wissens bist du ab der ersten Minute bei der Berufsgenossenschaft versichert. Auch wenn der Arbeitgeber dich noch nicht gemeldet hat. Das ist halt sein Problem. Dann hat er halt die Meldung versäumt. Du bist aber trotzdem versichert.

LG

Edgar

Kommentar von josh1971 ,

Der Arbeitgeber hatte mich gemeldet, jedoch wieder storniert, ich hätte da nicht gearbeitet.

Arzt und Firma waren beide der Meinung die BG tritt erst nach 3 Tagen ein.

Kommentar von Bauigelxxl ,

Dann ruf doch bei der BG direkt an. Das würde mich aber sehr interessieren, ob die recht haben. Das wäre aus meinen Augen aber ein dickes Ding. Mehrere Tage ohne Versicherung arbeiten:(

Kommentar von wayko ,

Das ist definitiv falsch!!! Die BG tritt ab der ersten Minute ein, und zwar, als Du am ersten Arbeitstag zuhause die (letzte) Haustüre des Hauses verlassen hast. Du warst schon auf dem Weg zur Arbeit über die BG versichert!

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