1

Alzheimer: "Ich bin doch nicht bekloppt!"

Frage von radschlaeger radschlaeger

Ich bin mit meinem Nervenkostüm ziemlich zu Fuß. Meine Mutter, 71, (wir wohnen im gleichen Haus) zeigt viele Anzeichen dieser Krankheit. Vor etwa einer halben Stunde hat sie ein Gespräch mit mir und meinem Vater belauscht. Wir unterhielten uns über das Mittagessen, das sie für uns alle gekocht hat. Da war (mal wieder) etwas schief gelaufen, obwohl wir alles eindeutig besprochen hatten. Aber das ist nebensächlich.

Sie hatte also gehört, dass ich mir ihretwegen Sorgen machte. Als mein Vater nun die Zimmertür öffnete, stand sie da und sagte mit Tränen in den Augen: "Ich bin nicht bekloppt!" Mir zerriss das Herz.

Dann redeten wir ungefähr zwanzig Minuten über diese Thematik. Sie ist natürlich der Überzeugung, dass ihr Bruder (75) zwar A. hat, sie jedoch nicht. Ich bat sie dann, eine Uhr mit der Uhrzeit "fünf vor halb vier" zu zeichnen. Vor einigen Wochen hatte ich in einem Forum gelesen, dass man damit als Laie (annähernd) erkennen kann, ob jemand A. hat. Je nach Schweregrad ist die Uhr fast korrekt bis nicht mehr erkennbar. Sie schaffte es halbwegs: Ihre Uhr hatte drei Zeiger, nur einer davon ging von der Mitte des Kreises aus.

Meine Frage ist nun, wie kann ich weiter vorgehen? Das Thema Arzt ist für sie ein rotes Tuch. Sie ist der Meinung, sie ernähre sich g

Fragen zu gleichen Themen finden

Antworten (10)

  • 1
    Hilfreichste Antwort ausgezeichnet vom Fragesteller
    Antwort von clausrutan clausrutan

    Alzheimer- und Alters-Demenz sind im Anfangsstadium ähnlich. Die Entwicklung der beiden verläuft aber danach sehr unterschiedlich. Beides ist behandelbar! - wenn auch nicht heilbar. Gesunde Ernährung ist wichtig, aber nicht ausreichend. Körperliche Bewegung und geistiges Training bewirken ebenfalls eine Verlangsamung der Krankheitsentwicklung.

    Kommentar von Elster79 Elster79Elster79

    Bei Alzheimer ist das nur bedingt richtig. Es gibt kaum medikamente und dann kommt es auch darauf an, in welchem stadium der krankheit sich der patient befindet. ab einem gewissen krankheitsgrad machen diese medikamente keinen sinn mehr.

    Kommentar von radschlaeger radschlaegerradschlaeger

    Danke dir. Wir ernähren uns (was Obst und Gemüse angeht) fast vollständig aus dem eigenen Garten, den sie mit meinem Vater beackert. Sie fährt sehr viel Rad und ist körperlich absolut fit drauf.

    Kommentar von Elster79 Elster79Elster79

    Das eine hat mit dem anderen nicht viel zu tun. Man kann körperlich total fit sein, wenn das gehirn nicht mehr will, isses so.

    Kommentar von lydia42 lydia42lydia42

    Das ist so nicht richtig. Die Ernährung spielt eine große Rolle. Bei Altersdemenz spricht man im Volksmund ja auch gerne von Verkalkung. Verkalkung ist keine alters- sondern eine ernährungsbedingte Erkrankung mit vielen anderen möglichen Folgeerkrankungen (Herzinfarkt, Schlaganfall, usw.) Bei Alzheimer sind die Ursachen noch nicht restlos erforscht. Es wird aber eine Vergiftung zumindest als Mitursache oder als Auslöser angenommen. Aluminium und Quecksilber sind die Hauptverdächtigen. Im Frühstadium von Alzheimer kann eine Schwermetallausleitung noch gute Erfolge bringen. Die Krankenkassen zahlen allerdings selten was - denn dann würden zigtausende von Amalgamgeschädigten vor der Türe stehen... Körperliche Fitness steigert den Grundumsatz des Stoffwechsels und die Durchblutung - auch des Gehirns. Natürlich ist das alles keine Garantie dass man nicht trotzdem krank wird, aber die Wahrscheinlichkeit lässt sich drastisch verringern.

  • 3
    Antwort von mbmama mbmama

    Lass deine Mutter von einem Spezialisten untersuchen. Das geht in der Regel unspektulär und fast spielerisch ab. Die Patienten haben nicht das Gefühl auf eine bestimmte Erkrankung gestestet zu werden.

    Kommentar von radschlaeger radschlaegerradschlaeger

    Wie nennen sich solche Spezialisten? Interessant wäre jemand im Raum NRW und Niedersachsen

    Kommentar von mbmama mbmamambmama

    http://www.alzheimer-forschung.de/web/pflegehinweise/wiesprecheich.htm - lies das mal durch, und alles Gute für euch!

  • 1
    Antwort von pati2006 pati2006

    versuch si zu überreden das ihr gemeinsam zum arzt geht nur zur kontrolle weil du dir sorgen um si machst usw. Wenn du es nicht schaffst si zu überreden versuch mal mit ihrem oder deinem hausarzt darüber zu reden. er wird dir auch sagen können an welche stelle du dich wenden musst und weiß vielleicht einen rat sie zum azrt gehn zu bewegen. ansonen kann vielleicht eine freundin oder jemand si dazu bewegen??

  • 0
    Antwort von Antica Antica

    Wichtig ist, dass Ihr sie immer in der jeweiligen Situation gelassen annehmt. Wir, mein Mann und ich und unsere 3 Kinder, haben lange mit meiner demenzkranken (oder Alzheimer? wurde nie geklärt) Schwiegermutter gelebt. Auch die grotesktesten Situationen wurden meist liebe- und humorvoll gemeistert.

  • 0
    Antwort von wallyherz wallyherz

    Schau doch mal nach ob es in deiner Nähe eine Selbsthilfegruppe gibt für Angehörige. Was auch wichtig ist das deine Mutter einen geregelten Tagesablauf haben muss.

  • 0
    Antwort von schorn schorn

    als erstes ein großes Lob für deine Reaktion. Alzheimer Pat.erkennen ihre Krankheit nicht,bzw.akzeptieren sie nicht. Versuch ihr immer recht zu geben,auch wenn es schwer fällt.Sie wird nie einen Kompromis mit dir eingehen. Frag mal bei der Deutschen Alzheimergesellschaft nach, die geben gute Tips für die Betreuung

    Kommentar von radschlaeger radschlaegerradschlaeger

    Danke schön!!! Das werde ich tun.

  • 0
    Antwort von Elster79 Elster79

    warscheinlich hat sie Demenz. alzheimer geht viel früher los, im schnitt im einem alter von 40 - 50 jahren, die lebenserwartungen sind bei alzheimer auch nicht so hoch und die krankheit schreitet so schnell vorran, das ein alzheimerpatient selten länger als 15 jahre lebt. Sie sollte sofort zum Arzt, denn es gibt medikamente, die die Demenz aufhalten können.. nicht heilen, wohlgemerkt, aber dafür sorgen, das sie noch lange zufrieden lebt und auch nicht unbedingt bald in ein Heim muss.

  • 0
    Antwort von radschlaeger radschlaeger

    oh - da fehlt das letzte Stück: Sie ist der Meinung, sie ernähre sich gesund, also sei sie auch gesund.

    Kommentar von PornoUlli PornoUlliPornoUlli

    Alte Leute und dieses ewige Besserwissen... kannst Du mal mit ihrem Hausarzt sprechen?

    Kommentar von radschlaeger radschlaegerradschlaeger

    Das habe ich vor. Nur - sie geht nur in absoluten Ausnahmefällen hin. Sie hat Angst, dass der Arzt "was findet".

    Kommentar von Elster79 Elster79Elster79

    dann lass den arzt nach hause kommen, er unterhält sich lediglich mir ihr, sie wird nichts merken.

  • 0
    Antwort von PornoUlli PornoUlli

    Ich würde professionelle Hilfe von Selbsthilfegruppen oder anderen Organisationen suchen. Immerhin gefährdet sie sich vielleicht selbst, wenn sie draußen rumläuft oder zuhause den Herd anläßt...

    Kommentar von radschlaeger radschlaegerradschlaeger

    so schlimm ist es (noch) nicht.

  • 0
    Antwort von pit56 pit56

    Ich kann nur von Selbstdiagnosen abraten. Ich rate doch zum Arztbesuch. Dort kann man Tests machen.

    Kommentar von radschlaeger radschlaegerradschlaeger

    Das Dumme ist, dass ich da auf Granit beiße.

Diese Frage

Verwandte Fragen

Noch nicht den richtigen Rat gefunden?

Einfach und schnell viele hilfreiche Ratschläge von Deutschlands aktivster Ratgeber-Community erhalten!

Einfach und schnell einen Tipp erstellen und Ihren guten Rat mit anderen teilen!

Einfach und schnell ein Video hochladen und anschaulichen Rat an alle geben!

Die unter gutefrage.net angebotenen Dienste und Ratgeber Inhalte werden nicht geprüft. Die Richtigkeit der Inhalte wird nicht gewährleistet. Rechtliche Hinweise finden Sie hier.