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Alzheimer- gehört das Leugnen der Krankheit zum Krankheitsbild?

gefragt von Peterle am 20.09.2007 um 21:20 Uhr

Meine Oma...sie hat ja Alzheimer diagnostiziert bekommen und weiß das eigentlich auch. Ist aber sehr aggressiv seit einer Weile in der Hinsicht und tituliert jeden anderen als blöd und unfähig. Ich erkenne sie nicht wieder. Gehört das zum Krankheitsbild?


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Reply


Mimi081
beantwortet von Mimi081 am 20. September 2007 23:38
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Ja, mit Sicherheit sogar! Die Aggressivität, Wut, Beschimpfungen die sie an Andere auslassen gehören dazu, aber auch Traurigsein, Angst, verschämt, Lustigsein, je nachdem welcher Gehirnbereich betroffen ist. Gedächtnislücken. Die Gehirnzellen werden mit der Zeit zerstört. Leider gehört auch dieses dazu, wie Du es beschreibst.

Man muß Gelassenheit und vor allem Geduld aufbringen. Die Krankheit annehmen und sich damit auseinandersetzen. Es ist schwierig und bedarf der Hilfe. Es gibt verschiedene Angebote für Angehörige (Sozialstationen, Caritas) die Gespräche anbieten und Beratungen durchführen. Wende dich bei Schwierigkeiten an Sie, in Deiner Nähe. Dort erhält man auch Info-Material, informieren kannst Du auch über das Alzheimer-Forum, das hilft schon viel weiter:

.

http://www.alzheimer.de/alzheimer/wasistalzheimer/verlauf/content-147678.html


gri1su
beantwortet von gri1su am 20. September 2007 21:35
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Ja, ich denke schon, daß es mit der Krankheit zusammen hängt. Hinzu kommt ja auch die Tatsache, daß sie selbst erst einmal verarbeiten muß, was da jetzt mit ihr passiert. Das ist zunächst einmal ein ganz gewaltiger Schock, der nicht so leicht weggesteckt werden kann. Man will und kann es einfach noch nicht wahr haben und akzeptieren, daß es so ist. Man klammert sich an Hoffnungen, die Ärzte haben sich geirrt.

Und, auch wenn dieser Vergleich hinkt und vielleicht gar nicht angebracht ist: Aber denke mal an einen Alkoholiker. Der leugnet auch sehr lange, daß er alkoholkrank sei. Es ist ein langer und schwerer Weg, die Wahrheit zu erkennen und zu akzeptieren.

Aber, ich will der guten Frau um Gottes Willen nichts unterstellen. Ich versuche nur, deutlich zu machen, WIE schwer es ist, sich damit ab- und zurecht zu finden.


sonne55
beantwortet von sonne55 am 20. September 2007 21:23
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vermutlich schon. immerhin muss man es auch verarbeiten, dass man diese krankheit hat. das ist sicher belastend. außerdem gibt es ja hellere momente und dann wieder blackouts, was den kranken selbst verunsichert, da er sich selbst nicht mehr richtig einordnen kann.


anonym
beantwortet von kiramarie am 20. September 2007 21:24
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Ja leider. Die Leute verändern sich total. Meine Oma war ein herzensguter, lieber u. friedlicher Mensch, nie ist ihr ein böses Wort über die Lippen gekommen. Aber als sie an Alzheimer erkrankte, konnte sie manchmal richtig böse u. aufbrausend werden. Kenne da Verschiedene bei denen das genauso war.


comarel
beantwortet von comarel am 20. September 2007 23:11
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Es ist mit Sicherheit nicht böswillig. Bezeichnend für die Krankheit ist, dass die Betroffenen zwar eigentlich von ihrer Krankheit wissen müssten, da man es ihnen schließlich gesagt hat, aber da das Kurzzeitgedächtnis nicht mehr oder nicht mehr richtig funktioniert, ist die Tatsache, dass man es ihnen gesagt hat bereits nach kurzer Zeit einfach wieder gelöscht. Deine Oma kann dir mit Sicherheit die tollsten Geschichten aus ihrer Kindheit erzählen, das ist im Langzeitgedächtnis gespeichert, aber alles was gestern oder letzte Woche gewesen ist, ist einfach weg. Ich pflege die kranke bettlägerige Tante meines Mannes (91 Jahre). Bei ihr ist es genauso. Dran machen kann man aber nicht viel. Man braucht halt viel, viel Geduld.







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