Warum werden die Götter aus dem alten Ägypten als Tiere dargestellt?
Altes Ägypen
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AlbrechtAlbrecht
Um Götter ansprechbar zu machen, liegt es nahe, sie sich als Personen vorzustellen, und zu einer Person gehört üblicherweise eine Gestalt.
Die alten Ägypter haben eine Gottheit als eine Macht gedacht, die sich in verschiedenen Gestalten verkörpern/zeigen kann. Eine Gestalt, der eine Gottheit innewohnt, ist nicht ihr eines wahres Wesen. Im Alten Ägypten wurden Gottheiten tiergestaltig (theriomorph), etwas später auch menschengestaltig (anthropomorph), außerdem dann auch in einer Mischung aus beidem dargestellt.
Die Menschen erlebten Beeinflussung durch Tiere und Abhängigkeiten (sei es z. B. als Nutzung oder Bedrohung) von Tieren. Tiere haben bestimmte besondere natürliche Kräfte, die denen, mit denen Menschen von der Natur ausgestattet sind, überlegen sind.
Bei Eigenschaften, Tätigkeiten und Wirkungsbereichen, die den Gottheiten zugeschrieben wurden, konnte es Verbindungen/Bezüge zu etwas bei Tieren geben. Eine Darstellung in Tiergestalt zeigt einen der Aspekte einer Gottheit. Die Macht kann sich auf verschieden Art manifestieren.
So gibt es beispielsweise bei Horus als Himmelsgott Bezüge zum Falken, der in den Lüften fliegt, mit scharfen Augen weit blickt und seine Schwingen ausspannt. Die Himmels- und Kronengöttin (dem Königtum eng verbunden) Nechbet wurde als Geier dargestellt. Sachmet, die Göttin des Krieges, der Krankheit und der Heilung, wurde mit Löwenkopf dargestellt. Ein Löwe ist stark, wild, kämpferisch und furchterregend. Der Wasser- und Fruchtbarkeitsgott Sobek wurde als Krokodil bzw. mit Krokodilskopf dargestellt. Ein Krokodil kann als Herrscher im Wasser beurteilt werden und kann sich mit dem Legen vieler Eier vermehren.
László Kákosy, Götter, Tier-. In: Lexikon der Ägyptologie. Begründet von Wolfgang Helck und Eberhard Otto. Herausgegeben von Wolfgang Helck und Wolfhart Westendorf. Band 2: Erntefest – Hordjedef. Wiesbaden : Harrassowitz, 1977, Spalte 660 - 661:
„Tierverehrung ist eine der ältesten Erscheinungen der äg.[yptischen] Religion. Durch prähistorische bzw. vordynastische *Gräber wird der Kult von *Rindern, * Schafen, *Gazellen usw., wenn auch nicht als Götter individueller Prägung, so doch als Träger einer geheimnisvollen, numinosen Macht bezeugt. Auch die Ausgestaltung der wirklichen Tiergötter muß sich in der vordynast.[ischen] Z[ei]t abgespielt haben. Über den Ursprung der Tierverehrung wurden schon im Altertum verschiedene Theorien aufgestellt. Eine Reihe von ihnen wurde von Diodor zusammengestellt; nur einige von ihnen verdienen Beachtung. Die eine bewahrt die Erinnerung an die mit Tieren verzierten Standarten, eine andere begründet den Tierkult mit der Nützlichkeit einiger Gattungen. Vielleicht hat die Sage von der Verwandlung der Götter in Tiergestalten wegen der Ruchlosigkeit der Menschen (oder Giganten) einen altägypt.[en] mythischen Hintergrund. […]. Auch die moderne Religionsforschung hat für die Entstehungsfrage der Tiergötter keine befriedigende Lösung gefunden. Totemismus ist unwahrscheinlich, da zuerst nur einige Exemplare, nicht ganze Gattungen verehrt wurden. Nicht einmal als eine echt afrikanische Komponente darf der Tierkult betrachtet werden, da er bei den neuzeitlichen hamitischen Naturvölkern nur in einer niedrigen Form bezeugt werden kann. Die jeweilige Ortsbeschaffenheit der einzelnen Stätten im vorgesch.[ichtlichen] Ägypten dürfte den Anstoß zur Verehrung des einen oder anderen Tieres gegeben haben, entweder wegen seiner Nützlichkeit oder wegen seiner Gefährlichkeit. Die wichtigeren lokalen Kulte wurden in die gemeinägyptische Religion eingebaut. -
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quopiamquopiam
Manche Tiere mit ihren besonderen Eigenschaften standen symbolisch für das, was ein Gott tat oder was sein "Zuständigkeitsbereich" war. So war der schakalköpfige Anubis der Begleiter der Toten, denn den Schakal konnte man dabei beobachten, daß er "Leichen" beseitigt. So haben auch viele andere Götter ein Tier als ihr Symbol, das ihre spezielle Aufgabe oder ihr Tun beschreibt, von der Löwengöttin Bastet bis zur großen Verschlingerin mit dem Krokodilsrachen... Gruß, q.
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Sven71Sven71
Im Glauben der Ägypter waren Zwidderwesen aus Tieren oder aus Mensch und Tier. Es gehört zu deren Mythologie und in deren Köpfe galt die Vorstellung das so deren Götter aussehen. Im Christentum wird Gott auf Bildern auch menschlich dargestellt. Weiß es jemand? Gibt es ihn? Evtl. ist er nur eine Energieform. Wie kommen die Menschen darauf ihn menschlich darzustellen? Genauso war es bei den Ägyptern.
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Die Spannungen zwischen der Tiergestaltigkeit und dem etwas später einsetzenden Anthropomorphismus wurden durch die sog.[ennanten] Mischgestalten mit Menschenkörper und Tierhaupt ausgeglichen (Sichere Beispiel seit der 2. Dyn.[astie] […]). Die bekanntesten sind: *Anubis, *Horus, *Re, *Sachmet, *Seth, *Sobek usw. Einige Götter, die zumeist als Mischgestalten dargestellt werden, können mitunter auch reine Tierform haben: Horus, Seth, Sobek usw. Auch ausgesprochen anthropomorphe Götter wie z. B. *Atum können in Tierform dargestellt werden. Bei einigen Göttern behält die reine Tiergestalt ihren Vorrang ( *Apis, *Mnevis, *Upuaut, *Nechbet usw.), *Thot wird als *Pavian in Tierform, als *Ibis am häufigsten – doch nicht immer - in Mischgestalt abgebildet. Weder Mischgestalt noch Tiergestalt darf in der gesch.[ichtlichen] Z[eit]t als Beweis für die ausgesprochen tierische Natur der Götter bewertet werden. Für die höhere Theologie waren dies nur Anspielungen auf einige charakteristische Eigenschaften der Gottheit. Die Variabilität der Darstellungsmöglichkeiten bei denselben Gottheiten liefert dafür einen klaren beweis. Auf der Inschrift aus *Hermupolis erscheint z. B. Thot in seinen bekannten Formen, und überdies ist er auf der begleitenden Darstellung noch als Mensch abgebildet. Damit wird klargemacht, daß keine der drei Formen mit seinem wahren göttlichen Wesen identisch ist. Wir kennen schon aus der früheren Hymnnenliteratur Beispiel, die das gleiche Phänomen aufweisen. So wird Sobek in dem Hymnus des pRam. VI *Stier und *Widder genannt. Er ist mit Re, Horus und Anubis identisch. Der Gott ist also mit dem *Krokodil nicht wesensgleich, die Krokodile sind nur die Ba-Formen des Sobek.“